Zwei Torhüter gegen ihre Ex-Clubs: Am Freitag kommt es zum dritten Duell zwischen Bad Nauheims Jerry Kuhn (links) und Kassels Philipp Maurer.
Foto: Jan-Malte Diekmann
Bad Nauheims Trainer Peter Russell hatte nach der 1:5-Niederlage in Krefeld am Dienstag für einen kleinen Aufreger gesorgt. Der Schotte blieb der Pressekonferenz fern – dafür entschuldigte er sich am Mittwoch öffentlich. Dass die Nerven beim Head Coach der Roten Teufel potenziell blank liegen, hängt wohl auch mit der aktuellen Form zusammen. Bad Nauheim (12.) holte aus den letzten fünf Spielen nur zwei Punkte, blieb bis zu Simon Gnyps Ehrentreffer in den Schlusssekunden in der Seidenstadt fast über zwei Partien ohne eigenes Tor. Und einfacher wird es nicht: Vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Tabellennachbar Freiburg am Sonntag reisen die Wetterauer noch zu den Kassel Huskies. Die Hessen-Derby-Bilanz spricht in dieser Saison klar für den Tabellenzweiten: zwei Spiele, sechs Punkte, 12:6 Tore.
Zwei ewige Rivalen treffen am Freitag auch in Rosenheim aufeinander, wenn die Starbulls den EV Landshut zum dritten Oberbayern-Niederbayern-Vergleich empfangen. Bislang bezwangen die Starbulls den EVL zweimal mit 4:3; einmal nach Verlängerung und einmal durch die späten Heldentaten von Top-Verteidiger Shane Hanna. Gut möglich, dass der kanadische Antreiber (neun Tore, 17 Vorlagen, +18) erneut zu einem entscheidenden Faktor des Prestigeduells wird. „Er arbeitet jeden Tag so hart. Es freut mich sehr, dass er so gut spielt, weil ich weiß, wie viel Aufwand er reinsteckt. Er ist der beste Verteidiger der Liga“, meint Starbulls-Goalie Oskar Autio zu seinem Teamkollegen. Nicht zu vergessen, dass die Begegnung auch aufgrund der Tabellensituation – Rosenheim (56 Punkte) ist Dritter, Landshut (51) ist Vierter – eine enorme Brisanz verspricht.
Generell gilt weiterhin, dass man minutenlang auf das DEL2-Klassement starren kann, ohne dabei wirklich schlau zu werden. Crimmitschau (5./47 Zähler) und Düsseldorf (10./43) trennen nur vier (!) Punkte. Dahinter darf man auch Weiden (39), Bad Nauheim (36) und Freiburg (34) im Playoff-Kampf noch nicht abschreiben. Nur Schlusslicht Kaufbeuren (24) ist etwas abgeschlagen, kämpft zudem mit zahlreichen Ausfällen. Die ersten Chancen auf Punkte im Jahr 2026 gibt es für die Allgäuer gegen Crimmitschau und in Weiden. Die Devise von Interimstrainer Andrew Donaldson: „Zusammenhalt. Familie zuerst. Angesichts unserer aktuellen Situation mit vielen Verletzten und der großen Anzahl an U21-Spielern im Lineup müssen wir Spiele eben 2:1 oder 3:2 gewinnen. Wir müssen mehr als andere Teams arbeiten, jeden Abend großen Einsatz bringen und in allen drei Zonen sehr strukturiert sein.“
Die Gunst der Stunde nutzten ligaweit zuletzt zwei junge Spieler. Der 18-jährige Nikita Knaus erzielte in seinen ersten acht Spielen für Weißwasser zwei Tore, darunter ein sehenswerter Penalty in Weiden. Der Stürmer spricht im aktuellen Interview positiv über die Integration der jungen Cracks bei den Füchsen: „Wir wurden prima aufgenommen und ich habe versucht, mich optimal anzupassen. Dazu wurde uns die Angst genommen, auch mal Fehler zu machen. Sind Fehler passiert, wurde uns in Ruhe erklärt, wie man es hätte besser machen können. Ich habe einfach mein Bestes gegeben und hoffe, dass es für mich so gut weitergeht.“ Ravensburgs Torhüter Nico Wiens (20) knüpfte an sein unverhofftes Debüt-Shutout in Bad Nauheim mit einem 3:2-Erfolg gegen Düsseldorf an. „Dadurch, dass ich für Selb ein paar gute Spiele in der Oberliga hinter mir hatte, war einfach das Selbstvertrauen da“, erklärte der Förderlizenzkeeper in unserer aktuellen Print-Ausgabe.
Tim Heß