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Dienstag, 3. März 2026

Dramatische Schlussphase Einmal in Unterzahl, zweimal im Powerplay: Special Teams sichern Frölunda Göteborg den fünften CHL-Titel im Overtime-Krimi gegen Luleå

Nicklas Lasu jubelt, Luleås Keeper Matteus Ward ist geschlagen – in Unterzahl ging Frölunda mit 1:0 in Führung, später folgten zwei Powerplay-Treffer für die Gastgeber.
Foto: IMAGO/Bildbyrån/Michael Erichsen

Frölunda Göteborg hat den Status als Rekordsieger der Champions Hockey League ausgebaut und sich in eigener Halle dank dreier Treffer in den Special Teams zum fünften Mal den Titel gesichert. Vor mehr als 12.000 Zuschauenden im heimischen Scandinavium triumphierte die Mannschaft von Trainer Robert Ohlsson am Dienstagabend mit 3:2 nach Verlängerung gegen Luleå Hockey – nach einem in der Schlussphase dramatischen schwedischen Duell, in dem Luleå zuvor zweimal ausgeglichen hatte, davon einmal erst 16 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit. Mit dem Sieg nahm Frölunda erfolgreich Revanche für die Endspielniederlage gegen Luleå vor elf Jahren.

Obwohl Frölunda mit fünf SHL-Heimniederlagen in Serie in das CHL-Finale gegangen war, war von mangelndem Selbstvertrauen bei den Gastgebern nichts zu sehen. Über die gesamten 20 Minuten gehörte das Auftaktdrittel Frölunda, wobei klare Chancen zunächst auf beiden Seiten Mangelware waren, weil beide Teams konzentriert und eng an den Gegenspielern verteidigten. Erst in der zweiten Hälfte des ersten Abschnitts fand Frölunda zusehends Lücken in der Defensive der offensiv bis auf vereinzelte Ausflüge kaum zu sehenden Besucher. Die verdiente Führung gelang den Göteborgern vor der Pause allerdings nicht, weil Linus Weissbach – freistehend aus dem Slot nach starker Vorarbeit von Kapitän Max Friberg (12.) – sowie der aufgerückte Verteidiger Isac Heens am zweiten Pfosten (18.) mit ihren Flachschüssen jeweils an Luleås gut positioniertem Keeper Matteus Ward scheiterten.

Die Statistik zum Spiel (1 Einträge)

 

 

Stattdessen hätte Luleå den Spielverlauf kurz nach dem Wiederbeginn um ein Haar auf den Kopf gestellt. Nun war es jedoch Frölundas norwegischer Goalie Tobias Normann, der den ersten Treffer mit einem spektakulären Fanghandsave gegen den sträflich unbewachten Anton Levtchi und dessen Direktabnahme verhinderte (22.). Der Hochkaräter läutete die bis dahin stärkste Phase Luleås ein, der schwedische Landesmeister war nun in der gegnerischen Zone weitaus kombinationssicherer und spielfreudiger als noch im Auftaktdurchgang. Mitte des zweiten Drittels bekam Frölunda das Geschehen allerdings wieder in den Griff – und ging ausgerechnet in Unterzahl in Führung, als Nicklas Lasu an der eigenen blauen Linie einen Pass abfing, auf und davon marschierte und Ward mit einem humorlosen Handgelenkschuss in die lange Ecke zum 1:0 bezwang (32.). Es war die allererste Special-Teams-Situation in einer von den Referees großzügig geleiteten Partie, in der Luleå anschließend um eine schnelle Antwort bemüht war und sich teils vor Normann festsetzte, aber offensiv zu selten zwingend wurde.

Dies änderte sich gleichwohl keine zwei Minuten Beginn nach dem Beginn des dritten Durchgangs, als Eetu Koivistoinen per für Normann unhaltbarem Abfälscher zum 1:1 egalisierte – wenige Sekunden zuvor hatte Arttu Ruotsalainen auf der anderen Seite bei einer Doppelchance am womöglich schon vorentscheidenden zweiten Tor geschnuppert, war allerdings jeweils an Ward gescheitert. Lange hatte der Ausgleich Luleås indes nicht Bestand. Frölunda drängte sofort darauf, wieder vorzulegen und belohnte sich für den Druck in der 48. Spielminute mit dem 2:1 im Powerplay durch Jacob Peterson – auch hier war es ein Abfälscher (nach Schlenzer von Henrik Tömmernes), und auch hier war der Schlussmann, in diesem Fall Ward, chancenlos. Doppelt ärgerlich war der erneute Rückstand für Luleå nichtsdestotrotz, weil ihm ein völlig überflüssiger Stockcheck von Oskari Laaksonen vorausgegangen war.

Doch auch die Mannschaft von Chefcoach Thomas Berglund, die auf das zweite Gegentor ohnehin eine starke Reaktion gezeigt hatte und zu mehreren guten Gelegenheiten gekommen war (darunter ein Pfostentreffer aus spitzem Winkel), erhielt vier Minuten vor dem Ende ihre Überzahlmöglichkeit im dritten Abschnitt. Berglund nutzte die Hälfte selbiger, um Ward frühzeitig vom Eis zu nehmen, doch Frölunda verteidigte nun tief, aber kompakt und leidenschaftlich vor dem eigenen Gehäuse. Dies schien zu reichen, um den knappen Vorsprung über die Ziellinie zu bringen, doch 16 Sekunden vor der Sirene hatte das Endspiel eine dramatische Schlusspointe für die reguläre Spielzeit parat. Ein geblockter Schuss von Brian O'Neill landete auf dem Schläger von Verteidiger Otto Leskinen, der den Puck aus spitzem Winkel zum 2:2 unter die Latte setzte und das Match in die Drei-gegen-drei-Overtime schickte.

Diese hatte ihren ersten Aufreger nach knapp 90 Sekunden, als Frölunda eine Strafzeit wegen eines hohen Stocks gegen Ruotsalainen forderte, die Schiedsrichter blieben ihrer alles andere als kleinlichen Linie indes treu. Drei Minuten später kassierten die in der Verlängerung zu passiven Gäste dann aber doch eine Hinausstellung gegen sich, Mathias Bromé musste aufgrund eines Stockhaltens in die Kühlbox. Und diese Riesenchance zur Entscheidung ließ sich Frölunda nicht entgehen. Nur 36 Sekunden dauerte es, ehe Tömmernes nach einem Bullygewinn den am rechten Bullykreis lauernden Jere Innala bediente und der Finne seine Direktabnahme zum 3:2-Erfolg in die kurze Ecke jagte – der fünfte CHL-Titel für Frölunda Göteborg war damit perfekt.

Stefan Wasmer


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Notizen

  • vor 11 Stunden
  • Mit 18 Stichen ist Linus Wernerson Libäck nach seiner foulbedingten Verletzung beim Spiel in Bad Tölz genäht worden. Es gehe ihm den Umständen entsprechend so weit gut, teilen die Hammer Eisbären mit. Der Stürmer muss sich nach der Rückkehr nach Hamm weiteren Untersuchungen unterziehen.
  • vor 2 Tagen
  • Jake Ustorf, Stürmer der Nürnberg Ice Tigers, fällt bis Saisonende aus. Grund ist eine Handverletzung.
  • vor 3 Tagen
  • Berlins Verteidiger Korbinian Geibel, der auch im Februar Olympia-Luft schnupperte, fällt aufgrund einer Schulterverletzung, die er sich am Mittwoch in Dresden zuzog, für den Rest der Saison aus. Der 23-Jährige wird zeitnah operiert.
  • vor 4 Tagen
  • Vorzeitiges Saisonende für Rourke Chartier: Der Stürmer der Dresdner Eislöwen (PENNY DEL) fällt mit einer Handverletzung aus.
  • vor 5 Tagen
  • Die Eisbären Regensburg (DEL2) verlängern die Verträge mit Co-Trainer Hugo Boisvert und Torwarttrainer Joey Vollmer.
 Beide bleiben auch in der Saison 2026/27 Teil des Trainerteams der Oberpfälzer.
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