Weidens Verteidiger Fabian Ribnitzky und ESVK-Defender Paul Mayer im Zweikampf.
Foto: Elke Englmaier
„Do or die“ in einer besonderen Konstellation: Mit den Blue Devils Weiden und dem ESV Kaufbeuren stehen erstmals in der DEL2-Historie zwei in den Playdowns noch sieglose Teams in der zweiten Runde. Denn sowohl Weiden (0:4 gegen Bad Nauheim) als auch Kaufbeuren (0:3 gegen Freiburg) wurden in Runde eins gesweept. Der finale Showdown um den Zweitliga-Klassenerhalt startet am Freitag (20.00 Uhr) in der Weidener Hans-Schröpf-Arena – allerdings nicht im klassischen „Best-of-seven“-Modus. Aufgrund der 13 Punkte Vorsprung auf Hauptrunden-Schlusslicht ESVK benötigen die Blue Devils lediglich drei Siege für den Ligaverbleib, die Allgäuer hingegen die „vollen“ vier.
Die Weidener Ausgangslage: Die Blue Devils haderten in der Serie gegen Bad Nauheim mit ihrer harmlosen Offensive, blieben zwischenzeitlich 197 (!) Minuten ohne eigenes Tor. Das lag zwar auch am starken EC-Goalie Jerry Kuhn, vor allem aber an einer Mischung aus Pech – besonders in den ersten beiden Matches – und eigenem Unvermögen. „Wir sind unter unseren Möglichkeiten geblieben, das ist sehr enttäuschend“, sagte Stürmer Alex-Olivier Voyer, der im Dezember 2025 aus Ravensburg nach Weiden gewechselt war. „Wir waren offensiv etwas unglücklich, konnten qualitativ gute Chancen nicht nutzen. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass wir während der gesamten Serie dem Spiel hinterhergelaufen sind. Wir lagen kein einziges Mal in Führung, das hat uns definitiv geschadet.“ Vor den Duellen gegen Kaufbeuren hofft Voyer, dass beim Torabschluss der Knoten platzt. „Ich denke, wenn ein Team eine Phase wie diese durchmacht, kann das Toreschießen zu einer Kopfsache werden. Im Moment ist das bei uns wohl ein Teil des Problems. Wir müssen einfach einen Weg finden, den Puck im Tor unterzubringen.“ Zuletzt hörten sich die Blue Devils wohl auch deswegen einen Impulsvortrag von Sportpsychologe Markus Flemming, Mentaltrainer der Eisbären Berlin, an.
Die Kaufbeurer Ausgangslage: Intern machte das couragierte Auftreten gegen Freiburg Mut – über die komplette Spielzeit gesehen waren die Joker irgendwie ebenbürtig. Andererseits verpassten sie es, die entscheidenden Tore zu schießen und zu verhindern. Alle drei Partien endeten mit einem Tor Unterschied, zwei davon erst nach Verlängerung. Knackpunkt der zurückliegenden Serie war sicherlich das einzige Heimspiel, in dem die Joker nach rund 30 Minuten mit einer 3:0-Führung den Sieg eigentlich so gut wie sicher hatten. Sie gaben das Spiel aber dennoch aus der Hand, weil sie nach einem Wölfe-Anschlusstreffer fahrig wurden. Unmittelbar nach Serienende war man bei den Jokern bemüht, Souveränität auszustrahlen. Und auch die Joker erwogen zumindest vor einigen Tagen die Zusammenarbeit mit einem Mentaltrainer. Dies könne „nicht schaden“, erklärte der Sportliche Leiter Patrick Reimer.
Das Personal: Gute Nachrichten für Kaufbeurens Trainer Leif Carlsson. Neben dem zuletzt krankheitsbedingt fehlenden Joe Cassetti ist wahrscheinlich auch Alec Zawatsky wieder eine Option für das Lineup. Dies dürfte allerdings auch bedeuten, dass Kapitän Bernhard Ebner – wie der Langzeitverletzte Henri Kanninen ohnehin – weiterhin ausfällt. Auf Seiten der Blue Devils ist die Saison für Torhüter Felix Noack, Allrounder Vladislav Filin sowie die Stürmer Nick Jermain, Tomas Rubes und Zach Tsekos beendet. Im letzten Spiel gegen Bad Nauheim fehlte zudem Stürmer Neal Samanski (Unterkörperverletzung) – Einsatz fraglich.
Tim Heß/Rudolf Gebert/Manuel Weis