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Mittwoch, 11. März 2020

Statement der Liga „Wegen der extremen wirtschaftlichen Risiken kam eine Durchführung der Spiele ohne Zuschauer nicht in Frage" – René Rudorisch

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch.
Foto: City-Press

Mit einem Statement zur Absage der Playoffs und Playdowns hat sich DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch am Mittwochvormittag via Facebook-Live zu Wort gemeldet. Darin deckte er die drei unterschiedlichen Varianten auf, die zwischen den zwölf verbliebenen Endrunden-Teilnehmern und der Liga am Dienstag diskutiert wurden. Diese waren: Ein Spielbetrieb unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ein Spielbetrieb mit beschränkter Zuschauerzulassung oder eine Einstellung des kompletten Spielbetriebs. Die Debatte war nach den Entwicklungen der letzten Tage nötig geworden, wie Rudorisch bestätigte: „Die Lage hat sich über das letzte Wochenende hinweg deutlich verschärft. Der Virus wird auch vor den Standorten der DEL2 nicht halt machen. Die Verschärfung der Situation in den letzten Tagen wird sich fortsetzen. Die Situation wird nicht so zeitnah vorübergehen, dass wir die Chance gesehen haben, den Spielbetrieb lediglich auszusetzen und dann später fortzusetzen.“

Dazu kamen ausgehend von Bayern die Verbote in diversen Bundesländern, Veranstaltungen mit über 1.000 Zuschauern auszutragen. „Auch an den Standorten Ravensburg und Freiburg gab es klare Anzeichen, dass Heimspiele mit über 1.000 Zuschauern nicht stattfinden können“, so Rudorisch. Dazu lagen vier der zwölf DEL2-Endrunden-Teilnehmer in Bayern: Kaufbeuren, Bad Tölz, Landshut und Bayreuth. „Mindestens sechs von zwölf Standorten in der Endrunde waren somit Stand Dienstag betroffen. Damit war es unmöglich, die Saison geordnet zu Ende zu spielen“, fasst Rudorisch zusammen.

Ein Spielbetrieb mit eingeschränkter Zuschauerzulassung war keine Alternative, weil eine faire „Auswahl schlicht nicht möglich“ sei, wer zu den Heimspielen ins Stadion gelassen werden soll. Auch ein Spielbetrieb gänzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit war kein gangbarer Weg. „Wegen der extremen wirtschaftlichen Risiken kam eine Durchführung der Spiele ohne Zuschauer nicht in Frage“, erklärt Rudorisch den Grund hierfür. Auch für die Fans wäre das nicht sinnvoll gewesen, so Rudorisch: „Das Wesentliche ist es, den Sport live in den Stadien zu sehen. Das konnten wir den Fans und auch den Pressevertretern nicht mehr ermöglichen.“

So kam es letztlich zu Variante drei, den Spielbetrieb komplett einzustellen. „Diese durchaus drastische Entscheidung war aus unserer Sicht unumgänglich. Wir bedauern diese Entscheidung extrem“, fasst Rudorisch zusammen. Die Liga habe den Entschluss „auch zum Schutze der Angestellten in den Clubs, der Fans und der Pressevertreter“ getroffen. „Wir können nur versuchen, die Virus-Ausbreitung gemeinsam zu verhindern beziehungsweise einzudämmen.“

Auch der Verdachtsfall im Umfeld der Lausitzer Füchse, der am Dienstagmorgen bekannt wurde, bestärkte die DEL2 und ihre Clubs in der Entscheidung zur Einstellung des Spielbetriebs. „Was wäre gewesen, wenn eine an der Endrunde teilnehmende Mannschaft bzw. deren Umfeld direkt betroffen sind?“, stellt der DEL2-Geschäftsführer die entscheidende Frage. Ein ganzes Team für zwei Wochen unter Quarantäne hätte möglichen Playoffs ohnehin schnell ein Ende gesetzt.

Schwierig war die Entscheidung dennoch, weil die einzelnen Bundesländer noch nicht geschlossen Vorgaben gemacht hatten. „Es war aufgrund der regionalen Unterschiede besonders schwer für uns, diese Entscheidung  zu treffen“, bestätigte Rudorisch. „Wir haben auch heute noch sehr unterschiedliche Umsetzungsvarianten bezüglich der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus.“

Auch auf die wirtschaftlichen Probleme, die die Absage der Playoffs nach sich zieht, ging Rudorisch kurz ein:  „Für die Clubs ist das natürlich eine wirtschaftlich schwierige Entscheidung. Ich bitte die Fans und die Sponsoren, den Clubs entsprechend Zeit zu geben, sich auf die neue Situation einzustellen.“ Kommen alle Clubs gut über den Sommer, wird es 2020/21 mit dem gleichen Teilnehmerfeld wie 2019/20 in die DEL2-Saison gehen. Hoffentlich dann pünktlich im September. „Wir haben momentan eine Extremsituation, mindestens bis Mitte April“, so Rudorisch dazu. „Für den Start der Saisonvorbereitung Ende Juli/Anfang August sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt kein Problem.“

Sebastian Groß


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Notizen

  • vor 3 Stunden
  • Die Chicago Blackhawks (NHL) haben General Manager Kyle Davidson mit einem Mehrjahresvertrag ausgestattet. Er ist seit 2022 im Amt. Der Club hat seither nie die Playoffs erreicht.
  • vor 2 Tagen
  • Der DEB beschreitet mit dem Jahrgang 2011 neue Wege in der Nachwuchsarbeit. Erstmals tritt eine U15-Perspektivmannschaft in einem internationalen Turnier an. Vom 15. bis 19. April 2026 messen sich die deutschen Nachwuchsspieler in Salzburg (Österreich) mit vier weiteren Teams.
  • vor 3 Tagen
  • Santeri Haarala, zweitbester Punktesammler des Nord-Oberligisten TecArt Black Dragons Erfurt, geht in den kommenden Monaten für die Newcastle Northstars in Australien auf Torejagd. Die Saison in Down Under startet am 17. April und endet am 30. August 2026.
  • vor 3 Tagen
  • Der EC Peiting kann weiter auf einen seiner wichtigsten Angreifer zählen: Thomas Heger verlängert seinen Vertrag beim Süd-Oberligisten für die kommende Spielzeit. Der 28-Jährige sammelte für Peiting 2025/26 in 55 Einsätzen 55 Punkte und erzielte insgesamt 29 Tore.
  • vor 5 Tagen
  • Der langjährige DEL-Verteidiger Dylan Yeo beendet seine Karriere. Sein letzter Club, die Dragons de Rouen (Frankreich), gaben dies in Folge ihres Halbfinal-Aus bekannt. Der 39-jährige Yeo hatte für die Straubing Tigers, die Iserlohn Roosters und die Schwenninger Wild Wings gespielt.
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