Sowohl auf dem Eis als auch drumherum hatte das diesjährige DEL Winter Game einiges zu bieten.
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Das Highlight der vergangenen Eishockey-Woche in Deutschland war definitiv das DEL Winter Game im mit mehr als 32.000 Zuschauenden ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden. Von allen Seiten gab es Lob für fast alle Aspekte der Veranstaltung. So wurde sowohl von den Trainern als auch den Spielern die Qualität des Eises sehr gelobt. Zwar sei es aufgrund der Temperaturen für das Trainerteam an der Bande sehr kalt gewesen, das Eis sei dadurch aber „perfekt“ gewesen, so der Coach der Eisbären Berlin, Serge Aubin. Der Dresdner Stürmer Tomas Andres zog den Vergleich zu seinem Gastspiel im Rudolf-Harbig-Stadion mit den Lausitzer Füchsen vor sechs Jahren: „Da hat es ein bisschen geregnet und hatte sechs oder sieben Grad, das war nicht gut.“ Dieses Mal sei das Eis sehr natürlich gewesen, sodass es sich angefühlt habe wie „früher auf einem See zu skaten“.
Spielerisch war es vor allem für die Eisbären Berlin ein durchwachsener Abend. Rundum zufrieden zeigten sie sich nicht nach dem 3:2-Sieg in der Overtime. Die Erleichterung konnte man ihren Gesichtern trotzdem ansehen. „Es ist kein Geheimnis, dass wir noch nicht das Eishockey spielen, was wir wollen. Wir reden darüber, wir arbeiten dran. Und ich hoffe doch, dass es jetzt bald besser wird.“, resümierte Berlins Stürmer Freddy Tiffels nach dem Spiel. Bis zwei Minuten vor Schluss hatte Berlin noch hinten gelegen, Ty Ronning gelang dann der Ausgleich, der Berlin in die Overtime brachte. Diese konnte Liam Kirk nach nur 14 Sekunden für die Eisbären entscheiden – und der Sieg war das Berliner Hauptaugenmerk, wie Verteidiger Korbinian Geibel trotz der immer wieder hervorgehobenen Atmosphäre betonte: „Es hat super Spaß gemacht, aber in erster Linie wollten wir mit Punkten rausgehen. Von daher ist es schön, dass wir den Comeback-Sieg geholt haben.“ Für Berlin zählt im Moment jeder Punkt im Kampf um Tabellenplatz sechs. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass eine gänzliche Zufriedenheit über einen Overtime-Sieg gegen den Tabellenletzten nicht einsetzte.
Aber auch Dresden war leicht frustriert vom Ausgang des Spiels. Zweimal hatten sie geführt, zuletzt bis zwei Minuten vor Schluss. Und trotzdem gingen die Eislöwen mit nur einem Punkt aus der Partie. Alec McCrea, Verteidiger und Torschütze des 2:1, fasste es so zusammen: „Natürlich hat das Tor uns das Herz gebrochen.“ Es sei „diese Saison ein paar Mal passiert, dass wir fast gewonnen haben und es dann aus der Hand gegeben haben“. Und trotzdem sei es das „Spiel in meiner Karriere, bei dem ich am meisten Spaß hatte“ gewesen. Der Dresdner Frust, die Führung nicht über die 60 Minuten gebracht zu haben, ist verständlich, die lächelnden Gesichter auf Dresdner Seite zeigten aber, dass die Erfahrung abseits des Ergebnisses eine bereichernde war.
Abseits des Spiels wurde auch einiges geboten – ein Programm, das mal mehr, mal weniger Anklang bei den Fans fand. Gut aufgenommen wurde der Auftritt von Comedian Olaf Schubert in der ersten Drittelpause und auch das Feuerwerk nach dem Ende der Partie wurde als positiv empfunden. Der Musikact „Disco Dice“ hingegen rief das ein oder andere Stirnrunzeln hervor. Die Beats des DJ-Duos lösten bei vielen Fans keine Begeisterungsstürme aus, ebenso Opernsänger René Pape, der vor Spielbeginn die deutsche Nationalhymne sang und der und der Vergangenheit für queerfeindliche Aussagen kritisiert worden war. Aber auch wenn einzelne Showeinlagen weniger glückten als andere, schwärmten am Ende der Partie nicht nur die Trainer beider Mannschaften vom Erlebnis Winter Game, sondern auch Spieler und Fans.
Hanna Broghammer