Mannheim um Torschütze John Gilmour und München (rechts Brady Ferguson) lieferten sich schon in Spiel 1 ein enges Duell. „Ich erwarte eine lange Serie, in der mehrere Spiele in die Verlängerung gehen werden", sagte Adler-Coach Dallas Eakins nach der Partie dementsprechend.
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Spiel 2 einer Playoff-Serie muss nicht zwingend, kann aber im Eishockey immer wieder richtungsweisenden Charakter haben. Das unterstreichen auch die Fakten der diesjährigen DEL-Endrunde: Bis dato kam jenes Team, welches das zweite Duell zu seinen Gunsten entschied, am Ende stets weiter. Vor Spiel 2 der beiden Halbfinalserien am Freitagabend gilt es nun besonders für die Kölner Haie und den EHC Red Bull München, eine Heimniederlage tunlichst zu vermeiden, um sich im Best-of-seven-Format gegen die Eisbären Berlin beziehungsweise die Adler Mannheim nicht frühzeitig in eine haarige Situation – nämlich einen 0:2-Rückstand – zu manövrieren.
Dass es so weit überhaupt kommen könnte, dürfte die Roten Bullen nach Spiel 1 mächtig ärgern. „München hatte unglaubliche Chancen, aber irgendwie haben wir überlebt“, resümierte Adler-Chefcoach Dallas Eakins nach dem 3:2-Overtime-Erfolg seiner Schützlinge – und meinte vor allem die Druckphase der Gäste zu Beginn der Verlängerung, in der Mannheims Keeper Maximilian Franzreb sein Team mit teils spektakulären Paraden im Spiel hielt. Dieser Wechsel habe sich „wie eine Ewigkeit angefühlt“, räumte Eakins ein, der im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Match dementsprechend immer wieder von einem glücklichen Sieg seiner keineswegs schwachen, aber eben auch nicht rundum überzeugenden Mannschaft sprach: „Unser Unterzahlspiel und Maxi Franzreb haben uns gerettet.“ Von ihren vielen Möglichkeiten konnten sich die Roten Bullen, bei denen Kapitän und Rückkehrer Patrick Hager beim entscheidenden Treffer zu spät gegen Torschütze Marc Michaelis kam und damit ein wenig zur tragischen Figur des Abends wurde, somit letztlich nichts kaufen. Sie haben nun saisonübergreifend vier Playoff-Partien in Folge gegen die Adler verloren und stehen unter Druck, diesen Trend in Spiel 2 am Freitag (19 Uhr; live bei MagentaSport) umzukehren.
Selbige Negativbilanz steht in der Statistik der Kölner Haie – wobei die 3:6-Niederlage in Spiel 1 bei den Eisbären Berlin längst nicht so ernüchternd ausfiel wie die drei 0:7-Klatschen im Finale des Vorjahres. „Ich glaube, dass wir über eine lange Strecken ein gutes Spiel gemacht haben“, befand Haie-Angreifer Maximilian Kammerer sogar, „aber leider haben wir die Tore nicht gemacht. Und Berlin war wirklich eiskalt.“ Das war auch schon die große Stärke des Titelverteidigers in der vorigen Runde gegen Straubing – und galt zum Serienauftakt gegen Köln speziell für die Berliner Abwehrspieler, die in Person von zweimal Moritz Kretzschmar (erste DEL-Tore), Adam Smith, Jonas Müller sowie Allrounder Les Lancaster gewissermaßen für „viereinhalb“ der sechs Treffer sorgten. Der Hauptrundensieger aus der Domstadt benötigt in Spiel 2 (19.30 Uhr; live bei MagentaSport und im Free-TV bei DF1) derweil nicht nur mehr Effizienz, sondern auch einen Janne Juvonen in Topform. Insbesondere beim richtungsweisenden 0:1 durch Smith machte der DEL-Spieler des Jahres keine gute Figur, nach 40 Minuten und fünf Gegentore wurde Juvonen schließlich erstmals als Hai ausgewechselt. „Normalerweise sind wir dafür bekannt, dass wir hinten gut stehen und wenig zulassen. Das war heute ein bisschen zu viel“, nahm Kammerer diesbezüglich jedoch primär die Feldspieler in die Verantwortung.
Stefan Wasmer
Freitag, 10. April
| 19.00 | München | – | Mannheim | 2.10 | | | 4.10 | | | 2.85 | ||||
| 19.30 | Köln | – | Berlin | 2.00 | | | 4.10 | | | 3.05 |
(Stand: 09.04.2026, 15.05 Uhr)