Der langjährige DEL-Coach Pavel Gross (57) gehört künftig zum Trainerstab des tschechischen Nationalteams, hat den Chefposten allerdings abgelehnt.
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Nach dem im März angekündigten Rücktritt von Nationaltrainer Radim Rulik, der Tschechiens Auswahl 2024 zum Weltmeister-Titel führte und seine Arbeit nach der bevorstehenden WM in der Schweiz (15. bis 31. Mai) beenden wird, war der tschechische Eishockeyverband (CSLH) auf der Suche nach einem komplett neuen Trainerstab. Am Donnerstag verkündete Verbandschef Alois Hadamczik in Prag das Ergebnis der Trainersuche.
Neuer Head Coach der tschechischen Nationalmannschaft wird Zdenek Motak, sein erster Co-Trainer Pavel Gross. Ein zweiter Co-Trainer soll bis Juni gefunden werden, den Motak und Gross selbst bestimmen können. Ab Juni wird mit Jaroslav Kames auch ein neuer Torwarttrainer zum Trainerstab gehören. Alle Trainer haben einen hauptamtlichen Vertrag für zwei Jahre erhalten, betonte Hadamczik.
Der 61-jährige Motak hat sich als Clubtrainer einige Meriten erworben. Mit dem HC Ocelari Trinec hat er 2023 und 2024 den Meistertitel in Tschechien errungen. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre erfolgreich als Head Coach beim finanziell limitierten HC Olomouc, davor wiederum als Co-Trainer von Sparta Prag und in Vitkovice. Pavel Gross kam 2023 mit der Empfehlung, 2019 mit den Adler Mannheim die DEL-Meisterschaft gewonnen zu haben, nach 33 Jahren in sein Geburtsland zurück. Von Sommer 2023 bis Oktober 2025 war er Chefcoach von Sparta Prag. Mit den Hauptstädtern stieß er 2024 und 2025 bis ins Playoff-Halbfinale vor, der Sprung ins Finale aber blieb ihm nach zwei knapp verlorenen Best-of-seven-Serien (jeweils 3:4) versagt.
Im Playoff-Halbfinale 2024 war Zdenek Motak mit Trinec sein Gegenspieler auf der Trainerbank. Nach dieser hochdramatischen Serie haben sich beide Trainer offenbar gegenseitig schätzen gelernt. Motak lobte seinerzeit die Arbeit von Gross als Trainer von Sparta Prag in höchsten Tönen, und auf der Pressekonferenz am Donnerstag sagte er: „Wir sind beide sehr arbeitsam“. Vor Journalisten gab Hadamczik zudem bekannt, Gross zuerst den Posten des Head Coaches angeboten zu haben, doch der 57-Jährige lehnte ab. Er wolle „nur“ als Assistenztrainer fungieren, so Hadamczik. Auf Nachfrage antwortete Gross, er habe sich aus persönlichen Gründen für diese Aufgabenverteilung entschieden. Vielleicht spielte dabei ja auch die verlorene Playoff-Halbfinalserie im April 2024 eine Rolle…
Lothar Martin