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Samstag, 25. April 2020

Karriereende mit 37 Jahren "Es war keine einfache Entscheidung, es war mein absoluter Traumjob" – Richie Mueller über das Ende seiner aktiven Laufbahn

Mit Richie Mueller (links) verlässt einer der schnellsten DEL2-Profis die Bühne – hier beim Jubel mit Verteidiger Stephan Tramm.
Foto: Diekmann

Nach 16 Profijahren mit 1.093 Spielen und 626 Toren ist für Richard "Richie" Mueller definitiv Schluss. Der 37-Jährige verbuchte 2019/20 für die Kassel Huskies in der DEL2 noch einmal 13 Treffer und 17 Vorlagen in 37 Partien und landete am Ende der Hauptrunde mit den Nordhessen auf Tabellenplatz zwei. Die Chance auf seinen zweiten DEL2-Titel wurde dem flinken Routinier aufgrund des Saisonabbruchs genommen. Nun blickt Mueller im Interview der Kassel Huskies zurück auf seine Karriere und erklärt das Ende seiner aktiven Laufbahn.

Herr Mueller, wie kam es zu ihrem Karriereende?
Richie Mueller: "Es war sicherlich keine einfache Entscheidung für mich. Es war nicht so, dass ich eines Morgens aufwachte und wusste, es ist Zeit aufzuhören. Es war einfach ein Gefühl über die letzten Monate hinweg. Ich werde bald 38 Jahre alt und muss mir auch Gedanken über ein neues Kapitel in meinem Leben machen. Und da habe ich eine gute Möglichkeit, hier in Kassel zu bleiben und hier auch zu arbeiten. Als diese Chance kam, begann ich mich intensiver mit meiner Zukunft auseinanderzusetzen, um die beste Entscheidung für mich und meine Familie zu treffen. Und ich denke die beste Entscheidung ist, mit dem Eishockey aufzuhören und dieses neue Kapitel meines Lebens zu beginnen."

Stimmt es, dass Sie in ihrer Jugend ein ausgezeichneter Leichtathlet waren und in ihrer Heimat British Columbia sogar einige Rekorde aufgestellt haben?
Mueller: "Ja, das stimmt. Bis zur neunten Klasse war ich Leichtathlet, bis das Eishockey dann alles übernommen hat. Als ich jünger war, habe ich viele verschiedene Sportarten ausgeübt, wie zum Beispiel Tennis, Leichtathletik und eben Eishockey. In Eishockey und Leichtathletik war ich aber immer am besten. Ich machte immer die Sprintdisziplinen, also 100 Meter, 200 Meter und 400 Meter – und ich hielt die British-Columbia-Rekorde in 100 und 200 Meter. Ob diese aber noch bestand haben, weiß ich nicht."

Kommt daher euch ihre Schnelligkeit auf dem Eis?
Mueller: "Ich denke schon. Das alles hängt schon zusammen. Ich habe bereits in jungen Jahren an meiner Schlittschuhtechnik gearbeitet. Auf dem Eis habe ich auch mit einem Eiskunstlauftrainer zusammengearbeitet, der mir die richtige Technik der schnellen Schritte gezeigt hat, was mir sehr geholfen hat. Und auch so habe ich immer an meiner Explosivität gearbeitet. Da ich so ein kleiner Spieler bin, kann ich meinen Körper nicht so gut einsetzen. So war es das Beste, immer schneller zu werden."

16 Jahre haben Sie für insgesamt zehn verschiedene Vereine in Deutschland gespielt. Was schätzen Sie am deutschen Eishockey?
Mueller: "Das Beste am deutschen Eishockey ist die Geschwindigkeit, da die Eisfläche im Vergleich zu Nordamerika ja größer ist. Dennoch ist es auch sehr physisch. Aber durch die größere Eisfläche ist es einfach schneller und man hat mehr Platz. Wenn man ein schneller Spieler ist, dann hat man schon einen Vorteil in Deutschland und Europa. Und natürlich ist auch die Stimmung in den Arenen einfach unbeschreiblich."

Was werden Sie am meisten vermissen?
Mueller: "Die Sache, die ich wohl am meisten vermissen werde, ist es einfach jeden Tag in die Eishalle zu kommen und in der Kabine mit den Jungs Zeit zu verbringen. Du kommst zur Arbeit und kannst Zeit mit deinen 20 engsten Freunden verbringen. Man hat einfach Spaß, arbeitet hart zusammen auf dem Eis und kämpft zusammen. Man wird zu einer Familie. Durch die langen Busfahrten und die vielen Stunden, die man miteinander verbringt, entwickelt man eine starke Bindung. Da gibt es nichts Vergleichbares. Es war mein absoluter Traumjob."

Haben Sie bereits Pläne für die Zeit nach ihrer Karriere als Eishockeyprofi?
Mueller: "Für meine Zukunft habe ich schon einen festen Plan. Ich werde mit der Agentur Müller aus Kassel, eine Agentur spezialisiert auf den Vertrieb von Kinowerbung und die Akquise von Sportsponsorship, zusammenarbeiten. Dort werde ich in den Bereichen Networking und Sponsoring für Sportmannschaften, vor allem für Eishockeyteams, arbeiten. Ich kann ihnen mit dem Eishockey helfen und sie mir mit dem Sponsoring. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe."

Interview: Jason Schade (Kassel Huskies)

Das komplette Interview finden Sie hier.


Kurznachrichtenticker

  • vor 14 Stunden
  • Der Herner Eissportverein aus der Oberliga Nord hat mit dem EV Duisburg (Regionalliga West) einen weiteren Kooperationspartner gefunden. Die langjährigen Rivalen gehen in der Saison 2020/21 eine Partnerschaft ein. Die HEV-Stürmer Noah Bruns und Maximilian Herz erhalten eine Förderlizenz für den EVD.
  • vor 15 Stunden
  • Torhüter Nico Henseleit und Verteidiger Robin Maly verlassen die Höchstadt Alligators (Oberliga Süd) mit unbekanntem Ziel.
  • gestern
  • Steven Stamkos (30) kann im laufenden Stanley-Cup-Finale gegen die Dallas Stars nicht mehr in das Geschehen eingreifen. Der Kapitän der Tampa Bay Lightning hatte sein Comeback nach einer Unterkörperverletzung in Spiel 3 der Serie nach nicht einmal drei Minuten Eiszeit abbrechen müssen.
  • gestern
  • Chris Stewart hat seine Karriere nach insgesamt 707 NHL-Einsätzen (333 Scorer-Punkte) im Alter von erst 32 Jahren beendet. Der Flügelstürmer, der zuletzt bei den Philadelphia Flyers unter Vertrag stand, hatte während des Lockouts 2012/13 in 15 Zweitligapartien für Crimmitschau 20 Punkte verzeichnet.
  • vor 2 Tagen
  • Der EV Füssen musste in seinem dritten Testspiel seine erste Niederlage einstecken. Der Süd-Oberligist unterlag dem Bayernligaaufsteiger VfE Ulm/Neu-Ulm trotz einer Aufholjagd im Schlussdrittel mit 4:6 (0:3, 0:1, 4:2).
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