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Samstag, 19. Dezember 2020

Exklusives Sonderheft-Interview Bundestrainer Toni Söderholm: „Der Kampf um die Plätze in der Mannschaft ist viel härter geworden“

Bundestrainer Toni Söderholm.
Foto: Dominic Pencz

Keine WM 2020 und dann auch beim Deutschland Cup in Krefeld nur Zuschauer aus der Ferne. Das Corona-Jahr hielt für Bundestrainer Toni Söderholm wahrlich nicht allzu viele Einsätze an der Bande der DEB-Auswahl bereit. Im großen Sonderheft-Interview spricht der Finne ausführlich über aktuelle Herausforderungen und die Situation der Nationalmannschaft. Das Vorschauheft zur PENNY DEL mit dem kompletten Interview finden Sie ab sofort am Kiosk und in unserem Onlineshop! Hier ein kurzer Auszug daraus:

Herr Söderholm, lassen Sie uns kurz auf den Deutschland Cup zurückblicken. Sie mussten das Team von der Ferne aus steuern, weil eine Corona-Infektion Sie dazu zwang, in München zu bleiben, statt in Krefeld an der Bande zu stehen. Was war die größte Schwierigkeit beim Betreuen der Mannschaft?
Toni Söderholm: „Das Schwierigste war, ein echtes Gefühl dafür zu bekommen, was in der Kabine passiert und wie die emotionale Situation der Spieler ist. Das bekommt man aus der Ferne einfach nicht mit, das ist unmöglich. Man kann Emotionen zwar übermittelt bekommen, aber man müsste sie schon auch selber spüren können.“

Können Sie in dieser Saison überhaupt regelmäßig ins Stadion zu den Spielen in der PENNY DEL kommen oder wird das Scouting mehr über Video erfolgen?
Söderholm: „Es wird sicher mehr über Video passieren. Und deshalb muss man auch noch mehr telefonisch mit den Trainern in Verbindung sein. Denn wenn zum Beispiel ein Spieler 45 Sekunden in einem Wechsel auf dem Eis ist, dann kann es sein, dass du ihn nur 15 Sekunden im TV-Bild siehst, weil die Scheibe im Rest der Zeit nicht da ist. Das ist dann das, was du im Vergleich zum Livebesuch im Stadion verpasst. Generell werde ich zwar weniger vor Ort zuschauen, aber dafür sind die Spiele besser verteilt über die Tage – und damit kann ich mehr Spiele insgesamt anschauen.“

Kommen wir zum alljährlichen Lageüberblick in Sachen Nationalmannschaft, beginnen wir mit den Torhütern. Wo steht Deutschland im Vergleich mit dem Rest der Eishockeywelt zwischen den Pfosten?
Söderholm: „Auf dieser Position sind wir im internationalen Vergleich ganz okay unterwegs. Das ist ein Bereich, in dem wir aufpassen müssen. Und es wäre nicht schlecht, wenn wir die Lage jetzt nüchtern analysieren. Wie sehen die Entwicklungswege der Torhüter aus und wie viele Spiele bekommen sie? Du musst einen guten Torhüter haben, wenn du – egal ob in der Liga oder international – erfolgreich spielen willst.“

Wie ist die Lage in der Defensive, die in der jüngeren Vergangenheit oftmals die Achillesferse in Sachen Breite war…
Söderholm: „Bei den Verteidigern ist die Lage deutlich besser als vor drei, vier Jahren – von der Breite her. Wir haben mit Moritz Seider und Leon Gawanke zwei jüngere Verteidiger, die schon fast in die NHL unterwegs sind. Wenn wir auf Olympia 2022 blicken, stehen wir mit 14, 15 Verteidigern da, die um die Plätze in der Defensive kämpfen.“

Täuscht der Eindruck, dass auch die Auswahl in der Offensive immer größer und besser wird?
Söderholm: „Bei den Außenstürmern sehe ich die Lage auch sehr positiv. Was mir etwas Sorgen macht, ist die Centerposition. Wir haben Spieler, die als Center funktionieren können, aber diese sind nicht unbedingt bei ihren Vereinen als Center positioniert. Es war für uns eine Herausforderung in den letzten Jahre, zu erkennen, wer die besten Center für uns sind. In der Liga sind die Centerpositionen oftmals noch durch Kontingentspieler besetzt.“

Wie fällt also Ihr Gesamtfazit zum Stand des Nationalteams aus?
Söderholm: „Im Großen und Ganzen muss man ganz deutlich sagen, der Kampf um die Plätze in der Nationalmannschaft ist viel, viel größer und härter geworden. Das ist sehr positiv!“

Interview: Sebastian Groß

Die 15 Sonderheft-Cover (15 Einträge)

 

Kurznachrichtenticker

  • vor 5 Stunden
  • Tim Miller und die Heilbronner Falken gehen getrennte Wege. Der Stürmer und der DEL2-Club haben sich auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Der 33-jährige Amerikaner mit deutschem Pass war 2019 nach Heilbronn gewechselt und bestritt 66 Spiele für die Falken (elf Tore, 24 Assists, 217 Strafminuten).
  • vor 22 Stunden
  • Der EC Bad Nauheim (DEL2) muss lange auf seinen Kapitän Marc El-Sayed verzichten. Jüngste Untersuchungen haben den Verdacht bestätigt: Der Stürmer muss wegen einer Herzmuskelentzündung wahrscheinlich drei Monate pausieren.
  • gestern
  • Hiobsbotschaft für die Eispiraten Crimmitschau (DEL2): Für Stürmer Vincent Schlenker ist die Saison 2020/21 bereits vorzeitig beendet. Der 28-Jährige, welcher sich schon seit mehreren Wochen mit einer Unterkörperverletzung herumplagte, wird sich demnächst einer Operation unterziehen müssen.
  • gestern
  • Der Herner EV hat Verteidiger Thomas Gauch verpflichtet, der vergangene Saison verletzungsbedingt nur dreimal für Oberligist Krefeld zum Einsatz kam. Ob der 22-jährige bereits beim Heimspiel gegen die Hannover Scorpions auf dem Eis stehen wird, entscheidet sich erst am Spieltag.
  • vor 2 Tagen
  • Nächster Ausfall bei den Nürnberg Ice Tigers: Der Tabellenletzte der Südstaffel der PENNY DEL muss aufgrund einer Fußverletzung vier bis sechs Wochen lang auf Top-Verteidiger Tim Bender (25) verzichten. Angreifer Marcel Kurth (27) hingegen wird am Samstag in Schwenningen in das Lineup zurückkehren.
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