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Dienstag, 21. Mai 2024

Das letzte WM-Gruppenspiel am Dienstag Vogelwildes zweites Drittel, Stachowiak ragt heraus: DEB-Auswahl schlägt Frankreich mit 6:3 und holt den vierten Sieg in Serie

Doppeltorschütze und auffälligster DEB-Spieler beim Sieg gegen Frankreich: Wojciech Stachowiak.
Foto: City-Press

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat das siebte und letzte Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft in Tschechien mit 6:3 gegen Frankreich gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Harold Kreis, die schon vorab sicher für das Viertelfinale qualifiziert war, schob sich zumindest vorübergehend an Team USA vorbei und kletterte in Gruppe B auf Platz zwei.

Kreis ließ nach den Siegen über Lettland, Kasachstan und Polen weiterhin die Stürmer Tobias Eder und Daniel Fischbuch außen vor. NHL-Crack Philipp Grubauer, der beim 4:2-Erfolg über den Aufsteiger eine Pause erhalten hatte, rückte wieder zwischen die Pfosten. Vor 9.109 Zuschauern in Ostrava kamen die Franzosen schon nach wenigen Sekunden zur ersten Großchance, doch Jordann Perret (1.) verfehlte das DEB-Gehäuse. Deutschland meldete sich im Powerplay durch Wojciech Stachowiak und Marc Michaelis (2.) an, doch das Duo scheiterte an Frankreichs Schlussmann Quentin Pappilon. Der 27-Jährige hatte schon am Vortag mit 35 Saves bei der 1:3-Niederlage gegen Schweden überzeugt. Auch Dominik Kahun (5.) scheiterte bei einem Alleingang am Linksfänger des französischen Erstligisten Bordeaux.

Die Anzahl der Highlights steigerte sich erst in der zweiten Hälfte des ersten Drittels. Ein Schlenzer von Enzo Cantagallo (11.) landete am Pfosten, auf der anderen Seite wurde Stachowiak von einem Stockschlag gestoppt. Die Aktion blieb jedoch ungeahndet. Der gebürtige Pole ließ sich davon nicht beirren und setzte Jonas Müller (16.) in Szene. Der Verteidiger wartete mit seinem Abschluss lange, doch auch Papillon bewahrte die Ruhe. Anschließend setzten die Franzosen einen Nadelstich. Lukas Kälble war nach einem langen Pass des Weltranglisten-13. außer Position, Fabio Wagner konnte beim enstandenen Zwei-auf-eins-Konter den Querpass nicht verhindern. So nutzte Valentin Claireaux (17.) das Zuspiel von Justin Addamo zur Führung. Anschließend durfte Deutschland zum zweiten Mal in Überzahl agieren, tat sich in numerischer Überlegenheit aber schwer. Erst unmittelbar nach Ablauf der Strafe gegen Enzo Guebey jubelten die DEB-Cracks über den Ausgleich. Stachowiak erkämpfte die Scheibe im Angriffsdrittel, über die Stationen Yasin Ehliz und Dominik Kahun landete der Puck bei Michaelis (20.), der cool blieb und gekonnt abschloss.

Das Spielstenogramm (1 Einträge)

 

 

Im zweiten Drittel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beiden Teams fehlte die defensive Stabilität, immer wieder kamen die Kontrahenten ungestört und mit viel Tempo ins Angriffsdrittel. Der ehemalige DEL-Spieler Anthony Rech nutzte (21.) die Unordnung in der DEB-Abwehr zur erneuten Führung Frankreichs, ehe DEB-Defender Lukas Kälble (26.) im zweiten Versuch einen Drei-auf-eins-Konter verwertete. Doch nur 22 Sekunden später waren die Franzosen schon wieder erfolgreich. Routinier Sacha Treille (27.) entwischte nach einem sehenswerten „Bogenlampen-Pass“ von Tim Bozon dem deutschen Kapitän Moritz Müller und schloss sein Breakaway mit der Rückhand ab. Der Status der Partie entwickelte sich derweil von „offen“ zu „vogelwild“. Pierre-Edouard Bellemare scheiterte am Pfosten und an Grubauer, im direkten Gegenzug markierte JJ Peterka nach einem Mega-Antritt von Stachowiak das 3:3. Allerdings stand Lukas Reichel – in der Aktion eigentlich unbeteiligt – zuvor im Abseits, somit blieb es nach einer Coachs’s Challenge von Frankreichs Head Coach Philippe Bozon beim 3:2. Doch Reichel machte seinen Lapsus wieder gut, erkämpfte wenig später die Scheibe in der eigenen Zone, stürmte über die linke Seite und bediente den auffälligen Stachowiak (32.) – 3:3. Und es kam noch besser. 21 Sekunden später drückte Maximilian Kastner (32.) am zweiten Pfosten ein Michaelis-Zuspiel über die Linie. Bei dem ganzen Chaos um die sieben Treffer sowie die weiteren Gelegenheiten von Moritz Müller (35.), Leo Pföderl (sein Treffer wurde nach einer weiteren Coach’s Challenge wegen Torhüter-Behinderung aberkannt), Nico Sturm (37.) und Peterka (39.) ging beinahe unter, dass Stürmer Parker Tuomie bereits seit Ende des ersten Drittels wohl verletzungsbedingt nicht mehr mitwirken konnte.

In den letzten 20 Minuten zog die DEB-Auswahl dann schnell davon, der vierte Dreier in Folge geriet nicht mehr in Gefahr. Stachowiak (42.) nutzte einen individuellen Fehler der Franzosen und traf bei einem weiteren Alleingang, Lukas Reichel (45.) drückte das Hartgummi im Powerplay über die Linie und beendete damit Papillons Arbeitstag. Backup Julian Junca blieb anschließend fehlerfrei, es blieb beim 3:6. Allerdings handelte sich Deutschlands Stürmer Freddy Tiffels anschließend eine Spieldauer-Disziplinarstrafe (Bandencheck) ein. Die Deutschen haderten mit der Entscheidung, weil die Franzosen zuvor DEB-Kapitän Müller mit einem Crosscheck in der Bande platziert hatten und mit einer kleinen Strafe davongekommen waren.

Nach Ende der Partie war noch unklar, auf welchen Gegner Deutschland im Viertelfinale am Donnerstag trifft. Dies hängt von den weiteren Ergebnissen am Dienstag ab.

Tim Heß


Notizen

  • vor 20 Stunden
  • Stürmer Leonardo Stroh (23), der in der abgelaufenen Saison bei 40 Einsätzen im Trikot von Nord-Oberligist Füchse Duisburg fünf Scorer-Punkte (ein Tor, vier Assists) verzeichnete, wechselt zu den Ratinger Ice Aliens in die Regionalliga NRW.
  • vor 21 Stunden
  • Dennis Thielsch – zuletzt beim DEL2-Aufsteiger Blue Devils Weiden – unterschreibt einen Zwei-Jahres-Vertrag bei FASS Berlin in der Regionalliga Ost. Wenn die Saison 2024/25 beginnt, wird der Angreifer sein erstes Spiel für FASS nach einer Pause von 17 Jahren und neun Monaten machen.
  • vor 22 Stunden
  • Verteidiger Eric Gotz, zuletzt in Diensten der Krefeld Pinguine (DEL2) mit fünf Toren und 16 Vorlagen in 52 Einsätzen, schließt sich den Aalborg Pirates in Dänemark an.
  • gestern
  • David Woltmann verlässt den Nord-Oberligisten Herford. In 23 Spielen hattte der 21-jährige Stürmer in der vergangenen Saison einen Treffer vorbereitet.
  • gestern
  • Angreifer Alex Tonge hat den EV Landshut (DEL2) wie erwartet verlassen und sich dem EIHL-Club Dundee Stars angeschlossen. Der nachverpflichtete Kanadier verbuchte für den EVL in 30 Einsätzen 27 Scorer-Punkte, darunter zwölf Treffer.
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