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Freitag, 5. Mai 2023

Schockierende Nachricht: Ehemaliger NHL-Profi und Angreifer für Wolfsburg und Krefeld: Petr Klima gestorben

Petr Klima während des Alumni Showdowns zwischen Detroit und Toronto im Dezember 2013.
Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Das tschechische Eishockey trauert um Petr Klima. Der ehemalige Nationalspieler der Tschechoslowakei und langjährige Crack der NHL ist am Donnerstag im Alter von nur 58 Jahren verstorben. Die näheren Gründe für seinen Tod sind bisher nicht bekannt, angeblich unterlag der einstige Stanley-Cup-Gewinner einem Krebsleiden. Die schockierende Nachricht über Klimas unerwartetes Ableben verbreitete sich am Donnerstagnachmittag, im Sozialen Netz wurde es von mehreren Seiten bestätigt. Vor dem Auftaktspiel der Czech Hockey Games in Brünn zwischen Tschechien und Finnland gedachten die Aktiven und die Zuschauer dem ehemals herausragenden Stürmer mit einer Schweigeminute.

Seine ersten Eishockeyschritte vollzog Klima in seiner Geburtsstadt Chomutov sowie im nahegelegenen Litvinov, wo er mit 17 Jahren sein Debüt in der Ersten Tschechoslowakischen Liga gab. Nachdem er kurze Zeit später zum Wehrdienst eingezogen wurde, gewann er mit dem Armeesportklub Dukla Jihlava bereits zwei Meistertitel (1984, 1985). Zusammen mit Petr Rosol und Vladimir Kames bildete er eine legendäre Angriffsreihe, die zur damaligen Zeit mit dem besten europäischen Trio Larionov-Makarov-Krutov von ZSKA Moskau verglichen wurde. Eine Verletzung von Klima verhinderte, dass die Dukla-Reihe im Mai 1985 auch komplett bei der Heim-WM in Prag auflief, bei der die Tschechoslowakei den Titel holte.

Noch im selben Jahr emigrierte Klima nach Nordamerika, wo er insgesamt 13 Saisons in der NHL spielte. Besonders in Detroit, Edmonton und Tampa erarbeitete sich der Tscheche einen guten Ruf, zudem spielte er für Los Angeles und Pittsburgh. In der weltbesten Liga bestritt Klima 786 Begegnungen, in denen er 573 Punkte (313 Tore, 260 Assists) erzielte. In der Saison 1989/90 gewann er mit den Edmonton Oilers den Stanley Cup. Petr Klima bestach mit seinem Torinstinkt, in der NHL-Hauptrunde übertraf er sechsmal die Marke von 30 Toren.

Aufgrund seiner Emigration hatte Klima nur eine sehr kurze Karriere in der Nationalmannschaft, für die er fünf Spiele beim Canada Cup 1984 absolvierte. Mit dem U20-Team der Tschechoslowakei holte er 1983 WM-Silber und 1984 WM-Bronze. In seiner erfolgreichen Laufbahn zog Petr Klima zweimal auch den Dress einer deutschen Mannschaft über. In der Saison 1994/95 bestritt er während des NHL-Loackouts für den EHC Wolfsburg zwölf Zweitliga-Spiele, in denen er sage und schreibe 38 Scorer-Punkte markierte, darunter 27 Tore! 1997/98 stand er in 38 DEL-Partien für die Krefeld Pinguine auf dem Eis, in denen er sieben Tore und zwölf Vorlagen markierte.

Seine aktive Karriere beendete „Kozel“ (der Geißbock), wie ihn seine Mitspieler nannten, im Jahr 2003 in Litvinov. Zum letzten Mal auf dem Eis in Aktion war Klima im Februar dieses Jahres, als er bei einem Einladungsspiel anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des tschechischen Olympiasieges von 1998 mitwirkte. Nach seiner Rückkehr aus Nordamerika hatte Klima mehrere Jahre lang eine führende Rolle beim nordböhmischen Eishockeyverein in Kadan inne, und zwar als Eigner, Trainer und General Manager. Wegen finanzieller Probleme konnte der damalige Zweitligaclub allerdings die Saison 2021/22 nicht beenden.

Petr Klimas Zwillingssöhne, die 1997 in Tampa geboren wurden, spielen aktuell in der tschechischen Extraliga. Kevin stand noch vor einer Woche mit Hradec Kralove im Playoff-Finale, das die Ostböhmen mit 2:4 gegen Trinec verloren. Bruder Kelly wurde während der Saison von Hradec nach Mlada Boleslav ausgeliehen, in der nächsten Saison wird er jedoch für die Bili Tygri aus Liberec auflaufen.

Lothar Martin


Notizen

  • vor 14 Stunden
  • Marco Sturm ist mit seinen Ontario Reign aus den Playoffs in der AHL ausgeschieden. Sein Team verlor auch Spiel 3 der Best-of-five-Serie (Finale Pacific Division) gegen gegen die Coachella Valley Firebirds, diesmal mit 2:3.
  • vor 3 Tagen
  • Gergely Majoross, zuletzt in der DEL2 bei den Ravensburg Towerstars als Cheftrainer an der Bande, ist neuer Head Coach der ungarischen Nationalmannschaft. Majoross wurde in Ravensburg nach einer Saison (Aus im Viertelfinale) entlassen und durch Bo Subr ersetzt.
  • vor 5 Tagen
  • Frank Gentges bleibt Cheftrainer der Ratinger Ice Aliens in der Regionalliga West. In den ersten beiden Spielzeiten unter ihm als Chef an der Bande wurden die Ice Aliens zweimal Hauptrunden-Sieger und standen in beiden Jahren im Playoff-Endspiel. 2024 wurde Ratingen Meister.
  • vor 5 Tagen
  • Rangers-Kapitän Jacob Trouba hat den Mark Messier NHL Leadership Award erhalten. Dieser geht an den Spieler mit den größten Führungsqualitäten für eine Mannschaft, auf und abseits des Eises. Mit der Auszeichnung wird auch sein Einsatz für die Rangers-Community gewürdigt.
  • vor 10 Tagen
  • Red Bull Salzburg hat am Freitagvormittag bestätigt, dass U20-Nationalspieler Philipp Sinn, der 2022/23 bereits zwei DEL-Spiele für München absolviert hat, in Salzburg bleibt. Er absolvierte 49 Spiele für den österreichischen Meister (zehn Punkte) und spielte auch neunmal für die Hockey Juniors.
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