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Samstag, 13. Juni 2020

32. Ordentliche DEB-Mitgliederversammlung DEB ist weiter konsolidiert und hofft auf nächste Heim-WM 2027 oder 2028 – „derzeit nicht erreichbare Hürden“ für Staatshilfen

DEB-Präsident Franz Reindl am 12. März bei der letzten offiziellen DEB-Pressekonferenz in München. Die Mitgliederversammlung fand nun über eine Videokonferenz statt.

Foto: Bauer

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat sich sechs Jahre nach der Satzungsänderung und der Neuwahl des aktiven Präsidiums zu Franz Reindl, Daniel Hopp, Berthold Wipfler und Marc Hindelang weiter konsolidiert. „Die Reform hat gegriffen“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl am Samstag bei der erstmals und wegen der Corona-Krise virtuell durchgeführten Mitgliederversammlung, auf der das Präsidium entlastet wurde, aber keine Neuwahlen stattfanden.

Diese Krise und deren Ausmaß könne jedoch noch nicht abgeschätzt werden. Reindl sieht mögliche Unterstützungen von Seiten der Politik derzeit wenig optimistisch entgegen. Das aktuell von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Konjunkturpaket mit Überbrückungshilfen beinhaltet „derzeit nicht erreichbare Hürden“. Im Verbund Teamsport Deutschland bemühe man sich jedoch weiterhin. „Die Krise wird den Eishockeysport erst richtig erfassen, wenn ein Spielbetrieb nicht mit Zuschauern gestartet werden kann. Hilfen müssen zeitnah und effektiv ankommen.“

Die bis 2014 katastrophale Finanzlage hat sich weiter verbessert. Bereits bei der letzten Mitgliederversammlung 2018 in Freising hatte Wipfler davon gesprochen. „Die Finanzen des DEB sind geordnet und konsolidiert. Rücklagen aus der WM 2017 konnten wie angekündigt gebildet werden“, fuhr Reindl fort. DEB-Vizepräsident Wipfler, der die Finanzen verantwortet, sprach von der „Aktion Eichhörnchen“. Die aktuellen Rücklagen müssten bis zur Austragung der nächsten Weltmeisterschaft reichen. Er prognostiziert aktuell einen Verlust von 200.000 bis 300.000 Euro pro Jahr. „Wir gehen aber davon aus, dass wir 2020 mindestens eine schwarze Null erreichen, möglicherweise einen kleinen Überschuss.“ Das habe mit vielen Absagen und eventuell noch kommenden Absagen aufgrund der Corona-Krise zu tun. Kosten kämen dann aber 2021 mehr auf den DEB zu. Aufgrund der unsicheren Lage lasse sich auch kein exakter Budgetplan aufstellen.

Reindl erklärte erneut, dass das aktuell noch für zwei Jahre gewählte Präsidium bis 2022 eine erneute Bewerbung für eine Weltmeisterschaft einreichen werde. Frühestmögliches Datum für eine WM in Deutschland ist das Jahr 2026, bis dahin sind alle Turniere vergeben. Reindl hofft auf eine Zusage für 2027 oder 2028. „Auch neue Märkte wie Norwegen, Kasachstan oder Großbritannien zeigen mittlerweile Interesse.“ Rund zehn Jahre nach der letzten WM in Köln (zusammen mit Paris) sei es dann „wieder Zeit, eine WM in Deutschland zu haben.“ Dies deckte sich mit Wipflers Ausführungen, der die rund zwei Millionen Euro Einnahmen aus 2017 bis dahin verplant sieht. Der DEB könne so für zehn Jahre gesichert werden.

Reindl vermied es, eine Kandidatur für das IIHF-Präsidentenamt zu erwähnen. Die Council-Wahlen des IIHF sind um ein Jahr verschoben, deshalb bleibt auch der amtierende, aber scheidende Präsident René Fasel weiter im Amt. „Deshalb ist auch meine offizielle Kandidatur, für welche Position auch immer, noch nicht erfolgt.“

Unterdessen erklärte Vizepräsident Daniel Hopp, dass er keine Ambitionen auf die Nachfolge Reindls hege. „Ich besitze bei den Adlern und in der Arena bereits zwei Fulltime-Jobs“, sagte er in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Von daher glaube ich nicht, dass sich die Häufung der Aufgaben mit der Verantwortung verträgt, die dieses Amt mit sich bringt.“

Michael Bauer


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Notizen

  • vor einer Stunde
  • Die deutsche Nationalmannschaft hat bei den Paralympics auch das letzte Gruppenspiel verloren. Gegen Italien gab es am Dienstag ein 1:2. Die Auswahl erzielte dabei ihr erstes Tor seit den Spielen 2006. Weiter geht es am Donnerstag mit dem ersten Platzierungsspiel um Platz fünf.
  • vor 8 Stunden
  • Mit Mark Waldhausen (36) verlässt die Erding Gladiators. Seit 2019 stand der Deutsch-Kanadier im Team. In der vergangenen Saison kam er in 52 Spielen auf zwei Tore und elf Vorlagen. Er soll noch einen „gebührenden Abschied“ erhalten, heißt es von Seiten des Clubs.
  • vor 8 Stunden
  • Im ersten Playoff-Spiel gegen die Lindau Islanders zog sich Klavs Planics von den Füchsen Duisburg, der erst kürzlich sein Comeback gefeiert hatte, nach einem Zweikampf an der Bande eine schwere Verletzung zu. Für ihn ist die Saison damit vorzeitig beendet.
  • gestern
  • Mit 18 Stichen ist Linus Wernerson Libäck nach seiner foulbedingten Verletzung beim Spiel in Bad Tölz genäht worden. Es gehe ihm den Umständen entsprechend so weit gut, teilen die Hammer Eisbären mit. Der Stürmer muss sich nach der Rückkehr nach Hamm weiteren Untersuchungen unterziehen.
  • vor 3 Tagen
  • Jake Ustorf, Stürmer der Nürnberg Ice Tigers, fällt bis Saisonende aus. Grund ist eine Handverletzung.
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