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Samstag, 28. März 2026

Vor Spiel 3 des DEL-Viertelfinales Eisbären-Star Ronning gibt die Marschroute vor, Münchens Überraschung Wolf das Lob weiter

Eisbären-Top-Angreifer Ty Ronning (im Vordergrund) jubelt über sein 1:0 in Spiel 2 gegen Straubing – und will nach dem ersten Berliner Sieg in der Viertelfinalserie den „Zug in Bewegung halten".
Foto: IMAGO/Contrast

Die Top Zwei der Hauptrunde mit einer 2:0-Führung auf Kurs, Gleichstand dagegen in den beiden Serien, die bereits im Vorfeld bei vielen Experten als die am schwierigsten zu prognostizierenden galten – noch hat das Playoff-Viertelfinale der PENNY DEL nicht die ganz großen Überraschungen parat. Folglich lautet eine der großen Fragen vor den vier Duellen am Sonntag (alle Matches live bei MagentaSport), ob Spiel 3 die eine oder andere unerwartete Wendung zu bieten hat.

Zumindest eine faustdicke personelle Überraschung gab es indes bereits in Spiel 2 zwischen dem ERC Ingolstadt und dem EHC Red Bull München. Im Münchener Gehäuse stand nämlich nicht der im Grunddurchgang so starke Antoine Bibeau, sondern, nach nur sieben Spielen in der Hauptrunde, Youngster Simon Wolf (21). Dies ermöglichte Chefcoach Oliver David den Einsatz eines zusätzlichen Import-Feldspielers, genauer gesagt Abwehr-Schrank Dillon Heatherington. Dieser Schachzug zahlte sich nach sechs Gegentoren im ersten Vergleich aus – und Wolf zahlte das Vertrauen beim 6:1-Kantersieg zum Serienausgleich mit einer Fangquote von 95,5 Prozent zurück. Der ehemalige U20-Nationalkeeper gab das Lob für seine Leistung gleichwohl artig an das disziplinierte Defensivverhalten seiner Vorderleute weiter („Es war ziemlich einfach hinten, weil wir keine Turnover gehabt haben“), während Mark French (auch er hatte mit Brett Brochu für Devin Williams den Schlussmann getauscht) hinsichtlich der Stabilität seines Teams weitaus weniger glücklich war: „München konnte mit dem Forechecking viel Druck erzeugen, weil wir nicht schnell genug gespielt haben. Bei Fünf-gegen-Fünf haben wir uns zu viele Fehler erlaubt, die sie genutzt haben“, kritisierte Ingolstadts Trainer, der darüber hinaus viele Strafzeiten seiner Schützlinge und daraus resultierend gleich drei Powerplay-Treffer für die Gäste sah.

Auch in Bremerhaven spielte die Überzahlformation der Besucher am Freitag eine zentrale Rolle. Schon in der regulären Spielzeit hatte das Mannheimer Powerplay zugeschlagen, in der sechsten Minute der Overtime traf Zach Solow für die Adler mit einem Mann mehr auf dem Eis zum 5:4-Sieg, nachdem die Quadratestädter zuvor einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt hatten. „Man konnte auf beiden Seiten sehen, wie entscheidend die Special Teams in den Playoffs sind“, sagte Mannheims Nationalstürmer Justin Schütz folglich. Zur Wahrheit gehörte indes auch, dass Vladimir Emingers vor Solows Treffer geahndetes Beinstellen nicht klar erkennbar war und die Adler auf der anderen Seite in der Verlängerung zumindest einmal Glück gehabt hatten, nicht ihrerseits eine Strafe zu kassieren. Weil das Team von Dallas Eakins („Wir haben mit Systemtreue dagegenhalten“) in der Serie bis dato den taktisch und spielerisch etwas reiferen Eindruck hinterlässt, geht die 2:0-Führung dennoch in Ordnung – eine dritte Niederlage in Folge können sich die Fischtown Pinguins, deren Star-Keeper Kristers Gudlevskis in Spiel 2 nicht so souverän wie gewohnt wirkte, im Best-of-seven-Format kaum erlauben.

Selbiges gilt für die Schwenninger Wild Wings, zumal der Hauptrundenneunte durch das getauschte Heimrecht vor seinem bereits zweiten Heimspiel gegen die Kölner Haie steht. Die Wild Wings zeigten bis dato zwar zwei ordentliche Leistungen, verloren jedoch sowohl Spiel 1 (0:1) als auch Spiel 2 (2:4 inklusive Kölner Empty-Net-Goal) knapp. Der Grund für die Niederlage im zweiten Duell war dabei für Steve Walker offensichtlich. „Unser Puck-Management war fürchterlich“, sagte Schwenningens Head Coach bei MagentaSport und meinte das 2:3 durch Nate Schnarr, welches Phil Hungerecker mit einem unnötigen Fehlpass eingeleitet hatte: „Du darfst den Puck in der Angriffszone nicht verlieren, sie haben uns dafür bestraft, das war das Entscheidende.“ Gleichzeitig ist der Respekt vor dem Underdog nach zwei Partien auf Augenhöhe bei den Haien spürbar: „Es war ein sehr, sehr enges Spiel – ziemlich ähnlich wie am Mittwoch in Schwenningen“, resümierte Walkers Gegenüber Kari Jalonen.

Apropos eng: Das war, anders als bei der Straubinger Dominanz in Spiel 1, auch das zweite Duell zwischen den Tigers und den Eisbären Berlin. Dank Ty Ronning setzte sich diesmal der Titelverteidiger mit 2:1 durch – und der Doppelpacker gab vor dem dritten Vergleich am Sonntag (14 Uhr; auch live im Free-TV bei DF1) direkt die weitere Marschroute vor: „Es war eine absolute Schlacht. Wir haben heute Eisbären-Hockey gespielt, diesen Zug müssen wir jetzt in Bewegung halten.“ Dass zu dieser „Schlacht“ auch eine Portion Härte gehört, ist angesichts der häufigen Playoff-Aufeinandertreffen beider Clubs in der jüngeren Vergangenheit wenig überraschend. Zwei Faustkämpfe, zwei weitere große Strafen und insgesamt 83 Strafminuten stehen nach den ersten beiden Matches bereits in der Statistik. Wer in Spiel 3 am Pulverturm den kühleren Kopf behält, dürfte gute Chancen auf die Serienführung haben – kein leichtes Unterfangen, denn wie Straubings Stürmer Tim Brunnhuber ankündigt: „Das ist ein Hexenkessel bei uns, jeder weiß es in der Liga. Wir sind extrem heiß, dass wir die Serie wieder auf unsere Seite ziehen.“

Stefan Wasmer

 

Die Spiele im Überblick mit den Quoten von INTERWETTEN.DE

 

14.00 Straubing  Berlin 2.35|4.10|2.50
15.00 Schwenningen  Köln 3.75|4.30|1.75
16.30 Mannheim  Bremerhaven 1.73|4.30|3.80
19.00 München  Ingolstadt 1.90|4.20|3.25


(Stand: 28.03.2026, 14.15 Uhr)

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Notizen

  • vor 5 Stunden
  • Matthew Pistilli bleibt bei den Stuttgart Rebels (Oberliga Süd) – und das gleich doppelt! Auch in der neuen Saison steht der 37-Jährige für das Team aus Baden-Württemberg auf dem Eis und geht gleichzeitig in sein zweites Jahr als Sportlicher Leiter des Clubs.
  • vor 2 Tagen
  • Die PENNY DEL hat die Anfangszeiten für die möglichen Spiele 5 und 6 im Viertelfinale festgelegt. Am 2. April würde ab 19.30 Uhr gespielt. Am 4. April würde so gestartet: 14 Uhr Ingolstadt - München, 15 Uhr Köln - Schwenningen, 16.30 Uhr Berlin - Straubing, 19 Uhr Bremerhaven - Mannheim.
  • vor 2 Tagen
  • Die Erding Gladiators und Stürmer Marc Schmidpeter gehen zur kommenden Saison getrennte Wege. Der 31-Jährige kam in der vergangenen Saison auf 18 Tore und 20 Vorlagen in 42 Spielen.
  • vor 3 Tagen
  • Don Granato trainiert die US-Männer bei der bevorstehenden A-Weltmeisterschaft in der Schweiz (15. bis 31. Mai). Der 58-Jährige folgt auf Ryan Warsofsky (San Jose Sharks), der die USA 2025 zu WM-Gold geführt hatte. Granatos bis dato letzte Station als Chef waren die Buffalo Sabres von 2021 bis 2024.
  • vor 3 Tagen
  • Die Lausitzer Füchse, die im DEL2-Viertelfinale gegen Kassel beim Stand von 1:3 eine Niederlage vom Aus entfernt sind, können in den laufenden Playoffs nicht mehr auf Alexis D'Aoust (29) zurückgreifen. Der kanadische Stürmer zog sich in Spiel 4 bei einem Bandencheck eine Oberkörperverletzung zu.
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