Das DEB-Team startete konzentriert und zog auf 3:0 weg. Danach riss der Faden und Italien kam heran.
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In ihrem einzigen Testspiel vor den Olympischen Spielen hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Männer Italien besiegt. 4:3 hieß es für Harold Kreis' Mannschaft zum Abschluss des vorolmypischen Trainingslagers in der Bozner „Eiswelle“. Nach konzentrierten ersten 25 Minuten und drei Treffern ließ der Deutsche Eishockey-Bund dem Gegner Räume. Der Weltranglisten-Zwanzigsten kam noch mal heran, war kurz dem Ausgleich nahe.
Als Olympia-Generalprobe eignete sich die Partie aus deutscher Sicht nur bedingt: Einspielen für das Turnier in Mailand (ab 11. Februar) war fast ausschließlich in der Verteidigung möglich. Dort standen sechs Spieler aus dem Olympia-Kader im Line-up; im spielerstärkeren Sturm waren es sieben, im Tor zwei. Die Nordamerika-Legionäre um den zum Fahnenträger berufenen Leon Draisaitl treffen erst in den kommenden Tagen in Norditalien ein. Die deutsche Aufstellung bestand am Mittwochabend mit Ausnahme von Dominik Kahun (Lausanne/Schweiz) aus Spielern der PENNY DEL.
Zuerst schien es auch, als böte der Olympia-Gastgeber nicht den letztgültigen Wettkampf für ein Warmspielen vor den Winterspielen. Der DEB gab im A-WM-Stadion von 1994 von Beginn an den Takt an. In einem Powerplay gingen die Deutschen in Führung – Tobias Rieder fälschte entscheidend ab (12.). 86 Sekunden später legte Kai Wissmann das 2:0 nach. Sein Fernschuss wurde vom italienischen Stürmer Alessandro Segafredo unhaltbar abgefälscht. Auch im zweiten Abschnitt hatten die Gastgeber Probleme, wenn der DEB das Tempo anzog und kombinierte. Auf Kahun-Zuspiele erhöhte Fabio Wagner aus dem Handgelenk aus der Halbdistanz auf 3:0 (25.).
Danach schaltete der DEB einen Gang herunter, agierte fahrig. Kurz vor Spielmitte kamen die Italiener, nun oft ungestört, besser auf und verkürzten umgehend. Ein Fernschuss prallte von der Bande neben das Tor von Maximilian Franzreb zurück, Dustin Gazley schoss ein (30.). Der Pfosten verhinderte bei einem Schuss Greg DiTomasos den Anschlusstreffer (34.). Dieser fiel dann in einem Überzahlspiel: Tommy Purdeller fälschte die Scheibe ein (40.).
In einem Überzahlspiel zu Beginn des Schlussabschnitts fehlten Segafredo von rechts Zentimeter zum Ausgleich (43.). Deutschland fand dann in einem Überzahlspiel zurück zu mehr Schwung: Yasin Ehliz staubte zum 4:2 ab (49.). Marc Michaelis traf rund fünf Minuten vor Ende den Pfosten. In der kurz überharten Schlussphase verkürzte Segafredo vier Sekunden vor Ende noch auf 3:4.
Für die deutschen Männer wie auch die Italiener geht es nun von Bozen nach Mailand. Dort startet in der kommenden Woche das olympische Eishockeyturnier der Männer. Die Frauen starten bereits am Donnerstag in den Wettbewerb.
Martin Wimösterer