Emily Nix blickt auf das sehr harte Duell mit Italien zurück – und aufs Viertelfinale am Samstag voraus.
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Nach dem harten Match am Dienstagnachmittag gegen Italien bekam das deutsche Frauen-Team bei den Olympischen Winterspielen in Mailand am Mittwoch einen Tag frei, also nicht nur spiel-, sondern auch trainingsfrei. Es gilt, die Kräfte vor dem Viertelfinale zu bündeln und bestmöglich zu regenerieren. Inzwischen steht auch fest, dass die deutschen Frauen ihr Duell in der Runde der besten Acht am Samstag austragen werden – entweder um 16:40 Uhr gegen Kanada oder um 21:10 Uhr gegen Finnland. Auf wen die DEB-Auswahl trifft, wird am Donnerstag in der Nachholpartie der Gruppe A (14:30 Uhr) zwischen den beiden möglichen Viertelfinalkonkurrenten ausgespielt.
Holt Kanada mindestens einen Punkt, bekommt es die Mannschaft von Frauen-Bundestrainer Jeff MacLeod mit der Ahornblatt-Nation zu tun. Gewinnt Finnland nach 60 Minunten, konnte das DEB-Team im Viertelfinale überraschend den USA und Kanada aus dem Weg gehen. So oder so hat der deutsche Gegner zwei Tage weniger Pause vor dem Duell um den Halbfinaleinzug am Samstag. In der klaren Außenseiterrolle befinden sich die DEB-Frauen natürlich dennoch. Torjägerin Emily Nix sprach im Interview nach dem Abschluss der Gruppenphase über zwei harte Tage und die Aussichten im Viertelfinale.
Emily Nix, das Tor zum 1:1-Ausgleich gegen Italien – war das nun überhaupt Ihres?
Emily Nix: „Es war schwierig. Ich glaube, ehrlich gesagt, ich war nicht mehr dran. Das waren eher die Schlittschuhe der Italienerin, von wo aus der Puck dann ins Tor ging.“
Wie haben Sie die Szene insgesamt gesehen?
Nix: „Ich habe Laura gesehen, wie sie außen los gestartet ist und dachte mir, ich laufe so schnell wie möglich zum Tor. Dieser ‚Net Drive‘ ist einfach super wichtig. Laura hat den Puck dann einfach ‚reingeworfen‘ zu mir.“
Apropos Laura Kluge: Sie ist inzwischen Top-Scorerin des Turniers und hat gegen Italien erneut den Siegtreffer erzielt…
Nix: „Laura ist im Moment einfach on fire. Es ist super cool, mit ihr in einer Reihe zu spielen. Es macht einfach sehr viel Spaß.“
Schon vor dem Duell mit Italien am Dienstag stand der Viertelfinaleinzug Ihrer Mannschaft fest. Hat das irgendetwas geändert an der Art, wie Ihr Team in das Spiel hineinging?
Nix: „ Nein, ich glaube nicht. Wir wollten dieses Spiel auf jeden Fall gewinnen und einfach das Momentum mitnehmen. Wir wollten zeigen, dass wir stärker sind als Italien und Gruppenzweiter werden.“
Man hat es beiden Teams angesehen, dass sie das Spiel gewinnen wollten, obwohl sie schon im Viertelfinale sind. Dadurch hat sich auch ein wirklich hart geführtes, sehr physisches Duell entwickelt…
Nix: „Ich glaube, das war das körperlich anstrengendste Spiel, das wir bisher hatten. Beide Teams wollten einfach gewinnen. Und dadurch, dass es so ein knappes Spiel war, war es einfach sehr physisch.“
Jetzt geht es ins Viertelfinale. Der Gegner heißt Kanada oder Finnland…
Nix: „Es ist eigentlich relativ egal, auf wen wir stoßen. Wir müssen einfach stark sein, vor allem defensiv. Und dann schauen wir weiter.“
Wird die kleine Eisfläche der Mannschaft helfen, um auch gegen ein favorisiertes Team gut zu verteidigen?
Nix: „Auf jeden Fall. Es ist dadurch einfach so, dass die offensiven Spielerinnen nicht so viel Platz in den Ecken haben. Für die Verteidigerinnnen ist es einfacher, die Stürmerinnen zu pinnen. Ich glaube, das ist unser Vorteil im Viertelfinale.“
Und helfen auch die paar Tage Pause zum Regenerieren – zwei Tage mehr als der Gegner…
Nix: „Absolut. Das waren jetzt zwei anstrengende Tage hintereinander; zwei auch physisch anstrengende Spiele. Auch ich brauche jetzt erst mal ein bisschen Pause, bevor es weitergeht.“
Interview aus Mailand: Sebastian Groß