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Freitag, 27. März 2026

DEL2-Endrunden am Freitag Kassel verliert nach 2:0-Führung, Ravensburg und Regensburg siegen dramatisch – Weiden legt in Playdowns vor

Die Kassel Huskies um Darren Mieszkowski bissen sich an Füchse-Torwart Anthony Morrone immer wieder die Zähne aus. Auch in dieser Szene ließ er keinen Abpraller zu.
Foto: Jan-Malte Diekmann

Das D in DEL2 steht für Dramatik. Alle vier Partien am Freitagabend endeten mit einem Tor Unterschied, zweimal fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung. Die Kassel Huskies verpassten den vorzeitigen Halbfinaleinzug und verloren nach einer 2:0-Führung noch mit 2:3 nach Verlängerung gegen die Lausitzer Füchse. Die Eisbären Regensburg eroberten mit einem 6:5-Sieg bei den Starbulls Rosenheim die 3:2-Serienführung. In der Serie zwischen den Ravensburg Towerstars und den Bietigheim Steelers ging es bereits zum vierten Mal in die Overtime. Am Ende setzten sich die Towerstars mit 4:3 durch und sicherten sich damit den dritten Sieg. In der zweiten Playdown-Runde bezwangen die Blue Devils Weiden im ersten Duell den ESV Kaufbeuren mit 3:2 und benötigen nur noch zwei Siege zum Klassenerhalt.  

Nach 28 Hauptrundentreffern schlitterte Tristan Keck zu Beginn der Playoffs in eine Krise. In den ersten vier Spielen dieser Serie blieb der Torjäger der Kassel Huskies ohne Punkt. Keck brauchte dringend ein Erfolgserlebnis – und er sollte es bekommen. Nach perfektem Zuspiel von Mitchell Hoelscher musste der 30-Jährige im Slot nur noch einschieben und brachte die Huskies Mitte des ersten Drittels in Führung. Als Yannik Valenti im Mitteldrittel auf 2:0 erhöhte, hatten die Gastgeber den Halbfinaleinzug bereits dicht vor Augen. Doch die Füchse zeigten Moral und glichen noch vor der zweiten Drittelpause aus. Zunächst traf Lennard Nieleck per Abstauber in Überzahl, dann überwand Abwehrhüne Eric Hjorth kurz nach Ablauf einer weiteren Kasseler Strafe den unglücklichen Huskies-Goalie Philipp Maurer, der die Scheibe unter seiner Fanghand hinudurchgleiten ließ. Im letzten Drittel dominierten die Nordhessen, scheiterten jedoch wiederholt am starken Füchse-Goalie Anthony Morrone. Kurz vor dem Ende der ersten Verlängerung schoss Hunter Garlent am leeren Tor vorbei. Dieser Fauxpas sollte sich rächen, denn zu Beginn der zweiten Verlängerung erzielte Lane Scheidl nach einem Zwei-auf-eins-Konter in Unterzahl das Siegtor für die Füchse.    

In der Serie zwischen den Starbulls Rosenheim und den Eisbären Regensburg entpuppte sich der vermeintliche Heimvorteil bislang konsequent als Nachteil. Auch in Spiel fünf bestätigte sich dieses Narrativ. Schon nach viereinhalb Minuten führten die Gäste aus Regensburg mit 2:0. Zunächst bestrafte Nikola Gajovsky einen Rosenheimer Fehlpass im Spielaufbau mit einem wuchtigen Handgelenkschuss unters Tordach, ehe nur 49 Sekunden später Corey Trivino nach einem Konter im hohen Slot abzog und Starbulls-Goalie Christopher Kolarz alt aussehen ließ. Rosenheim wirkte zunächst durchaus beeindruckt, meldete sich aber noch im ersten Drittel zurück. Ein verdeckter Schuss von Lewis Zerter-Gossage schlug im Winkel ein. Fortan bestimmten die Gastgeber die Partie und glichen noch vor der ersten Pause durch einen Knaller von Shane Hanna verdientermaßen aus. Für den kanadischen Offensivverteidiger war es bereits der dritte Treffer in den Playoffs. Auch im Mitteldrittel suchten beide Teams ihr Heil in der Offensive. Zerter-Gossage brachte die Starbulls erstmals in Führung, doch die Regensburger antworteten prompt. Mit dem ersten Regensburger Torschuss im zweiten Abschnitt traf Donat Peter nach starker Einzelaktion nur 16 Sekunden später zum 3:3. Und auch der zweite Schuss der Gäste aufs Tor schlug hinter Kolarz ein. Bryce Kindopp fälschte einen Schuss von Sean Giles ab – 4:3. Doch wieder schlug Rosenheim zurück. Fünf Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels verwertete Lukas Laub einen Abpraller. Auch im letzten Abschnitt gab es kaum einen Moment zum Durchatmen. Jeremy Bracco traf mit einem ansatzlosen Handgelenkschuss zur erneuten Regensburger Führung in den Knick, ehe Teemu Pulkkinen den Hammer auspackte und auf 5:5 stellte. Das letzte Wort hatte jedoch Regensburgs Goldhelm Kindopp, der in doppelter Überzahl zum 6:5-Endstand traf.     

Die Spiele im Stenogramm (4 Einträge)

 

 

Für die Ravensburg Towerstars kam es im Heimspiel gegen die Bietigheim Steelers gleich in der Anfangsphase knüppeldick. Zunächst wurde Denis Pfaffengut nach einem Check gegen den Kopf von Steelers-Stürmer Brett Kemp vorzeitig zum Duschen geschickt. Im folgenden fünfminütigen Powerplay der Gäste traf Tyler McNeely bereits nach 15 Sekunden nach scharfem Pass von Cole Fonstad zum 1:0. Knapp drei Minuten später legte der routinierte Stürmer nach, diesmal verwertete er im Slot ein Zuspiel von Jack Dugan. Bietigheim zeigte die bessere Spielanlage, schenkte den Gastgebern dann jedoch den Anschlusstreffer. Mick Hochreither vertändelte die Scheibe an der blauen Linie, Odeen Tufto ging dazwischen und ließ bei seinem Alleingang Bietigheims Torhüter Florian Mnich keine Abwehrchance. Die Steelers ließen danach gute Chancen zum 3:1 ungenutzt und wurden dafür eine Sekunde vor Ende des zweiten Drittels bitter bestraft, als Ravensburgs Robbie Czarnik Mnich auf der Fanghandseite überwand. Mit einem individuellen Fehler begünstigten die Steelers auch die erstmalige Führung der Gastgeber nach 22 Sekunden im Schlussabschnitt. Nach einem Bietigheimer Scheibenverlust hinter dem Tor schlug Mark Rassell im Slot eiskalt zu. Die Gäste fingen sich allerdings wieder und erzwangen nach brillanter Vorarbeit von Fonstad den Ausgleich durch Mike Fischer. Zum vierten Mal in dieser Serie musste die Entscheidung somit in der Verlängerung fallen, zum dritten Mal hatte Ravensburg das bessere Ende für sich. Youngster Ryan Odude zog in der fünften Minute der Overtime von der blauen Linie ab und traf über die Schulter von Mnich. Bietigheims Filip Reisnecker hatte die Scheibe noch abgefälscht.       

In der zweiten Playdown-Runde feierten die Blue Devils Weiden den ersten von drei benötigten Siegen. Nachdem sie in der Anfangsphase zwei Unterzahlsituationen unbeschadet überstanden hatten, rissen die Oberpfälzer das Spiel an sich und verzeichneten ein klares Chancenplus. Tyler Ward im Powerplay und Neal Samanski nach einem lehrbuchmäßigen Konter sorgten für eine verdiente 2:0-Führung nach dem ersten Drittel. Die Kaufbeurer, die in den ersten 20 Minuten zu passiv agiert hatten, kamen deutlich verbessert aus der Kabine, kassierten aber schnell den nächsten Nackenschlag, als erneut Samanski auf 3:0 erhöhte. Kurz vor Ende des zweiten Drittels belohnte Tyson McLellan die Kaufbeurer Bemühungen mit dem 1:3 und brachte die Hoffnung zurück. Als Jonny Tychonick mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie auf 2:3 verkürzte, wurde es noch einmal spannend. Weiden verteidigte in der Schlussphase jedoch geschickt und rettete den Sieg über die Zeit.    

Siegmund Dunker


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Notizen

  • gestern
  • Die PENNY DEL hat die Anfangszeiten für die möglichen Spiele 5 und 6 im Viertelfinale festgelegt. Am 2. April würde ab 19.30 Uhr gespielt. Am 4. April würde so gestartet: 14 Uhr Ingolstadt - München, 15 Uhr Köln - Schwenningen, 16.30 Uhr Berlin - Straubing, 19 Uhr Bremerhaven - Mannheim.
  • gestern
  • Die Erding Gladiators und Stürmer Marc Schmidpeter gehen zur kommenden Saison getrennte Wege. Der 31-Jährige kam in der vergangenen Saison auf 18 Tore und 20 Vorlagen in 42 Spielen.
  • vor 2 Tagen
  • Don Granato trainiert die US-Männer bei der bevorstehenden A-Weltmeisterschaft in der Schweiz (15. bis 31. Mai). Der 58-Jährige folgt auf Ryan Warsofsky (San Jose Sharks), der die USA 2025 zu WM-Gold geführt hatte. Granatos bis dato letzte Station als Chef waren die Buffalo Sabres von 2021 bis 2024.
  • vor 2 Tagen
  • Die Lausitzer Füchse, die im DEL2-Viertelfinale gegen Kassel beim Stand von 1:3 eine Niederlage vom Aus entfernt sind, können in den laufenden Playoffs nicht mehr auf Alexis D'Aoust (29) zurückgreifen. Der kanadische Stürmer zog sich in Spiel 4 bei einem Bandencheck eine Oberkörperverletzung zu.
  • vor 4 Tagen
  • Im einzigen NHL-Spiel am Montag gewannen die Ottawa Senators mit 2:1 bei den New York Rangers. Rangers-Stürmer Mika Zibanejad (32) absolvierte dabei sein 1.000. Hauptrundenspiel.
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