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Mittwoch, 11. März 2020

DEL-Geschäftsführer äußert sich nach der Playoff-Absage ausführlich Gernot Tripcke: „Es ist ein immenser Schaden, der da entsteht. Wir benötigen wie alle anderen Branchen auch die Hilfe der Politik"

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke (52) äußerte sich am Mittwochvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz in Köln ausführlich zur Playoff-Absage und der daraus entstehenden Ausnahmesituation.
Foto: City-Press

Einen Tag nach der Absage der DEL- und DEL2-Playoffs 2020 aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat sich auch Gernot Tripcke am Mittwochvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz in Köln zu der entstandenen Ausnahmesituation geäußert. „Für uns ist das natürlich eine sehr bittere Zeit“, betonte der DEL-Geschäftsführer dabei. „Wir haben die Hauptrunden am Wochenende mit vollen Arenen und bester Stimmung beendet – schon wissend, dass das Coronavirus für Großveranstaltungen relevant werden wird. Wir haben dann in Verbindung mit der DFL, der Basketball-Bundesliga und der Handball-Bundesliga am Montag noch versucht zu retten, was zu retten ist und auch mit dem deutschen Städtetag gesprochen, aber es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass die Länder zu strikten Verboten greifen werden. So hat sich immer mehr konkretisiert, dass unser Saisonhöhepunkt nicht stattfinden kann“, skizzierte Tripcke die Entwicklungen der jüngsten Tage.

Tripcke wies darauf hin, dass die sportliche Integrität des Wettbewerbs nicht mehr gewährleistet war – und zwar unabhängig davon, ob eine Fortsetzung des Spielbetriebs ohne Zuschauer in den Stadion für sinnvoll oder nicht erachtet worden wäre. So sprach Tripcke die Möglichkeit eines Coronavirus-Falls bei einem der Playoff-Teilnehmer an: „Auf einmal eine Mannschaft aus dem Wettbewerb zu ziehen, wäre eine brutale Wettbewerbsverzerrung“, erklärte er. „Wir sind der Meinung, dass wir keinen geordneten Spielbetrieb mehr aufnehmen können in dieser Saison.“ Der Saison-Abbruch sei daher von allen Clubs beschlossen worden. „Gestern war die Entscheidung noch nicht einstimmig, aber heute wäre sie es“, berichtete Tripcke.

Doch welche Konsequenzen hat die Absage der Playoffs für die DEL und ihre Clubs? Klar ist, dass die wirtschaftlichen Folgen erheblich sind. So sagte Tripcke zwar, dass er den wirtschaftlichen Verlust noch nicht exakt beziffern könne, aber: „Es ist ein immenser Schaden, der da entsteht, auch für unsere Partner. Dieser wäre aber bei Geisterspielen auch entstanden.“ Zudem sei die Playoff-Absage auch auf der Suche nach einem neuen Liga-Hauptsponsor „selbstverständlich“ nicht hilfreich. Ob beispielsweise die Playoff-Prämien der Spieler trotz des Ausfalls ausgezahlt werden müssen, hänge indes von der Vertragsgestaltung der einzelnen Clubs ab. Klar ist jedoch: „Die Verträge kann niemand einseitig ändern.“

Tripcke hofft auf die Hilfe der Politik, um den entstehenden wirtschaftlichen Schaden auffangen zu können. „Wir haben erst einmal alles getan, um die Beteiligten zu schützen. Wie alle anderen Branchen benötigen wir nun aber auch die Hilfe der Politik. Wir haben unseren Teil beigetragen, indem wir unsere Veranstaltungen abgesagt haben. Nun ist der Staat in irgendeiner Weise gefragt. Wir hoffen, dass irgendein Paket auch uns hilft.“

Abseits aller wirtschaftlichen Aspekte diskutieren zahlreiche Fans auch intensiv die Frage, ob der EHC Red Bull München als Tabellenerster nach der Hauptrunde trotz der Playoff-Absage ein verdienter deutscher Meister 2020 wäre. Dieses Thema wurde laut Tripcke allerdings „ausgeklammert“. Ohnehin sei „statutentechnisch der Sieger der Playoffs deutscher Meister. Bevor die Diskussion überhaupt hätte beginnen können, hat München aber gesagt, dass sie auf keinen Fall auf diesem Wege deutscher Meister sein wollen. Das finde ich auch gut.“

In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, ob aufgrund des Coronavirus neben dem Eishockey in weiteren Sportarten kein deutscher Meister 2020 gekürt werden kann. „Ich hoffe, dass wir keinen Vorbildcharakter haben müssen. Wir haben uns vielleicht leichter getan, weil wir eine abgeschlossene Hauptrunde hinter uns haben. Die anderen Ligen müssen das für sich entscheiden“, sagte Tripcke hinsichtlich eines möglichen Abbruchs weiterer Ligen, stellte allerdings auch fest: „Die Kollegen vom Handball und vom Basketball stehen vor den gleichen Herausforderungen. Sie sind ebenfalls hauptsächlich zuschauerfinanziert.“

Und auch mit Blick auf die Eishockey-Weltmeisterschaft 2020, welche eigentlich im Mai in der Schweiz stattfinden soll, klang der DEL-Geschäftsführer am Mittwochvormittag nicht allzu optimistisch. So sei eine Verlegung in ein anderes Land seines Wissens „vom Tisch. Ich glaube, es wird in der Schweiz vielleicht später – oder gar nicht – gespielt“, so Tripcke.

Stefan Wasmer


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Kurznachrichtenticker

  • gerade eben
  • Mathias Eisenblätter wird dritter Gesellschafter bei den Westsachsen und ergänzt somit das Team um Jens Tützer und Ronny Bauer. „Ich engagiere mich bei den Eispiraten nicht aus einem fantypischen oder emotionalem Hintergrund. Für mich steht vorrangig die Standorterhaltung“, so Eisenblätter.
  • gestern
  • Die Starbulls Rosenheim haben den Vertrag mit Junioren-Nationalspieler Kevin Slezak (19) verlängert. Der Angreifer wurde kürzlich zum Rookie des Jahres in der Oberliga Süd gewählt und kam in der vorzeitig abgebrochenen Spielzeit 2019/20 in 33 Partien auf zwölf Tore sowie elf Vorlagen.
  • vor 2 Tagen
  • Angreifer Robert Kneisler erhält einen DEL2-Fördervertrag und wird somit weiterhin für die Bietigheim Steelers auf dem Eis stehen. Das 18-jährige Eigengewächs bestritt bis dato insgesamt 69 Zweitligapartien für die Steelers und verzeichnete dabei zwei Scorer-Punkte (ein Tor, ein Assist).
  • vor 3 Tagen
  • Florian Krumpe verteidigt auch in der kommenden Saison für die Starbulls Rosenheim (Oberliga Süd). In der Spielzeit 2019/20 bestritt das Rosenheimer Eigengewächs 41 Oberligaspiele für die Grün-Weißen (ein Tore, zehn Assists).
  • vor 4 Tagen
  • Die Hannover Indians haben zwei Abgänge bekannt gegeben. Wie die Niedersachsen mitteilten, werden Torhüter Philip Lehr und Angreifer Roman Pfennings (steht offenbar vor einem Wechsel zum Lokalrivalen Hannover Scorpions) zukünftig nicht mehr für den Nord-Oberligisten auf dem Eis stehen.

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