Rosenheims Goalie Oskar Autio zeigte in Regensburg eine starke Partie, konnte das Ausscheiden seines Teams aber nicht verhindern.
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Die Kassel Huskies und Eisbären Regensburg sind den Krefeld Pinguinen ins DEL2-Halbfinale gefolgt. Die Huskies gewannen am Sonntag Spiel 6 bei den Lausitzer Füchsen mit 3:2 und sicherten sich damit ebenso den vierten Sieg in ihrer Viertelfinalserie wie die Eisbären, die die Starbulls Rosenheim dank des Gamewinners von Bryce Kindopp mit 2:1 nach Verlängerung niederrangen. Dagegen erzwangen die Bietigheim Steelers mit einem 5:4-Heimsieg nach Overtime gegen die Ravensburg Towerstars ein entscheidendes siebtes Spiel am Dienstag. Es war im sechsten Spiel der Serie die fünfte Entscheidung in der Verlängerung – diesen Rekord (bisher waren drei Overtimes in den Playoffs der Höchstwert sowohl in der DEL als auch der DEL2) bauten Steelers und Towerstars also weiter aus.
Nach dem 3:2-Overtimesieg am Freitag in Kassel begannen die Füchse selbstbewusst und nutzten gleich ihr erstes Powerplay zur Führung. Playoff-Spezialist Lane Scheidl ließ mit einem platzierten One-Timer Huskies-Goalie Philipp Maurer keine Abwehrchance. Wenige Minuten später ereilte die Füchse dann aber ein Stimmungsdämpfer. Nach einem Kniecheck von Kassels Verteidiger Simon Schütz ging Shootingstar Lennard Nieleck verletzt zu Boden. Der DEL2-Rookie des Jahres konnte sein rechtes Bein nicht mehr belasten. Der Übeltäter kassierte eine Spieldauerstrafe, die fünfminütige Überzahl konnten die Gastgeber allerdings nicht nutzen. Im Mitteldrittel zogen die Huskies die Partie zunehmend an sich. Jake Weidner glich nach starker Vorarbeit von Tristan Keck aus und brachte die Gäste zu Beginn des letzten Abschnitts dann auch erstmals in Führung. Nach glänzendem Zuspiel von Darren Mieszkowski erhöhte Maciej Rutkowski nur wenig später auf 3:1. Zwar verkürzte John Broda nach einer energischen Einzelaktion noch einmal, doch mehr ließ der Favorit nicht zu und sicherte sich so den Halbfinaleinzug.
33 Tore fielen in den vorangegangenen drei Partien zwischen Regensburg und Rosenheim, doch in Spiel 6 blieb das Spektakel aus. Oskar Autio, der für den am Freitag nicht immer souveränen Christopher Kolarz ins Rosenheimer Tor gerückt war, und sein Regensburger Pendant Jonas Neffin hielten glänzend. So fielen in der regulären Spielzeit nur zwei Tore. Die Regensburger Führung Mitte des ersten Drittels durch Samuel Payeur konterte der 19-jährige Johannes Achatz nur 117 Sekunden später. Danach machten Neffin (33 Saves) und Autio (35) den Laden dicht. In der Verlängerung kassierten die Rosenheimer in einer Sequenz zwei Zwei-Minuten-Strafen. Die doppelte Überzahl spielten die Regensburger zunächst nicht gut aus, doch als die Gäste nach einem Konter zu weit aufgerückt waren, jagte Kindopp einen One-Timer ins kurze Eck und sorgte so für Ekstase auf den Rängen. Im Halbfinale treffen die Eisbären auf die Krefeld Pinguine.
Der überragende Cole Fonstad hat die Bietigheim Steelers zu einem Spiel 7 in Ravensburg geführt. Mit seinem dritten Tor traf der 25-jährige Kanadier in der achten Minute der Verlängerung zum 5:4-Sieg für die Gastgeber, die in der regulären Spielzeit drei Rückstände aufgeholt hatten. Die Ravensburger konnten sich zunächst auf ihre Special Teams verlassen. Erst traf Thomas Reichel in Überzahl ins kurze Eck, dann verdelte Alec Ahlroth einen Konter in Unterzahl nach glänzendem Zuspiel von Louis Latta. Olafr Schmidt, der den am Freitag startenden Florian Mnich im Bietigheimer Tor ersetzt hatte, war machtlos. Im Mitteldrittel zeigten dann auch die Gastgeber ihre Qualitäten bei numerischer Überlegenheit. Alex Dostie und Goldhelm Fonstad trafen sehenswert zum 2:2. Doch noch vor der zweiten Drittelpause eroberten die Towerstars die Führung zurück, als Ahlroth nach scharfem Zuspiel von Odeen Tufto im Slot gekonnt abfälschte. Auch auf den erneuten Ausgleich durch Fonstad hatten die Ravensburger die passende Antwort durch Matej Mrazek parat. In der 57. Minute erzwang der konsequent nachsetzende Bastian Eckl im Slot aber das 4:4 und somit die fünfte Overtime im sechsten Viertelfinalduell zwischen beiden Teams.
In der zweiten Playdown-Runde zeichnet sich eine frühe Entscheidung ab. Mit einem 3:1 beim ESV Kaufbeuren sicherten sich die Blue Devils Weiden im zweiten Spiel den zweiten Sieg und benötigen nur noch einen weiteren Erfolg für den Klassenerhalt. Der ESVK müsste nun viermal nacheinander gewinnen, um den Abstieg doch noch abwenden zu können. Mit einem Schuss von der blauen Linie brachte Tommy Muck die Gäste bereits nach 65 Sekunden in Führung. Tyson McLellan glich im Mitteldrittel aus, doch im Schlussabschnitt waren es die Oberpfälzer, die in einem ausgeglichenen Spiel die höhere Effizienz demonstrierten. Tyler Ward und Paul Vinzens machten den Sieg der Blue Devils perfekt.
Siegmund Dunker