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Donnerstag, 2. April 2026

Zum Urteil des Disziplinarausschusses Kommentar: Die DEL hat mit Wagners Sperre eine neue Messlatte gesetzt – an der muss sie sich nun auch messen lassen

Nach dem Check mit Verletzungsfolge und Hitzigkeiten ließen die Teams aus Ingolstadt und München die verbleibende Spielzeit herunterlaufen.
Foto: JT-Presse.de

Zur Sperre der PENNY DEL für Fabio Wagner ein Kommentar von Redakteur Martin Wimösterer, der findet: Die PENNY DEL hat mit der Sperre eine neue Messlatte gesetzt. Daran muss sie sich nun messen lassen. Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder.

Der DEL-Disziplinarausschuss hat am Mittwochabend Fabio Wagner vom EHC Red Bull München gesperrt. Er muss 14 Spiele und in jedem Fall bis zum Ende dieser Playoffs zusehen. Es könnte damit theoretisch die längste Sperre in der Ligageschichte werden. Den unpopulären Rekord hält Martin Reichel, der 2005 nach einer Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter 15 Spiele zusehen musste.

Es war korrekt, gegen Wagner eine lange Sperre auszusprechen. Dabei durfte es auch keine Rolle spielen, dass Wagner ein verdienter DEL-Spieler ist, der auch bei der Nationalmannschaft ein Leistungsträger ist und zu WM-Silber 2023 beitrug. Es sollte einzig um das Foul gehen. Wagner hatte im vierten Viertelfinalspiel beim ERC Ingolstadt einen Check gegen den Kopf- und Nackenbereich gefahren, bei dem sich Gegenspieler Edwin Tropmann verletzte.

Wegen der Vehemenz des Checks, der Verletzungsfolge und dem Verdacht, dass hier gegen Spielende ein Zeichen gesetzt werden sollte, hatte man ein härteres Urteil als in anderen Fällen mit Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich auch erwartet. Dennoch hat der finale Spruch dann in seiner Härte doch überrascht.

Nicht falsch verstehen: Scharfe Sperren seitens der DEL-Gremiums sind grundsätzlich durchaus zu befürworten. Schon allein wegen der Spielergesundheit. Dazu kommt: Die Liga respektive ihre Clubs hadern einerseits mit steigenden Abgaben an die Berufsgenossenschaft. Andererseits hat sie, sagen Kritiker aus dieser Ecke, wenig getan, um Kopfchecks zu mindern und verweisen auf das milde Strafmaß in vielen Fällen. Kopfverletzungen sind – und das ist im Sportartvergleich nur im deutschen Eishockey so – unter den Puckjägern die am häufigsten verletzte Körperregion. Das ist im VBG Sportreport 2025 nachzulesen. Die durchschnittliche VBG-Leistung pro erlittener Verletzung fällt im Eishockey höher aus als im Fußball, Basketball und Handball.

Die DEL hat insofern mit Wagners Sperre die Messlatte für Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich neu gesetzt. Daran muss sie sich nun auch messen lassen. Ob die Liga die Konsequenz zeigt, muss sich erst zeigen. Denn in derselben Pressemitteilung wird auch das Urteil gegen Jeremy McKenna verkündet. Der Stürmer hatte sich ebenfalls eines Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich schuldig gemacht. Er erhielt zwei Spiele Sperre. Das war wieder der alte Standard, wie er auch bei Morgan Ellis' Check mit Verletzungsfolge für Ryan Murphy zuvor in der Serie Anwendung gefunden hatte: ein Spiel Sperre. Und bei aller Unterschiede der Aktionen, etwa in Sachen Tempo: Die Diskrepanz der Strafmaße ist enorm. Es bleibt der Eindruck, dass die Liga – die ansonsten auch nicht mit Pressemitteilungen Sperren vermeldet – sich im Fall Wagner unter dem Druck der öffentlichen Empörung veranlasst sah, ein Signal zu setzen.

Diskussionen gab es unter den Fans auch, ob nicht auch weitere Spieler der Münchner in dem eskalierten Spiel hätten gesperrt werden müssen. Gerade das Beispiel Dillon Heatherington wird hier immer wieder genannt – er habe grundlos auf Ingolstadts Ellis, der den Kampf nicht annahm, eingeprügelt. Ellis hatte aber vorausgehend, da war die Partie wegen einer anderen Hitzigkeit bereits unterbrochen, einen Schlagschuss aufs Münchner Tor losgelassen. Insofern kann man eine Reaktion aus dem Spiel heraus vertreten.


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Notizen

  • vor 22 Stunden
  • Der langjährige DEL-Verteidiger Dylan Yeo beendet seine Karriere. Sein letzter Club, die Dragons de Rouen (Frankreich), gaben dies in Folge ihres Halbfinal-Aus bekannt. Der 39-jährige Yeo hatte für die Straubing Tigers, die Iserlohn Roosters und die Schwenninger Wild Wings gespielt.
  • gestern
  • Die Stuttgart Rebels aus der Oberliga Süd haben bestätigt, dass Angreifer Reagan Poncelet wie geplant sein zweites Vertragsjahr auf der Waldau antreten wird. 2025/26 kam der 27-jährige Kanadier auf drei Tore und acht Assists in 27 Partien.
  • vor 2 Tagen
  • NHL am Mittwoch: Dank fünf Punkten von Connor McDavid (drei Tore, zwei Assists) siegten die Edmonton Oilers mit 5:2 in San Jose. Josh Samanski stand für Edmonton rund elf Minuten auf dem Eis, Leon Draisaitl fehlte weiter verletzt. Außerdem: New York Rangers - Buffalo 3:5, Toronto - Washington 0:4.
  • vor 7 Tagen
  • NHL in der Nacht: Die St. Louis Blues rücken immer näher an die Wild-Card-Plätze heran. Nach dem 6:2-Sieg (3:2, 2:0, 1:0) bei den Anaheim Ducks liegen sie nur nur drei Zähler zurück. Die Philadelphia Flyers landeten ebenso einen Auswärtssieg: Sie gewannen 4:1 bei den N.Y. Islanders (2:0, 1:1, 1:0).
  • vor 8 Tagen
  • Tim Lutz (25) hat seinen Vertrag bei den Eispiraten Crimmitschau (DEL2) um ein Jahr verlängert. Der Angreifer konnte in der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt lediglich in der Endphase vier Matches bestreiten und verzeichnete dabei einen Assist.
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