Anzeige
Donnerstag, 23. April 2026

Wende im Mitteldrittel Erster Sieg der WM-Vorbereitung: DEB-Männer bezwingen die Slowakei mit 3:1

DEB-Kapitän Daniel Fischbuch (schwarzes Trikot) setzte den 3:1-Schlusspunkt beim Erfolg über die Slowakei.
Foto: City-Press

Das deutsche Eishockey-Nationalteam der Männer hat seinen ersten Sieg der WM-Vorbereitung 2026 eingefahren. Nach den beiden Niederlagen in Tschechien in der Vorwoche sicherte sich die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis am Donnerstagabend in Kaufbeuren einen verdienten 3:1 (0:1, 2:0, 1:0)-Erfolg über die Slowakei – verdient, weil sich die DEB-Auswahl nach einem durchwachsenen Auftaktdrittel deutlich steigerte und vor allem die zweiten 20 Minuten mit Robustheit und Spielfreude dominierte.

Kreis verzichtete – neben Nürnbergs Thomas Heigl – überraschend ausgerechnet auf die aus Kaufbeuren stammenden Brüder Johannes Krauß und Phillip Krauß und sah eine Anfangsphase, in der seine Schützlinge schnell unter Druck gerieten. Das lag auch an zwei frühen Strafen. Die erste ließ die Slowakei noch ungenutzt, im zweiten Powerplay bediente Marek Hrivik jedoch mit einem gefühlvollen und perfekt getimten Querpass durch den Slot Martin Fasko-Rudas, der DEB-Keeper Niklas Treutle per Direktabnahme vom linken Bullykreis keine Chance ließ und den Puck zum 1:0 unter die Latte jagte (6.).

Wenige Sekunden später hätte der unbewachte Adam Lukosik aus kurzer Distanz bereits den zweiten Treffer für die Slowaken nachlegen können, nicht nur in dieser Szene stimmte die Zuordnung in der deutschen Defensive in den ersten zehn Minuten nicht. Mit zunehmender Dauer des Auftaktdrittels verteidigte die DEB-Auswahl zwar immer kompakter und schaffte es meist, die Slowakei außen zu halten und zu Schüssen von der blauen Linie zu zwingen, der Weltmeister des Jahres 2002 hinterließ aber dennoch den zielstrebigeren und gedankenschnelleren Eindruck. Auf der anderen Seite wurde es im Auftaktdrittel kaum einmal zwingend – am ehesten noch, als die slowakische Abwehr nach einem Schuss von Philipp Preto mehrere Versuche benötigte, um die Scheibe aus der Gefahrenzone zu klären (9.).

Die Spielstatistik (1 Einträge)

 

 

Im zweiten Durchgang dauerte es indes nur zwölf Sekunden, ehe das deutsche Team im Match angekommen war – dank eines slowakischen Geschenks. Elis Hede eroberte den Puck gegen den im Spielaufbau leichtsinnigen Samuel Knazko, bekam das Hartgummi nach kurzem Gestocher zurück und überraschte den slowakischen Schlussmann Eugen Rabcan mit einem flachen Schuss zum 1:1. Der Ausgleich beflügelte die DEB-Auswahl, die nun die giftigere und körperbetonter agierende Mannschaft war und sich auf dieser Basis Tormöglichkeit um Tormöglichkeit erarbeitete. Folglich war das 2:1 längst nicht mehr unverdient, obwohl die Schussstatistik nach dem ersten Abschnitt noch klar (15:4) für die Slowakei gesprochen hatte. Tim Brunnhuber behauptete sich in der Rundung und brachte die Scheibe vor das slowakische Gehäuse, wo der enorm einsatzfreudige und später zum besten deutschen Spieler gekürte Nico Krämmer zunächst geblockt wurde, Nino Kinder jedoch im zweiten Anlauf für die deutsche Führung sorgte (29.).

Tatsächlich durfte sich das DEB-Team nach dem defensiv wie offensiv überzeugenden zweiten Drittel sogar ärgern, mit nur einem Treffer Vorsprung in die Pause zu gehen. An weiteren Toren schnupperte der Weltranglistenachte, der auch mit der Führung im Rücken spielfreudig und nach vorne orientiert blieb, jedenfalls häufig genug. Danjo Leonhardt etwa scheiterte gleich zweimal aus spitzem Winkel am glänzend parierenden Rabcan (23., 37.), auch Samuel Dove-McFalls stand mehrmals dicht vor seinem ersten Länderspieltreffer (28., 40.). Die Schussbilanz des mittleren Abschnitts bildete die Spieldynamik also akkurat ab: 14:3 für Deutschland.

Und schnell im dritten Durchgang fiel das überfällige dritte Tor für die deutsche Mannschaft doch. Im Powerplay spielten Leon Hüttl und Alexander Blank den Iserlohner Daniel Fischbuch frei, und der Kapitän der DEB-Auswahl schlenzte den Puck aus dem hohen Slot zum 3:1 in die linke Ecke (45.). Auf der anderen Seite war das Kreis-Team im Schlussdrittel seinerseits zwar gleich zweimal in Unterzahl gefordert, überstand diese Situationen diesmal aber schadlos. Zu verdanken war dies nicht zuletzt dem beim Gegentreffer machtlosen Treutle, der seine gute Leistung in den letzten 20 Minuten mit mehreren Glanzparaden unterstrich.

Und das nicht nur in Unterzahl, sondern auch in den Fünf-gegen-fünf-Sequenzen, etwa gegen Aurel Naus (54.). Im Vergleich zum Wirbel des Mitteldrittels hatte die deutsche Mannschaft längst einen Gang runtergeschaltet, sie hinterließ gleichwohl nach wie vor einen weitaus stabileren Eindruck als noch zu Beginn der Partie. So war die Slowakei im letzten Durchgang zwar das aktivere Team, einen Weg vorbei am bis in die Schlusssekunden hinein aufmerksamen Treutle fand sie allerdings nicht mehr.   

Stefan Wasmer


Anzeige
Anzeige

Notizen

  • gestern
  • Die Frauen des ECDC Memmingen Indians verlieren nach dem erneuten Titelgewinn eine talentierte Stürmerin. Die 16-jährige Juniorennationalspielerin Victoria Butuzov schließt sich dem Schweizer Vizemeister SC Bern an.
  • vor 2 Tagen
  • Verteidiger Marian Bauer und Torhüter Finn Becker erhalten von DEL2-Club Eisbären Regensburg eine Förderlizenz. Sie stehen bei DEL-Club Iserlohn Roosters unter Vertrag.
  • vor 2 Tagen
  • Goalie Andreas Magg verlässt den Süd-Oberligisten EC Peiting und wechselt in die Bayernliga zu den Peißenberg Miners. Der 29-Jährige stammt aus der Peitinger Jugend und verprachte auch den Großteil seiner Profikarriere beim ECP. 2025/26 stand er 34-mal für den Club im Tor.
  • vor 3 Tagen
  • Das U15-Perspektivteam des DEB beendete ihr erstes internationales Turnier nach zwei Siegen gegen die Slowakei und die Bayerische Auswahl, sowie zwei Niederlagen gegen Tschechien und den EC Red Bull Salzburg auf dem vierten Platz. Turniersieger wurde Gastgeber Salzburg.
  • vor 4 Tagen
  • Der Herforder EV (Oberliga Nord) hat vier weitere Abgänge vermeldet – darunter Top-Scorer Ryley Lindgren, der sich in seiner kanadischen Heimat verstärkt seiner beruflichen Zukunft widmen will. Auch Defender Yannis Walch sowie die Stürmer Matyas Kovacs und Nils Wegner gehen.
Anzeige

Die Eishockey NEWS-App

Lesen Sie jetzt alles über die schnellste Mannschaftssportart der Welt auf Ihrem Tablet oder Smartphone. Alle deutschen Ligen, die NHL und die europäischen Clubs finden Sie auf einen Klick. Mit allen Artikeln und Bildern.