Jakub Dobes führte die Montreal Canadiens zum Sieg in Spiel 7 bei den Tampa Bay Lightning. In dieser Szene musste der überragende Goalie allerdings nicht eingreifen.
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Vor vier Jahren, als die NHL für ihn noch ein ferner Ort gewesen war, schwärmte Jakub Dobes von Andrei Vasilevsky und bezeichnete den russischen Goalie als sein größtes Vorbild. Am Sonntag avancierte Dobes mit 28 Paraden zum Matchwinner für die Montreal Canadiens – gegen Vasilevsky und die Tampa Bay Lightning. Mit einem 2:1-Auswärtssieg in Spiel 7 zogen die Habs als letztes Team in die zweite Playoff-Runde ein – und das, obwohl sie über 60 Minuten nur neun Torschüsse abgegeben hatten. Im Mitteldrittel musste Vasilevsky keinen einzigen Schuss abwehren.
Die erfahrenen Lightning dominierten Spiel 7 von Beginn an. Vor allem die nominell vierte Sturmreihe mit Gage Goncalves, Dominic James und Oliver Bjorkstrand entfachte viel Wirbel, fand aber kein Vorbeikommen an Dobes. Das rächte sich kurz vor Ende des ersten Drittels, als Nick Suzuki im High Slot einen Schuss von Kaiden Guhle abfälschte. Vom rechten Bein von Bolts-Verteidiger Janis Moser prallte die Scheibe schließlich über die Linie. In der 34. Minute kam Tampa zum hochverdienten Ausgleich, als Dominic James in Überzahl unhaltbar für Dobes abfälschte. Der Schlussabschnitt verlief deutlich ausgeglichener. Montreals Siegtor ging auf das Konto von Alex Newhook, der eine von der Bande hinter dem Tor abgeprallte Scheibe aus spitzem Winkel an Vasilevsky vorbei ins Tor bugsierte und damit den Schlusspunkt unter eine dramatische Serie setzte. Alle sieben Partien endeten mit einem Tor Unterschied, vier davon wurden erst in der Verlängerung entschieden. In einer Serie mit einer Gesamtlänge von 445:22 Minuten gab es nur eine knapp sechsminütige Spanne, in der eine Mannschaft mit zwei Toren Abstand führte. Ausgeglichener geht es nicht. „Wir haben unser bestes Spiel in dieser Serie gezeigt, aber es gibt keine moralischen Siege“, sagte Tampas enttäuschter Trainer Jon Cooper.
Alex Newhook, hallelujah
— x - Canadiens Montréal (@CanadiensMTL) May 4, 2026
Victoire du Tricolore, hallelujah
Habs win, hallelujah
On passe au 2e tour, hallelujah
Onto the second round, hallelujah#GoHabsGo pic.twitter.com/WWXJyrE5Gj
Unterdessen starteten die Colorado Avalanche bereits in ihre Zweitrundenserie gegen die Minnesota Wild und behielten dabei spektakulär mit 9:6 die Oberhand. Es war das torreichste Playoff-Spiel seit dem 18. Mai 2022, als die Edmonton Oilers in Calgary mit 6:9 unterlagen. Die Avalanche starteten nach einwöchiger Pause furios in die Partie und legten mit drei Treffern binnen 2:01 Minuten im ersten Drittel eine 3:0-Führung vor. Die Wild pirschten sich aber noch vor der ersten Drittelpause auf 2:3 heran und gingen in der 37. Minute durch ein Unterzahltor von Marcus Foligno sogar mit 5:4 in Führung. Die Gastgeber meldeten sich jedoch eindrucksvoll zurück und setzten sich mit drei Toren nacheinander auf 7:5 ab. Mats Zuccarello verkürze für die Wild noch einmal, ehe Cale Makar sowie Nathan MacKinnon per Emptynetter für den Endstand sorgten. Mit zwei Toren im letzten Drittel sowie einem Assist ragte Makar bei den Avs heraus – und das, nachdem er im ersten Drittel nach einem Hit von Marcus Foligno lange in der Kabine behandelt werden musste. Im Duell der vielleicht besten Offensivverteidiger der Liga trumpfte aber auch Minnesotas Quinn Hughes mit einem Tor und zwei Assists stark auf.
Siegmund Dunker