Für Eisbären-Kapitän Kai Wissmann (29; Mitte) war Spiel 3 der DEL-Finalserie nach nur 21 Sekunden bereits beendet. Anzumerken war dies dem Berliner Spiel in der Folge allerdings kaum.
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Fällt bereits am Donnerstagabend (19.30 Uhr; live bei MagentaSport und im Free-TV bei DF1) die Entscheidung um die deutsche Eishockey-Meisterschaft? Nach bisher drei deutlichen Erfolgen (7:3, 5:1, 5:1) in der DEL-Finalserie gegen die Adler Mannheim haben die Eisbären Berlin die Chance, in der heimischen, selbstredend ausverkauften Uber Arena den dritten Titel in Serie einzutüten. Klappt es bereits am Donnerstag, wäre dies der erste DEL-Endspielsweep seit München (gegen Wolfsburg) im Jahr 2016. Für die Eisbären wäre es der erste seit 2011 – übrigens ebenfalls gegen Wolfsburg.
Kai Wissmann war damals noch nicht mit von der Partie – und wird auch am Donnerstag beim Sweep-Unterfangen nicht mithelfen können. Der Eisbären-Kapitän und Nationalverteidiger wäre nach seinem Check gegen den Kopf von Mannheims Maximilian Heim zu Beginn von Spiel 3 angesichts der zweiten Spieldauer-Disziplinarstrafe der laufenden Playoffs ohnehin automatisch gesperrt gewesen und wurde am Mittwoch für insgesamt drei Matches aus dem Verkehr gezogen. Wissmann habe keinen Versuch unternommen, den Kontakt zu verhindern oder zu minimieren und habe eine Verletzung Heims in Kauf genommen, begründete die Liga ihre Entscheidung. Dass Heim nun mit einer Gehirnerschütterung tatsächlich ausfällt, wurde vom Disziplinarausschuss ebenfalls bei der Urteilsfindung berücksichtigt.
Doch obwohl Wissmanns Arbeitstag nach nur 21 Sekunden bereits beendet war und die Adler im folgenden Powerplay sogar mit 1:0 in Führung gingen, gelang es den Quadratestädtern im weiteren Verlauf von Spiel 3 mit zunehmender Dauer immer seltener, die dezimierte Eisbären-Defensive ernsthaft unter Druck zu setzen. Dass sich sein Team kaum einmal in der Berliner Zone festsetzen konnte, machte Dallas Eakins insbesondere an der Verkrampfung und der daraus resultierenden Unsauberkeit seiner Mannschaft an der Scheibe fest. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Jungs mal durchgeatmet und lockerer gespielt hätten“, sagte der Mannheimer Trainer und Sportmanager nach der Partie bei MagentaSport. In Spiel 4 dürfte diese Lockerheit indes nicht unbedingt leichter abzurufen sein, denn nicht nur Eakins – dem als letzte Rotationspatrone fast nur Akteure gänzlich ohne Spielpraxis wie Abräumer Tobias Fohrler, Allrounder Hayden Shaw oder Angreifer Alexander Ruuttu zur Verfügung stehen – weiß: „Jetzt stehen wir mit dem Rücken zur Wand und müssen unser bestes Spiel abliefern.“
Zu viel Lockerheit wollen offenbar trotz der beruhigenden Serienführung – in der DEL-Historie wurde schließlich noch nie ein 3:0 verspielt – aber auch die Eisbären nicht versprühen. „Wir wissen, dass wir auf einen verzweifelten Gegner treffen. Der vierte Sieg ist immer der schwerste, und Mannheim hat nichts mehr zu verlieren“, warnt Chefcoach Serge Aubin (dem der 15. Sieg in seiner 15. Playoff-Serie als Eisbären-Trainer winkt) ebenso vor Spiel 4 wie Allrounder Les Lancaster: „Wir wissen, dass wir noch nicht am Ziel sind. Wir müssen einen klaren Kopf behalten und mit dem richtigen Mindset ins Spiel gehen.“ Gelingt den Hauptstädtern dies und können sie sich wie in der bisherigen Finalserie auf ihre Mischung aus defensiver Robustheit, starken Torhüterleistungen von Jonas Stettmer und gnadenloser Effizienz vor dem gegnerischen Tor verlassen, dürfte dem Titel-Hattrick gleichwohl kaum noch etwas im Wege stehen.
Stefan Wasmer
Spiel 4, 30.04.2026
| 19:30 | Berlin | - | Mannheim | 1.75 | | | 4.30 | | | 3.75 |
(Stand: 29.04.2026, 18.05 Uhr)