Nach starken Auftritten des Adler-Torhüters Maximilian Franzreb führt Mannheim in der Serie gegen den EHC Red Bull München mit 2:0.
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Die Anhänger des EHC Red Bull München hatten für ihre Choreographie vor dem zweiten Halbfinalspiel gegen die Adler Mannheim eine Anlehnung an das Kartenspiel Watten gewählt: „Trumpf oder Kritisch“ stand da zu lesen. „Wir haben in beiden Spielen wirklich gut gespielt, beide Mannschaften“, sollte Yasin Ehliz nach der zweiten Partie als Zwischenfazit ziehen. „Am Ende war es der eine Schuss in der Overtime – in Spiel eins und Spiel zwei wieder. Ja, frustrierend.“ Zumal Mannheim auf kuriose Weise (von Bande zurückschnalzende Scheibe geht von Torhüterausrüstung rein) siegte.
Für München leuchtet über der Lage in der Serie nun das Leuchtschild „kritisch", im generell bekannten Sinn des Wortes. Zwischen München und dem Finale steht nun eine Herkulesaufgabe. Denn erst einmal überhaupt gelang es einem DEL-Team, einen 0:2-Rückstand in einem Halbfinale noch zum Endspiel-Einzug zu drehen. 1994/95 war das, in der allerersten DEL-Saison: Der EV Landshut bog einen 0:2-Rückstand gegen die Krefeld Pinguine noch in einen 3:2-Gesamtsieg um. Zwei weitere Mannschaften glichen den 0:2-Rückstand aus, verloren dann aber im Entscheidungsspiel: die Frankfurt Lions 2004/05 und 2021/22 die Adler Mannheim.
Einschränkend sei hier aber gesagt, dass die Halbfinals in einem Großteil der Saisons in einer best-of-five-Serie ausgespielt wurden – aktuell aber sind vier Siege zum Weiterkommen nötig. Insofern steht München noch nicht völlig mit dem Rücken zur Wand. „Kopf aus, nix zu verlieren – Mannheim unter Druck setzen“, gab EHC-Stürmer Ehliz als Vorgabe aus. Die Schusserfolgsquote von 5,41 Prozent zeigt einerseits eine starke Leistung des Mannheimer Schlussmanns Maximilian Franzreb, andererseits Münchner Potenzial. Ehliz sagt: „Einfach weitermachen – irgendwann kommt das Glück.“
Die Kölner Haie dagegen haben ihre Serie gegen die Eisbären Berlin ausgeglichen – wegen einer Leistungssteigerung ab dem zweiten Drittel des zweiten Spiels. „Wir sind heute besser Schlittschuh gelaufen, wir haben heute besser die Zweikämpfe geführt und wir waren auch taktisch besser als im ersten Spiel“, befand Haie-Trainer Kari Jalonen nach dem 5:1-Erfolg gegen die Eisbären Berlin. Eine Rolle spielte auch die ausverkaufte, euphorische Lanxess Arena, die die Haie pushte.
Berlins Yannick Veilleux dagegen verlor gegen Ende der Partie die Nerven. Er leistete sich in der 57. Minute nach abgepfiffener Situation einen Crosscheck an Juhani Tyrväinen. Der Angreifer wurde deshalb für zwei Partien gesperrt.
Apropos Disziplin und ihre Folgen: Köln hat in sieben Unterzahlspielen gegen Berlin noch keinen Gegentreffer hinnehmen müssen. Die Eisbären, die in der Hauptrunde schon im Powerplay ihre Mühen hatten, können da in Spiel drei nachbessern und es zu einem Trumpf zur erneuten Serienführung machen.
Martin Wimösterer
| 14:00 | Berlin | - | Köln | 2.35 | | | 4.00 | | | 2.50 | ||||
| 16:30 | Mannheim | - | München | 2.25 | | | 4.00 | | | 2.65 |
(Stand: 11.04.2026, 13.55 Uhr)