Berlin nahm Kölns Tor am Sonntag unter Dauerbeschuss.
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Die Adler Mannheim haben sich in der Halbfinalserie der PENNY DEL gegen den EHC Red Bull München drei Serienpucks erspielt. Im parallelen Duell, der Neuauflage des Vorjahresfinales zwischen den Kölner Haien und den Eisbären Berlin, hat sich Titelverteidiger Berlin nach konzentriertem Auftritt die Führung zurückgeholt. Der dritte Halbfinalspieltag im Überblick.
Meister Berlin bleibt auf eigenem Eis in den Playoffs eine Macht. Am Sonntag gelang gegen Hauptrundenprimus Köln ein 4:2-Erfolg, mit dem die Eisbären in der Halbfinalserie nun wieder mit 2:1 in Führung gingen. Es war der fünfte Sieg im fünften Heimspiel in der laufenden Endrunde und der elfte nacheinander vor heimischen Publikum in einer Playoff-Partie. Die Haie kassierten hingegen die siebte Schlappe in Folge bei einem Endrundenauftritt in der Hauptstadt. Spiel 4 der Serie findet am kommenden Mittwoch in Köln statt (Spielbeginn 19.30 Uhr).
Berlin zeigte sich gut erholt von der 1:5-Niederlage am Freitag in Köln. Ohne den gesperrten Stürmer Yannick Veilleux, dafür aber mit Jake Hildebrand im Tor und dem seit Anfang März fehlenden Verteidiger Mitch Reinke waren die Eisbären von Beginn an die optisch überlegene Mannschaft, konnten sich aber zunächst nur wenige zwingende Torchancen erspielen. Das änderte sich ab dem Mitteldrittel. In der 23. Minute bezwang Leo Pföderl im Powerplay Janne Juvonen mit einem Schuss ins kurze Eck. Es der erste Playoff-Treffer für den Berliner Torjäger und das erste Unterzahl-Gegentor für die Haie in der laufenden Endrunde. Auch danach drängten die Eisbären weiter. Einzig Juvonen, der bis zur zweiten Pause schon 39 Schüsse abgewehrt hatte, hielt den Hauptrundenprimus in der Partie. Offensiv fiel Köln so gut wie nichts ein, wie die nur zehn Torschüsse nach 40 Minuten unterstrichen.
Im Schlussabschnitt bauten die Eisbären ihre Führung schnell aus. Jonas Müller und Les Lancaster schraubten das Ergebnis auf 3:0. Köln wachte erst spät auf. Dominik Bokk und Oliwer Kaski brachten Köln in der 53. und 56. Minute auf einen Treffer heran. Berlin musste trotz des lange dominanten Auftritts (56:20 Torschüsse am Ende) kurz um den Sieg zittern, ehe Pföderl mit einem Empty-Net-Goal für den Endstand sorgte. Einziger Wermutstropfen für den Titelverteidiger: Lean Bergmann schied Ende des zweiten Drittels nach einem Kniecheck von Haie-Stürmer Juhani Tyrväinen verletzt aus und kehrte nicht mehr zurück.
Drei Serienpucks zum Finaleinzug für die Adler Mannheim: Marc Michaelis' Mannschaft hat auch das dritte Halbfinalspiel gegen den EHC Red Bull München für sich entschieden. 4:1 hieß es nach abermals recht umkämpften 60 Minuten.
München hatte vor dem dritten Spiel im Aufgebot umgestellt. So rotierte Scharfschütze Jeremy McKenna für Erstreihencenter Adam Brooks ins Line-up. Mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor – und daran hatte es den Red Bulls in den ersten beiden Partien gemangelt – ergab dies aber zunächst nicht. Nach 20 Minuten stand es 0:0, wobei sich mehrmals die Torhüter Maximilian Franzreb (Mannheim) und Antoine Bibeau (München) in höchster Not auszeichneten. Bibeau etwa parierte gegen den anstürmenden Justin Schütz.
Im Mittelabschnitt blieb die Partie kurzweilig, zu Toren im Duell der beiden gegentorärmsten Mannschaften der Hauptrunde dauerte es aber weiter. Die Adler hatten durch einen Lattenschuss von John Gilmour kurz nach Spielmitte die beste Chance. Als die Torsirene im nächsten Powerplay schon losging, winkten die Schiedsrichter aus – sie hatten zuvor schon auf Strafe gegen die Adler entschieden. Bei Vier-gegen-vier traf auch Münchens Brady Ferguson das Gebälk. In der Schlussminute des zweiten Drittels saß dann aber ein Abfälscher Justin Schütz' zum 1:0.
Das Schlussdrittel gehörte zuerst München, das rasch durch Yasin Ehliz zum Ausgleich kam und danach mehr vom Spiel hatte. Einen Aufbaufehler der Gäste bei einem Vier-gegen-vier aber bestrafte Schütz eiskalt mit dem 2:1. Mannheim spielte danach clever und nutzte die erste Chance zum Emptynetter durch Anthony Greco direkt (59.). Tom Kühnhackl legte, abermals ins verwaiste Tor, nach.
München braucht gegen die ebenbürtigen, aber kaltschnäuzigeren Mannheimer nun vier Siege in Folge. Ein 0:3 in einer Halbfinalserie aufzuholen ist bis dato noch keinem Team gelungen.
Torsten Weiß, Martin Wimösterer