Premiere: Wolfsburgs Julius Ramoser nach seinem ersten Tor in der PENNY DEL.
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Die Top-Teams besiegten die Mannschaften im Kampf um die erste Playoffrunde – das ist in guten Stücken die Zusammenfassung des 39. Spieltags. Die Kölner Haie (zwölfter Sieg in Folge), die Adler Mannheim, der EHC Red Bull München und der ERC Ingolstadt feierten jeweils drei Punkte. Aus der Spitzengruppe unterlagen nur die kurz aufgestellten Straubing Tigers – bei den Schwenninger Wild Wings, die „big points“ um die Top-Ten-Plätze einfuhren.
Das gelang auch den Grizzlys Wolfsburg. Nach sechs Spielen ohne einen Drei-Punkte-Erfolg haben die Grizzlys am Sonntag erstmals wieder die Maximalausbeute eingefahren. Auf eigenem Eis setzten sich die Niedersachsen gegen die Löwen Frankfurt mit 5:2 durch. Für das Kellerkind war es die vierte Schlappe nacheinander und die 13 in den vergangenen 16 Spielen. Wolfsburg verteidigte mit dem Erfolg den achten Tabellenplatz. Jacob Hayhurst und Robert Lynch trafen jeweils einmal und bereiteten einen Treffer für die Grizzlys vor, die mit einem Doppelschlag binnen 18 Sekunden im Schlussdrittel sich entscheidend absetzten konnten. Zudem gab es gleich zwei Premieren: Julius Ramoser erzielte seinen ersten DEL-Treffer und Leo Hafenrichter verbuchte mit zwei Assists seine ersten Scorer-Punkte im Oberhaus.
Die Siegesserie der Kölner Haie hält weiter an. Den zwölften Erfolg am Stück landete Kari Jalonens Mannschaft durch ein 3:1 bei den Augsburger Panthern. Augsburg, das die ersten beiden Saisonvergleiche mit Köln gewonnen hatte, machte es den Haien lange schwer und ging in Front. Erst gegen Ende des ersten Drittels drückten die Haie. Das Powerplay machte im Mittelabschnitt den Unterschied: Augsburg spielte zwei Überzahlspiele gut, traf aber nur den Pfosten. Köln nutzte dagegen seins – und erhöhte per Emptynetter in der Vorschlussminute schließlich wie verdient zum Endstand. Köln bleibt Spitzenreiter, Augsburg muss für die Playoffs Punkte gutmachen.
Wie eng die Partie zwischen den Nürnberg Ice Tigers und dem ERC Ingolstadt (1:4) eigentlich war, zeigte sich bei Ingolstadts drittem und vorentscheidenden Tor: Per Schlittschuh – ohne Kickbewegung – traf Peter Abbandonato, die Schiedsrichter gaben den Treffer nach längerem Videostudium (58.). Davor hatte lange Nürnberg das Spiel bestimmt und sich Chancen erspielt, einmal klingelte der Pfosten. Stattdessen traf – durch die Hosenträger – der ERC zum 0:1. Die Gäste kamen erst im Mittelabschnitt besser auf und legten das zweite Tor nach. Nürnberg gab sich nicht auf, verkürzte nach einem Bully zu Beginn des dritten Drittels und hatte Chancen auf den Ausgleich. Dann fiel das kuriose dritte ERC-Tor, ehe noch ein Emptynetter folgte. Playoff-Anwärter Nürnberg steckt gerade in einer Ergebniskrise, der ERC kommt wieder besser ins Punkten.
Die Fischtown Pinguins Bremerhaven hatten kurz nach einem 0:2-Rückstand eine Hand am siebten Sieg in Folge – doch die Adler Mannheim behielten letztlich die Oberhand (4:3). Dies auch dank dem konzentrierten ersten Abschnitt, aus dem die Adler mit 2:0 herausgingen. Doch die Pinguins fanden im Mittelabschnitt zu Tempo, gewannen die Zweikämpfe und glichen binnen 47 Sekunden aus – nicht unverdient. Im Schlussabschnitt brachte Doppeltorschütze Jan Urbas die Gäste gar erstmals in Führung. Doch Mannheim drehte mit Speed-Angriffen die Partie unter verbissenen Anstrengungen noch mal zurück und bleibt auf Rang zwei.
Der EHC Red Bull München hat einen am Ende deutlichen Start-Ziel-Sieg über die Iserlohn Roosters (6:0) gelandet. Oliver Davids Team zog nach einem Sonntagsschuss des Hattrick-Torschützen Jeremy McKenna zur Führung rasch auf 2:0 davon. Daniel Fischbuch hatte kurz vor der Pause den Anschlusstreffer auf dem Schläger, scheiterte – ansonsten agierte München insgesamt souverän und legte immer weiter nach. Der EHC hat sich in der Spitzengruppe etabliert. Das zuletzt formstarke Iserlohn muss weiter Boden gutmachen, um in den Playoffkampf einzugreifen.
Ein Doppelpack Alexander Karachuns hat die Schwenninger Wild Wings zum 4:2-Heimsieg über die Straubing Tigers geführt. In der zu Beginn intensiven Partie setzen die Gäste mit ihren drei Sturmreihen zuerst auf Nadelstiche, Schwenningen aber spielte gegen das Top-Team insgesamt clever. Dies ohne Sebastian Uvira, der sich früh im Spiel in einem Zweikampf verletzte. In zwei von drei Fällen hatten die Tigers schnelle Antworten auf Schwenninger Treffer. Dem einen anderen Tor liefen sie aber nach, probierten viel, bissen sich an Schwenningens Defensive die Zähne aus. Zehn Minuten vor Ende waren die Wild Wings dann der Vorentscheidung in mehreren Situationen näher. Sie kam dann in Form eines Emptynetters. Schwenningen rückt vor auf den neunten Tabellenrang.
Torsten Weiß, Martin Wimösterer