Großer Jubel bei den Bietigheim Steelers. Dank einer effizienten Auswärtsleistung, stehen Jack Dugan & Co. im Halbfinale der DEL2.
Foto: Kim Enderle
Der Dienstagabend in der DEL2 hatte es in sich – mit einem dramatischen Showdown im Viertelfinale und einem spektakulären Comeback im Abstiegskampf. Während sich die Bietigheim Steelers in einem umkämpften siebten Spiel in Ravensburg mit 4:2 durchsetzten und damit das Halbfinale komplettierten, hielt der ESV Kaufbeuren mit einer furiosen Aufholjagd und einem 6:5-Erfolg in Weiden seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben. Damit stehen nun auch die Halbfinalduelle fest: Die Krefeld Pinguine treffen auf die Eisbären Regensburg, während die Kassel Huskies sich mit den Steelers aus Bietigheim duellieren. Nach Düsseldorf, Landshut und Rosenheim ist mit Ravensburg der vierte von sechs Aufstiegskandidaten zur PENNY DEL aus dem Titelrennen ausgeschieden. Einzig Krefeld und Kassel haben es in die Runde der besten Vier geschafft – Bietigheim und Regensburg hatten vor der Saison keine Aufstiegsbewerbung abgegeben.
Im entscheidenden siebten Spiel lieferten sich die Ravensburg Towerstars und die Bietigheim Steelers ein intensives Duell, in dem sich einmal mehr die Effizienz der Gäste als ausschlaggebend erwies. Die Steelers erwischten den besseren Start und gingen durch einen Doppelpack von Verteidiger Tim Schüle mit 2:0 in Führung. Ravensburg hatte zwar mehr Spielanteile und Abschlüsse, biss sich jedoch immer wieder an Bietigheims Goalie Olafr Schmidt die Zähne aus.
Im weiteren Verlauf kämpften sich die Towerstars zurück in die Partie. Odeen Tufto verkürzte im Mitteldrittel, doch die Steelers blieben eiskalt vor dem Tor. Direkt nach Wiederbeginn stellte Arne Uplegger den alten Abstand wieder her. Ravensburg gab sich jedoch nicht auf und kam durch Matej Mrazek erneut heran, wodurch die Partie weiter offen blieb.
In der Schlussphase sorgte schließlich erneut die Effizienz der Gäste für die Entscheidung. Cole Fonstad baute die Führung wieder aus und unterstrich einmal mehr seine überragende Serie. Zwar stemmten sich die Towerstars mit insgesamt 36 Torschüssen gegen das Aus, fanden jedoch zu selten ein Mittel gegen den stark aufgelegten Schmidt im Steelers-Tor. Zudem zog Jack Dugan mit drei Assists im Hintergrund die Fäden. Am Ende setzen sich die Steelers mit 4:2 durch, entscheiden die Serie damit mit 4:3 für sich und ziehen nach einem packenden Viertelfinalduell samt Overtime-Rekord für PENNY DEL und DEL2 (fünf Verlängerungen in sieben Vergleichen) ins Halbfinale ein.
Im Playdown-Duell zwischen den Blue Devils Weiden und dem ESV Kaufbeuren entwickelte sich ein wahres Spektakel, in dem die Gäste ein beeindruckendes Comeback feierten und den drohenden Abstieg vorerst abwendeten. Dabei sah zunächst alles nach einer klaren Angelegenheit für die Hausherren aus. Weiden legte furios los und zog bereits im ersten Drittel auf 4:1 davon. Joe Cassetti hatte Kaufbeuren zwar zwischenzeitlich den Ausgleich beschert, doch die Blue Devils fanden im Eröffnungsdrittel immer wieder schnelle Antworten und nutzten ihre Chancen konsequent.
Im Mitteldrittel änderte sich jedoch das Bild komplett. Kaufbeuren warf alles in die Waagschale, erhöhte den Druck und kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Mit zwei Treffern von Jonny Tychonick sowie einem weiteren Tor von Vincent Schlenker gelang den Gästen tatsächlich der Ausgleich – die Partie war plötzlich wieder völlig offen.
Auch im Schlussdrittel blieb es hochdramatisch. Kaufbeuren drehte das Spiel durch Treffer von Sami Blomqvist und Travis Turnbull endgültig und stellte auf 6:4. Weiden verkürzte zwar noch einmal, doch die Gäste brachten den knappen Vorsprung über die Zeit und machten das Comeback perfekt. Überragender Mann auf Seiten der Joker war Joe Cassetti, der nicht nur selbst traf, sondern mit gleich fünf Vorlagen maßgeblich am Monster-Comeback seiner Mannschaft beteiligt war. Mit dem 6:5-Erfolg hält Kaufbeuren die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben und verkürzt in der Serie auf 1:2.
Sören Mundt