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Samstag, 7. März 2020

Coronavirus bereitet dem HCB Sorgen Zirkuseishockey und existenzgefährdender Erfolg: Turbulente EBEL-Viertelfinalserie zwischen Bozen und Znojmo – auf wie neben dem Eis

Vor dem 3:1-Erfolg in Spiel eins der EBEL-Viertelfinalserie gegen die Orli Znojmo sorgten die Fans des HC Bozen am Mittwoch noch für eine stimmungsvolle Kulisse. Nun müssen die Südtiroler ihre Heimpartien jedoch aufgrund des Coronavirus vorerst unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten.
Foto: imago images/Eibner Europa

„Das war kein Eishockeyspiel, das war Zirkus!“ Greg Ireland, Head Coach des HC Bozen, war nach der zweiten Partie der Serie gegen die Orli Znojmo bedient. Zwar gewann sein defensivstarkes Team am Freitagabend nach dem 3:1-Erfolg in Spiel eins auch diese Ansetzung des Viertelfinales in der multinationalen Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), doch wie es dazu gekommen war, störte ihn vehement.

Was war passiert? Bozen führte in Znojmo im Mittelabschnitt mit 2:0, da nahmen die Hitzigkeiten zu (was die Gastgeber mit „fehlendem Fingerspitzengefühl“ des Schiedsrichtergespanns Ofner/Pearce begründeten). Zahlreiche Strafen und eine Hinausstellung gegen Antonin Boruta (Znojmo) wegen Unsportlichkeit brachten nur zeitweise Ruhe in die Partie, ehe der nörgelnde Orli-Trainer Miroslav Frycer auf die Tribüne verbannt wurde. Von dort hagelte es wenig später Gegenstände aufs Eis – nächste Unterbrechung. Nach der Schlusssirene beim Endstand von 4:0 für die Besucher kam es nach einem zu späten Schuss eines Bozners zu Keilereien auf dem Eis.

Summa summarum also ein Spiel, nach dem man als Bozner Spieler liebend gerne in den Bus Richtung Heimat gestiegen wäre und sich in aller Ruhe auf Spiel drei vor heimischen Publikum gefreut hätte. Doch Pustekuchen: Die Fahrt des HCB ging nur über die nahe österreichische Grenze in ein Hotel. Entgegen des ursprünglichen Programms steigt Spiel drei am Sonntagabend nämlich erneut in Znojmo.

Der Grund sind Richtlinien, welche das tschechische Gesundheitsministerium am Donnerstag zur Eindämmung des Coronavirus vorgegeben hat. Italienreisende sind demnach 15 Tage in Quarantäne zu nehmen. Wo Spiel vier am Dienstag ausgetragen wird, darüber sprechen die beiden Clubs zusammen mit der EBEL.

In Bozen darf wegen Auflagen italienischer Behörden aufgrund des Coronavirus bis auf Weiteres ohnehin nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt werden. HCB-Boss Dieter Knoll beklagte gegenüber LAOLA1.at bereits einen „riesigen finanziellen Schaden“. Schließlich blieben nun die Zuschauereinnahmen aus, gleichzeitig seien jedoch Kosten und Erfolgsprämien zu zahlen. Für den HCB heißt dies: Je länger die Playoff-Teilnahme, desto teurer wird es. Knoll bezifferte den maximalen Schaden auf eine Million Euro. Er zeigte sich „sehr beunruhigt, denn es steht das Überleben des Vereins auf dem Spiel“.

Robert Haug


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Notizen

  • vor einer Stunde
  • Der SC Riessersee hat das Nachholspiel in der Oberliga Süd beim Höchstadter EC mit 4:1 gewonnen. Spielentscheidend war dabei der Hattrick von Angreifer Nik Armstrong-Kingkade im Schlussdrittel. Das ursprüngliche Spiel war vor einigen Wochen wegen eines Schadens an der Eisfläche abgebrochen worden.
  • vor 3 Tagen
  • Der HC Davos hat sich als erstes Team für die Champions Hockey League 2026/27 qualifiziert. Der Traditionsclub kann seit Samstag nicht mehr von den ersten beiden Plätzen in der Hauptrunde der National League in der Schweiz verdrängt werden.
  • vor 4 Tagen
  • Pavel Avdeev, vor der Saison ein Neuzugang des Herforder EV (Oberliga Nord), hat seinen deutschen Pass erhalten und kann daher ab sofort für die Ice Dragons spielen. Der 23-jährige Stürmer hatte sich bei Regionalligist Eisadler Dortmund (18 Spiele, 27 Punkte) fit gehalten.
  • vor 4 Tagen
  • Das NHL-Ergebnis am Freitag: Chicago – Columbus 2:4.
  • vor 4 Tagen
  • Die Hammer Eisbären haben den Vertrag mit Ugnius Cizas aufgelöst. Der Litauer kam in 38 Einsätzen auf zwölf Tore und sieben Assists für den Nord-Oberligisten. „Wir beobachten den Markt, werden aber keine voreiligen Schlüsse ziehen“, so Geschäftsführer Martin Köchling über eine Nachverpflichtung.
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