Anzeige
Anzeige
Dienstag, 10. März 2020

Situation im italienischen Eishockey Alps Hockey League beendet Spielbetieb: „Möglicherweise müssen sich einige kleinere oder mittlere Vereine im April die Existenzfrage stellen.“

Das Rienzstadion in Bruneck im Dunkeln. Gehen bald auch in den deutschen Stadien die Lichter aus?
Foto: Kirchler/HC Pustertal

UPDATE. Mittwoch, 12.30 Uhr

Eishockey wird in Italien in dieser Saison nicht mehr stattfinden. Bereits am Montag wurde die Italian Hockey League (Zweite Liga) für beendet erklärt. Einen Meister gibt es nicht, am Mittwoch zog dann auch die Alps Hockey League nach und erklärte den Spielbetrieb wie auch die deutschen Ligen für beendet. Das Nationale olympische Komitee (CONI) des vom Coronavirus in Europa besonders heftig betroffenen Landes hatte schon am Montag beschlossen, dass in allen Sportarten die Aktivität bis Anfang April eingestellt wird.

„Jeder wartet aber bereits darauf, dass die Alps Hockey League definitiv abgesagt wird“, sagte Patrick Kirchler vom HC Pustertal aus Bruneck/Südtirol am Dienstagmittag gegenüber Eishockey NEWS. Italien habe gegenüber anderen Ländern aufgrund der Ausbreitung des Virus einen Wissens- und Maßnahmenvorsprung von drei bis vier Wochen. Die Teams aus Asiago und Cortina spielten bis zur Unterbrechung der Liga ab 6. März bereits seit sei drei Wochen ohne Fans. Zunächst hatte die Alps Hockey League nur eine Unterbrechung bis 16. März vorgesehen. Dann kam der Erlass, dass alle Sportveranstaltungen still stehen müssen. Das deutsche Robert-Koch-Institut hat Italien am Dienstag zum Risikogebiet erklärt.

Zunächst waren Spiele ohne Zuschauer ausgetragen worden, dann kamen Reisebeschränkungen, gefolgt von Aussetzungen von Nachwuchsmeisterschaften. „Die Schlinge hat sich langsam zugezogen“, sagt Kirchler. „Der italienische Sport steht nun still. Jeder weiß, dass der Fußball unserem Land heilig ist. Sogar der steht nun still.“ Regierungschef Giuseppe Conte erklärte am Montagabend ganz Italien zur geschützten Zone.

Auch das Spiel zwischen dem HCB Südtirol Alperia aus Bozen und dem tschechischen Club Adler Znojmo aus der multinationalen Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) wurde am Montag abgesagt. Die Liga bemühe sich, das Spiel in den kommenden Tagen auf neutralem Boden auszutragen, hieß es von Seiten des HCB, dem nur noch ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale fehlte. Das ist Stand Dienstag nun auch hinfällig, denn auch die EBEL erklärte ihren Spielbetrieb für beendet. Die Regierung Tschechiens hat 15 Tage Quarantäne für alle Italien-Reisende erlassen. Davon wäre auch das Eishockeyteam betroffen gewesen.

Die Spieler beim HC Pustertal, der die Master Round der Alps Hockey League gewonnen hat und als Top-Team in die Playoffs gestartet wäre (im vergangenen Jahr war das Team des deutschen Managers Michael Pohl Vizemeister), trainierten bis Dienstag noch. Kirchler, gleichzeitig Stadionbetreiber in Bruneck, öffnete das Rienzstadion aber nur noch dafür. „Es gibt Vereinssitzungen, Ligasitzungen und vieles mehr. Eine jagt die andere. Eine Überraschung wäre es allerdings nicht, wenn nun alles abgesagt wird“, meinte Kirchler am Dienstag.

Die Probleme für die ohnehin nicht mit finanziellem Reichtum gebeutelte Liga bzw. Clubs könnten groß werden. „Eishockey ist gerade jetzt in der Geldverdienphase“, sagt Kirchler. „Die fehlenden Playoff-Einnahmen reißen ein Loch in die Kasse.“ Dies betreffe vor allem die Zuschauereinnahmen, weniger die Prämienzahlungen, die ja wegen des zu erwartenden Ausfalls nicht gezahlt werden müssten. Zehn Prozent, schätzt Kirchler, stehen vom Jahresbudget bei seinem Club im Raum, verweist aber darauf, dass jeder Club seine Verträge anders gestaffelt habe. „Möglicherweise müssen sich einige kleinere oder mittlere Vereine im April die Existenzfrage stellen.“

Michael Bauer


Anzeige
Anzeige

Anzeige

Kurznachrichtenticker

  • vor 5 Stunden
  • Der Herforder EV setzt weiter auf zwei Eigengewächse: Verteidiger Philipp Brinkmann (27) und Stürmer Jan-Niklas Linnenbrügger (29) gehen den Weg in die Oberliga mit. Brinkmann stand 2019/20 17-mal in der Regionalliga West auf dem Eis (fünf Assists), Linnenbrügger 16-mal (sechs Tore, vier Assists).
  • vor 6 Stunden
  • Die TecArt Black Dragons Erfurt haben Tilman Pfister von den Mighty Dogs Schweinfurt (Bayernliga) zurückgeholt und mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Der 19-jährige Verteidiger bestritt zwischen 2017 und 2019 bereits 59 Oberligaspiele (drei Assists) für Erfurt.
  • vor 7 Stunden
  • Der EC Peiting hat sowohl mit Nummer eins Florian Hechenrieder (33) als auch mit Backup Andreas Magg (23) verlängert. Hechenrieder (2019/20: 41 Partien; Gegentorschnitt 3,01; Fangquote 88,5 Prozent; zwei Shutouts) wie Magg (zwölf Spiele; 2,94; 89,5 Prozent) stammen aus dem eigenen Nachwuchs.
  • gestern
  • Die Blue Devils Weiden (Oberliga Süd) haben die Verpflichtung von Dennis Palka bestätigt. Der 28-jährige Angreifer kommt vom Herner EV aus der Oberliga Nord zu den Nord-Oberpfälzern. Für Herne bestritt Palka in der Saison 2019/20 44 Partien (18 Tore, 22 Assists).
  • gestern
  • Sebastian Brockelt hat seinen Vertrag bei den Rostock Piranhas verlängert. Der 23-jährige Angreifer geht damit in seine vierte Saison für den Nord-Oberligisten. In der Spielzeit 2019/20 kam der Linksschütze zu 47 Einsätzen (sieben Tore, neun Assists).

Die Eishockey NEWS-App

Lesen Sie jetzt alles über die schnellste Mannschaftssportart der Welt auf Ihrem Tablet oder Smartphone. Alle deutschen Ligen, die NHL und die europäischen Clubs finden Sie auf einen Klick. Mit allen Artikeln und Bildern.
Anzeige
Anzeige