Moment der Entscheidung: Bremerhavens Kapitän Jan Urbas bezwingt ZSC-Keeper Simon Hrubec in der Overtime.
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Die Fischtown Pinguins Bremerhaven haben zum Start in die neue Saison der Champions Hockey League ein Ausrufezeichen gesetzt und bei Titelverteidiger ZSC Lions einen 3:2 (1:0, 0:2, 1:0, 1:0)-Sieg nach Verlängerung eingefahren. Die Entscheidung in der Overtime fiel dabei nach nur 63 Sekunden durch eine spektakuläre Sequenz. Nach einer spektakulären Parade von Bremerhavens Keeper Leon Hungerecker, der sein Pflichtspiel-Debüt im Tor der Norddeutschen gab, schickte Defender Ludwig Byström seinen Kapitän Jan Urbas mit einem langen Pass auf die Reise. Der Slowene schüttelte ZSC-Verteidiger Yannick Weber ab und machte gegen die Bewegungsrichtung von Hungereckers Gegenüber Simon Hrubec den unter dem Strich nicht unverdienten Gäste-Erfolg klar.
Wie Hungerecker zeigten auch die übrigen Bremerhavener Neuzugänge gute Leistungen – und mit Bennet Roßmy sorgte einer von ihnen 30 Sekunden vor der ersten Pause per Abstauber auch für das 1:0, nachdem das Team von Head Coach Alexander Sulzer im Laufe des Auftaktdrittels immer besser in die Partie gefunden hatte. Auch im zweiten Durchgang hatten die Fischtown Pinguins das Geschehen zunächst im Griff, ehe die Referees das zu diesem Zeitpunkt überraschende 1:1 durch Derek Grant (26.) trotz einer Kickbewegung anerkannten. In der Folge übernahmen die Zürcher Gastgeber das Zepter und gingen durch Deutschland-Schreck Sven Andrighetto per Direktabnahme im Powerplay erstmals in Führung (37.). Bremerhaven zeigte im dritten Abschnitt jedoch eine starke Reaktion auf den unglücklichen Spielverlauf, glich durch einen sehenswerten Abfälscher von Miha Verlic (53.) aus – und belohnte sich in der Verlängerung durch Urbas für die geschlossene Mannschaftsleistung.
Der Sieg des DEL-Vizemeisters von 2024 war indes nicht die einzige Überraschung am Freitag. So gewannen die Odense Bulldogs aus Dänemark ihr erstes CHL-Match überhaupt beim tschechischen Favoriten Mountfield Hradec Kralove mit 4:3 nach Penalty-Schießen – und das trotz eines 1:3-Rückstands bis zur 54. Spielminute, den Jonathan Brinkman Andersen mit zwei späten Treffern allerdings wettmachte. In den übrigen vier Freitagsbegegnungen gab es – nach sechs Auswärtssiegen in sechs Spielen am Donnerstag – vier Heimerfolge. Bereits am Samstag und Sonntag geht es in der Champions Hockey League mit dem zweiten von sechs Vorrundenspieltagen weiter, aus deutscher Perspektive sind dabei am Samstag zunächst der ERC Ingolstadt (18.30 Uhr gegen KalPa Kuopio) und die Eisbären Berlin (20.20 Uhr in Klagenfurt) im Einsatz. Beide Partien sind live bei Sporteurope.TV zu sehen.
Stefan Wasmer