Alexander Dück stand am vergangenen Freitag zum letzten Mal an der Bietigheimer Bande. Eine Woche nach seiner Freistellung meldete sich der Ex-Coach der Steelers zu Wort.
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Alexander Dück – ehemaliger Head Coach der Bietigheim Steelers, gegen den vor einer Woche ein Strafbefehl wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung erlassen wurde (Eishockey NEWS berichtete) – äußerte sich am Freitag auf eigenen Wunsch hin gegenüber Eishockey NEWS zum Strafbefehl und zu seiner Freistellung bei den Bietigheim Steelers am vergangenen Samstag. In einem schriftlichen Statement erklärt der Deutsch-Kasache: „Ich werde den Strafbefehl im Verfahren gegen mich akzeptieren. Diese Entscheidung ist kein Schuldeingeständnis, sondern Ergebnis einer verantwortungsbewussten Abwägung aller Umstände. Mein besonderer Dank geht dabei an meine Familie für ihren Beistand und Rat.“
Dem Strafbefehl ging eine Strafanzeige von zwei ehemaligen Physiotherapeutinnen des Clubs im März 2025 voraus, nach der ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde (Eishockey NEWS berichtete). Nun erklärt der 45-Jährige gegenüber unserer Redaktion, weshalb er den Strafbefehl akzeptiert: „Im Mittelpunkt meiner Entscheidung steht für mich, weiteren Schaden vom Club, der Mannschaft und meinem persönlichen Umfeld abzuwenden sowie eine unnötige öffentliche Zuspitzung zu vermeiden. Durch die Zahlung der vom Gericht angeordneten Tagessätze gelte ich als nicht vorbestraft.“ Dück übernahm das Amt des Cheftrainers in Bietigheim im Januar 2024 in einer Spielzeit, als der Schlittschuhclub als Absteiger aus der PENNY DEL auch in der DEL2 mit dem Rücken zur Wand stand und letztlich in die Oberliga abstieg. In der Dritten Liga schaffte es Dück, dem Standort sportlich wieder Leben einzuhauchen. Die Steelers schafften den direkten Wiederaufstieg und glänzten bei ihrer DEL2-Rückkehr 2025/26 als Überraschungshalbfinalist.
„Gemeinsam haben wir in einer anspruchsvollen Phase Strukturen geschaffen, eine klare sportliche Identität entwickelt und als Team einen Weg geprägt, der von Einsatz und Entwicklung getragen war“, blickt Dück mit „Überzeugung und Stolz“ auf die sportliche Bergfahrt seiner Mannschaft zurück. Vor Spiel 6 des Halbfinals gegen die Kassel Huskies – einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass gegen Dück ein Strafbefehl vorliegt – reagierte der Club mit dessen Freistellung. Über diese Entscheidung mitten in den Playoffs sagt der Bietigheimer Ex-Coach: „Ich respektiere die Entscheidung des Clubs und werde meinen weiteren Weg mit Klarheit, Ruhe und voller Überzeugung gehen. Mein Dank gilt der Mannschaft, dem Staff, allen Mitarbeitern im Club sowie den Fans für ihr Vertrauen, ihre Unterstützung und ihren Einsatz.“ Die Bietigheim Steelers, bei denen Assistent Boris Blank vor Spiel 6 der Halbfinalserie gegen Kassel als Interimschef übernahm, verloren diese Partie mit 3:4 in der Overtime und schieden somit einen Tag nach der Trennung von Dück aus der Endrunde aus. Wie es bei den Schwaben auf der Trainerposition 2026/27 weitergeht, ist noch nicht bekannt.
Lisa Taduschewski/Sebastian Groß