Auch die Nürnberg Ice Tigers konnten die Kölner Haie (schwarze Trikots) trotz starker Leistung nicht stoppen.
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Die Kölner Haie sind neuer alleiniger Inhaber der DEL-Rekordsiegesserie. Nachdem die Domstädter am Freitag mit dem 15. Erfolg am Stück bereits die Bestmarke der Adler Mannheim aus der Saison 2001/02 eingestellt hatten, gelang am Sonntag mit einem 5:2 in der heimischen Arena gegen die Nürnberg Ice Tigers auch der 16. Streich. In einem ausgeglichenen Duell glichen starke Nürnberger zunächst zweimal aus, auf den Powerplay-Kracher von Valtteri Kemiläinen 20 Sekunden vor der zweiten Drittelpause hatten die Ice Tigers keine Antwort mehr, obwohl beide Teams im Schlussabschnitt immer wieder gute Chancen auf weitere Tore hatten. Diese fielen aber erst in Form von zwei Empty-Net-Goals der Haie, die sich in der entscheidenden Phase einmal mehr auf Keeper Janne Juvonen verlassen konnten. Durch den Dreier stellte die Mannschaft von Head Coach Kari Jalonen nicht nur den neuen Siegrekord auf, sie knackte auch im 43. Match bereits die 100-Punkte-Marke – eine weitere Bestmarke für den Spitzenreiter.
Und auch im Abendspiel des 43. Spieltages wurde DEL-Geschichte geschrieben. Denn: Beim Wolfsburger 4:2-Pflichtsieg gegen das abgeschlagene Schlusslicht Dresdner Eislöwen um Doppeltorschütze Austin Ortega setzte Grizzlys-Keeper Dustin Strahlmeier per Empty-Net-Goal aus der eigenen Zone den Schlusspunkt. Mit Jean-Marc Pelletier, Gustaf Wesslau und Arno Tiefensee waren zuvor zwar bereits drei DEL-Goalies Treffer gutgeschrieben worden, dabei hatte es sich jedoch stets um Eigentore gehandelt oder Situationen, in denen der Schlussmann lediglich zuletzt den Puck berührt hatte. Strahlmeier ist nun der erste Keeper, der in der DEL tatsächlich mit einem eigenen Schuss eingenetzt hat. Seine Wolfsburger vergrößerten den Vorsprung auf Platz elf durch den vierten Heimsieg in Serie auf beruhigende elf Punkte.
Mannheim hat am Sonntag den zweiten Platz in der PENNY DEL erfolgreich verteidigt. Die Adler setzten sich zu Hause in der Top-Partie des 43. Spieltags gegen den Dritten München mit 4:3 nach Penalty-Schießen durch. Dabei sah es im letzten Drittel so aus, als sollte der EHC Red Bull den 16. Sieg im 20. Spiel seit Ende November einfahren. Binnen nicht einmal sieben Minuten machten die Gäste aus einem 0:1 eine 3:1-Führung. Doch Mannheim nahm früh den Torhüter herunter und glich in der Endphase aus. Im Shootout verwandelten dann alle drei Adler ihre Penaltys.
Wichtige drei Punkte im Rennen um Platz sechs holte Bremerhaven in Augsburg. Nino Kinder erzielte 69 Sekunden vor Ende der 60 Minuten den 2:1-Siegtreffer für die Pinguins, die zuvor viermal in Folge verloren hatte. Julius Hudacek wehrte bei seinem ersten Einsatz seit dem 21. Dezember 16 Schüsse ab. Für die Panther war die elfte Niederlage in den vergangenen 13 Heimspielen ein Rückschlag im Rennen um ein Endrundenticket.
Eine späte Wende gab es auch in Iserlohn. Mit 1:2 lag Straubing im Schlussdrittel am Seilersee im Hintertreffen, um dann dreimal zu treffen und am Ende mit 4:2 die Oberhand zu behalten. Die Niederbayern beendeten damit eine Serie von drei Auswärtsspielen ohne Punkt, während sich die Roosters erst zum zweiten Mal in den vergangenen neun Partien vor eigenem Publikum geschlagen geben mussten.
Dank Toren eines Geburtstagskindes und eines Comebackers hat der ERC Ingolstadt zu einem 4:1-Heimsieg über die Schwenninger Wild Wings gefunden. Der ERC hatte gegen seinen Lieblingsgast zuerst mehr von der Partie und ging rasch in Front. Geburtstagskind Daniel Schmölz stellte kurz vor der ersten Pause auf 2:0. Schwenningen war allerdings mit einem Lattenschuss dem Ausgleich nahe gewesen. Die gut eingestellten Gäste kämpften sich nach einem ERC-Pfostenschuss in einem Powerplay verdient heran. Mit einem Doppelschlag zu Beginn des Schlussabschnitts aber zog der ERC davon, so traf u.a. Comebacker Samir Kharboutli.
Die Negativserie der Löwen Frankfurt ist nach sieben Niederlagen zu Ende gegangen. Gegen die Eisbären Berlin siegte Tom Pokels Mannschaft mit 4:1. Gerade auch, weil die Special Teams saßen und die Löwen insgesamt zwei Überzahltore erzielten. Dazu war Frankfurt zuerst eiskalt im Abschluss (drei Tore bei 14 Schüssen), Berlin insgesamt offensiver, aber zumeist zu zahm vor Cody Brenners Tor. Erst im Schlussabschnitt traf der Titelverteidiger erstmals. Liam Kirks Punktserie verlängerte sich so auf 13 Spiele. Heran kam Berlin in diesem Spiel aber selbst in langer doppelter Überzahl nicht mehr und verlor Rang sechs an Bremerhaven.
Torsten Weiß/Martin Wimösterer/Stefan Wasmer