Mannheims Goalie Maximilian Franzreb rückte ab dem Mitteldrittel vermehrt in den Fokus. Die klare Niederlage in München konnte aber auch er nicht verhindern.
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Der EHC Red Bull München hat sich im Halbfinale der PENNY DEL gegen die Adler Mannheim stark zurückgemeldet. Das Team von Trainer Oliver David setzte sich am Dienstagabend in Spiel 4 vor heimischer Kulisse deutlich mit 5:1 gegen die Adler durch und verhinderte damit den drohenden Sweep.
Einen 0:3-Serienrückstand hat in den DEL-Playoffs noch nie ein Team aufgeholt. München startete in die Mission Impossible aber furios und erspielte sich schon nach 19 Sekunden die erste Großchance durch Alberts Smits. Mannheims in dieser Serie bislang so überragender Goalie Maximilian Franzreb war sofort hellwach. Die Gäste bewiesen jedoch schnell, dass sie das hohe Tempo problemlos mitgehen können. Alexander Ehl verpasste im nächsten Shift haarscharf im Slot. In der Folge übernahmen die Adler sogar die Spielkontrolle. Sie erschwerten den Spielaufbau der Gastgeber und schalteten nach Scheibengewinnen zügig um. Doch mitten in diese Phase hinein gingen die Münchener in Führung. Adam Brooks hatte ungewohnt viel Freiraum vor dem Tor und traf per Handgelenkschuss in den Knick. Es war das erste Playoff-Tor für Münchens Top-Center. Vier Minuten später jubelten die Gastgeber über das vermeintliche 2:0. Nach einem Schlagschuss von Ryan Murphy zappelte das Netz, doch der Videobeweis offenbarte, dass die Scheibe an der Außenseite gelandet war. Statt 2:0 stand es 90 Sekunden später 1:1. Und dieser Treffer gehörte zu 90 Prozent Justin Schütz. Nach einem starken Solo des Nationalstürmers prallte die Scheibe von der Latte in den Torraum zurück, wo Kristian Reichel goldrichtig stand und mühelos einschieben konnte. Zach Solow ließ dann die erstmalige Mannheimer Führung liegen, auf der Gegenseite spielten die Münchener einen Drei-auf-eins-Konter schlecht aus. In der 17. Minute schlug dann München-Schreck Schütz zu. Nach Vorarbeit von John Gilmour vollendete der 25-Jährige im Slot. Doch der Treffer fand wegen einer vermeintlichen Torhüterbehinderung keine Anerkennung. Tatsächlich war Gilmour mit Antoine Bibeau kollidiert, allerdings hatte Münchens Goalie den Mannheimer Verteidiger zuvor selbst ins Straucheln gebracht.
Nach dem rasanten Auftaktdrittel sahen die 10.583 Zuschauer in den zweiten 20 Minuten deutlich mehr Leerlauf. München verzeichnete zwar mehr Scheibenbesitz, kam aber nur selten in den gefährlichen Räumen zum Abschluss. Ihr erstes Überzahlspiel nutzten die Gastgeber dann allerdings eiskalt aus. Brooks fand Yasin Ehliz im High Slot, der die Scheibe mit dem ersten Kontakt vorbei an Franzreb zur neuerlichen Führung in die Maschen setzte. Die Mannheimer, die zuvor in Passivität verfallen waren, investierten daraufhin wieder mehr, Bibeau verhinderte in den letzten Momenten des Mitteldrittels aber den Ausgleich.
Im Schlussabschnitt kam München mit mehr Schwung aus der Kabine. Ein Überzahlspiel verpuffte zunächst, ehe Patrick Hager und Markus Eisenschmidt mit einem Doppelschlag binnen 46 Sekunden für klare Verhältnisse sorgten. Hager profitierte beim 3:1 von einem gescheiterten Mannheimer Klärungsversuch und einem feinen Zuspiel von Ehliz. Das 4:1 entsprang einer starken Einzelaktion von Eisenschmid, der Franzreb mit einem Schuss aus der Drehung überwand. In der Folge hatten die Gastgeber die Partie klar im Griff. Mit einem Treffer ins verwaiste Mannheimer Tor markierte Konrad Abeltshauser den 5:1-Endstand. Spiel 5 steigt am Freitag (19 Uhr) in Mannheim.
Siegmund Dunker