Dustin Strahlmeier schrieb am 43. Spieltag der PENNY DEL Geschichte, indem er das erste direkt von einem Goalie geschossene Tor erzielte.
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Es ist eine Szene für die Geschichtsbücher der Deutschen Eishockey Liga: Eine Minute vor dem Ende der Partie gegen die Dresdner Eislöwen landet die Scheibe bei Dustin Strahlmeier. Und der Wolfsburger Goalie zögert nicht lange, schießt sie hoch Richtung gegnerisches Tor – und trifft zum 4:2-Endstand ins leere Tor. Der 33-Jährige ist damit erst der vierte Torwart in der Historie der Liga, dem ein Treffer gutgeschrieben wird. Er ist aber der erste, der es auch direkt erzielt hat.
Zuvor hatten sich die Torhüter Jean-Marc Pelletier (2007/für Hamburg), Gustaf Wesslau (2016/Köln) und Arno Tiefensee (2024/für Mannheim) bereits als Torschützen verewigt, immer hatte die gegnerische Mannschaft den Keeper gezogen. „Ich hatte ein bisschen Platz, und ich dachte mir, ich versuche es mal. Mehr als ein Icing wäre dabei nicht herausgekommen“, sagte „Strahlie“ ganz pragmatisch nach dem Tor, das ihm einen Platz in den Annalen der Liga bescheren wird. „Ich bin schon lange im Geschäft, aber das habe ich auch noch nie erlebt“, sagte Trainer Mike Stewart, der sich wie alle Grizzlys mit dem Goalie freute. „Er hat die Scheibe perfekt erwischt. Das Tempo war gut. Es war die Kirsche obendrauf auf eine gute Mannschaftsleistung.“
Während der Grizzlys-Goalie mit einem dicken Grinsen im Gesicht schon Richtung Spielerbank fuhr und die Kollegen, um die Kollegen abzuklatschen, musste er eigentlich noch kurz um seinen Treffer zittern. Denn die Schiedsrichter fuhren noch mal zum Videobeweis raus. Nachdem der Torwart seinen Schuss abgegeben hatte, rauschte ein Dresdner in seinen Kasten, verschob das Tor. Doch das machte nichts. Es zählte.
Den Puck „schenkte“ ihm schließlich noch der Linienrichter. Der bekommt natürlich einen Ehrenplatz zu Hause. Wichtiger für den Mann des Abends: Dass seine Familie, Freundin Jaqueline und sein im November zur Welt gekommener Sohn diesen Abend in der Halle miterlebten.
Es ist für den Keeper das Tüpfelchen auf dem i in einer unfassbar starken Zeit. Seit Mitte Dezember ist Strahlmeier in herausragender Verfassung, sicherte seiner Mannschaft zahlreiche Punkte. Seine große Hoffnung war die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Doch auch die Nichtnominierung – so schwer sie auch zu verdauen gewesen sein musste – brachte den Torwart, der am Donnerstag beim 1:2 in Mannheim sein 450. DEL-Spiel absolviert hatte, nicht aus der Spur.
Daniel Hotop