Bobby Lynch und die Grizzlys Wolfsburg lieferten sich die torreichste Partie am Freitag (8:5 gegen Köln) und trugen so maßgeblich zu einem DEL-Rekord bei.
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Am abschließenden Hauptrundenspieltag der PENNY DEL geht es für einige Team noch um offene Entscheidungen. Für mehrere weitere Teams steht im Fokus, auf Playoff-Betriebstemperatur zu kommen. Gerade, was das Defensivspiel angeht. Denn am Freitag hatte es Tore nur so gehagelt. 66 Tore fielen! Großen Anteil daran hatten die Grizzlys Wolfsburg und Kölner Haie (8:5) und der EHC Red Bull München mit seinem 10:1-Erfolg über die Straubing Tigers. Münchens Trainer Oliver David sprach von einem „sehr, sehr ungewöhnlichen" Spiel. „Es war, um ehrlich zu sein, der perfekte Sturm."
Und das in mehreren Stadien! In der über 30-jährigen Ligageschichte sind in 26 Fällen schon mehr Treffer an einem Spieltag gefallen – allerdings war die Liga früher größer. Bei sieben Partien an einem Spieltag ist, wie auch MagentaSport berichtet, die Zahl 66 ein DEL-Rekord.
Eine höhere Torquote als die 9,42 pro Spiel von Freitag gab es aber durchaus und zwar in den wilden DEL-Anfangsjahren. Die Saison 1995/96 war gleich an mehreren Spieltagen sehr torreich: Am 31. Spieltag am 8. Dezember 1995 fielen in neun Spielen 83 Treffer – ein absoluter Rekord in der Torzahl eines Spieltags, nicht aber in der -quote. Für den 7. Januar 1996 hält die Statistik 77 Tore in acht Spielen fest – das ergibt eine Tor-pro-Spiel-Schnitt von 9,625. Allein beim Sieg der Düsseldorfer EG um Stars wie Bernd Truntschka, Pat Lebeau und Andreas Niederberger gegen die Füchse Weißwasser (13:4) ging 17 Mal das Torlicht an. Damit aber nach unserem Statistik-Archiv noch nicht genug...
Es geht noch wilder: In der ebenso mehrmals sehr torreichen Saison 1996/97 spielte die DEL eine Quali-Runde. An deren letztem Spieltag am 8. März 1997 fielen in fünf Partien sage und schreibe 57 Treffer – das ergibt einen Torschnitt von 11,4. Die Ratinger Löwen schlugen die Wedemark Scorpions beispielsweise 11:5, auch die anderen Spiele verliefen sehr torreich. Da senkte der 4:0-Sieg der DEG gegen die Nürnberg Ice Tigers den Schnitt bereits massiv und das, obwohl Nürnberg unter anderem Scorerlegende Martin Jiranek in seinen Reihen hatte. Sachen gibt’s...
Damit zu den Scoring-Stars von heute (siehe auch Info-Box): Ein Nürnberger steht mit Evan Barratt vor dem Griff zur Krone des Punktekönigs. Er liegt vor dem abschließenden Spieltag mit 64 Punkten an der Spitze der Scorerwertung. Riley Barber vom ERC Ingolstadt hat sich mit nun 62 Zählern herangeschoben. Barber könnte sich auch noch die Torjägerkrone holen, er liegt mit 31 Treffern noch einen hinter Berlins Liam Kirk zurück. Nürnberg (bei den Löwen Frankfurt) und Ingolstadt (bei den Iserlohn Roosters) treten am Sonntag bei Teams an, die danach in die Sommerpause gehen. Die Eisbären kämpfen noch um Rang sechs, am Sonntag sind sie gegen München gefordert.
Martin Wimösterer, Torsten Weiß