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Mittwoch, 4. März 2020

Im Kampf um Platz zehn Nach Dibelka-Penalty in Dresden: DEL2 bestätigt Fehlentscheidung der Schiedsrichter trotz Videobeweis

Die Spieler der Dresdner Eislöwen feiern den Einzug in die Pre-Playoffs nach dem 3:2-Sieg im Penalty-Schießen gegen Bad Tölz.
Foto: imago images / Hentschel

Die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) hat am Mittwochnachmittag ein Statement zum nicht anerkannten Penalty-Treffer von Lubor Dibelka beim Shootout zwischen den Dresdner Eislöwen und den Tölzer Löwen am Sonntagabend veröffentlicht. Hintergrund: Sowohl auf dem Eis als auch nach Ansicht der Videobilder verweigerte das Schiedsrichtergespann Tony Engelmann/Nicole Hertrich dem Versuch von Lubor Dibelka die Anerkennung. Dass der Puck die Linie überquert hatte, stand spätestens nach Ansicht der Videobilder auch für die Referees außer Frage. Doch sahen die beiden Hauptschiedsrichter dort auch einen vermeintlichen – nicht erlaubten – zweiten Schussversuch von Dibelka.

Der vermeintlich erfolgreiche Versuch wäre die Führung für Bad Tölz im Penalty-Schießen gewesen. Am Ende traf einzig Eislöwe Petr Pohl und sicherte so den Hausherren den Sieg – und den Einzug in die Pre-Playoffs! Während für die Tölzer Löwen ein weiterer Punkt in der Abschlusstabelle ohne große Bedeutung gewesen wäre, fieberten die Lausitzer Füchse aus der Ferne nach dem 3:0-Heimsieg über Landshut mit den Löwen aus Bayern mit. Ein Sieg der Tölzer im Shootout hätte Weißwasser statt Dresden in die 1. Playoff- Runde gebracht. Nach dem Erfolg der Eislöwen müssen die Füchse nun in die Playdowns.

Die DEL2 hat nun die Fehlentscheidung der beiden Schiedsrichter – trotz Ansicht der Videobilder – bestätigt: „Es wurde eine umfangreiche interne Auswertung durchgeführt. Die Schiedsrichter haben in ihrer Wahrnehmung vor dem Tor einen ersten Schussversuch wahrgenommen, der scheiterte. Ein dann erfolgter zweiter Versuch wäre gemäß dem Regelwerk nicht erlaubt gewesen. Bedauerlicherweise handelte es sich bei der Tatsachenentscheidung um eine Fehlentscheidung, welche in den letzten beiden Tagen intensiv ausgewertet wurde. Der Penalty wurde korrekt ausgeführt.“ Dibelka war kurz vor Dresdens Goalie Riku Helenius die Scheibe etwas versprungen, was die Referees als ersten Schussversuch werteten. Ein falsche Auffassung der Situation, wie die Liga nun bestätigt. Die Tölzer Führung im Shootout wäre regelkonform gewesen. Die Tatsachenentscheidung der Schiedsrichter während der Partie gegen den Penalty-Treffer hat jedoch Bestand, womit alle Beteiligten und Betroffenen nun leben müssen. Ob Dibelkas Treffer letztendlich etwas am Ausgang des Shootouts geändert hätte, steht in den Sternen.

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch zu den möglichen Konsequenzen des unglücklichen Vorfalls am letzten Spieltag: „Fehler passieren. Und für die beiden Schiedsrichter ist es im Moment am allerschwersten, die Verantwortung für ihre getroffene Entscheidung und deren Konsequenzen zu tragen.“ Ob die Leiter der Partie Dresden gegen Bad Tölz im weiteren Saisonverlauf eingesetzt werden, liegt in den Händen des Schiedsrichterausschusses. Rudorisch meint dazu: „Ich denke, man lernt am ehesten auf dem Eis im Einsatz aus seinen Fehlern.“

Dirk Rohrbach, Geschäftsführer der Lausitzer Füchse, sagte zu der Situation gegenüber der Lausitzer Rundschau: „Die Entscheidung der Schiedsrichter ist auch mit etwas Abstand schwer nachzuvollziehen, weil sie ja nach Betrachtung des Videobeweises gefallen ist. Trotzdem, Fehler passieren, das ist menschlich. Deshalb will ich die Schiedsrichter auch nicht an den Pranger stellen. Was ich in so einer Situation aber von den Schiedsrichtern erwarte: Dass man auf die Betroffenen zugeht und zu seiner Fehlentscheidung steht. Ich wünsche mir da einfach eine bessere Kommunikation, ein faires Miteinander.“

Sebastian Groß


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Notizen

  • gestern
  • Julius Ramoser muss zum Auftakt der ersten Playoffrunde zusehen. Der DEL-Disziplinarausschuss sperrte den Stürmer der Grizzlys Wolfsburg wegen eines Kniechecks zu Hauptrundenabschluss in Augsburg für ein Spiel. Dazu wird ihm eine Geldstrafe nicht genannter Höhe auferlegt.
  • vor 3 Tagen
  • Die deutsche Auswahl hat bei einem Paralympics-Comeback Platz sechs belegt. Im Spiel um Platz fünf unterlag das Team am Samstag gegen Italien trotz zweimaliger Führung mit 2:5. Drei Tore der Gastgeber im Schlussdrittel brachten die Entscheidung. Bernhard Hering erzielte beide deutschen Treffer.
  • vor 4 Tagen
  • NHL in der Nacht auf Samstag: Die Edmonton Oilers unterlagen bei den St. Louis Blues nach 2:0-Führung (eine Vorlage von Leon Draisaitl) mit 2:3 nach Verlängerung. Die New York Islanders unterlagen den Los Angeles Kings mit 2:3.
  • vor 5 Tagen
  • Die Rostock Piranhas haben den Vertrag mit ihrem bereits seit Anfang Februar beurlaubten Ex-Coach Lenny Soccio (58) nun „im gegenseitigen Einvernehmen" aufgelöst. Der deutsche Ex-Nationalstürmer hatte den Nord-Oberligisten mehr als drei Jahre lang trainiert.
  • vor 5 Tagen
  • Tom Geischeimer von den Hammer Eisbären wurde für sechs Spiele gesperrt und erhält zudem eine Geldstrafe. Geischeimer hatte im ersten Playoff-Spiel der Eisbären gegen die Tölzer Löwen am vergangenen Sonntag seinen Gegenspieler mit einem harten Check gegen den Kopf- und Nackenbereich getroffen.
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