Nachdem der Schuss von Mathilda Heine an Torhüterin Alisha Berger abprallte, nutzte Anna Rose die Chance, um das 2:0 zu erzielen.
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Ein souveräner Sieg für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in Kaufbeuren: Mit einem 5:1-Sieg belohnte sich das Team von Bundestrainer Jeff McLeod vor 1.308 Zuschauern in der Kaufbeurer energie schwaben arena für die disziplinierte Arbeit – defensiv wie offensiv, aber auch in puncto Strafzeiten. Dabei überzeugte besonders Talent Mathilda Heine mit einem Tor und zwei Assists und wurde so zur besten Spielerin auf Seiten der deutschen Mannschaft auserwählt. „Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen, ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper“, strahlte die 17-Jährige nach dem Sieg. Die Schweizerinnen stellten übrigens ein Team, in dem keine der Bronze-Gewinnerinnen von Olympia 2026 dabei war.
Das erste Drittel der deutschen Nationalmannschaft fand schnell Gefallen bei den 1.308 Zuschauern. Bei einem verdienten 3:0 nach den ersten 20 Minuten war das kaum ein Wunder. Besonders das 17-jährige Talent Mathilda Heine investierte viel für dieses Zwischenergebnis. Sie durfte in der zweiten Reihe neben den erfahrenen Carina Strobel und Celina Haider spielen und erzielte den Eröffnungstreffer. Nach diesem setzten sich die Deutschen im Offensivdrittel der Schweizer fest. Es bahnte sich an, dass es nicht bei diesem knappen Vorsprung bleiben würde, auch weil die Schweizerinnen zu wenig dafür taten, an den Puck zu gelangen. So nutzte Anna Rose, die ab September an der Franklin Pierce University spielen wird, einen Abpraller von der Schweizer Torhüterin Alisha Berger zum 2:0, nachdem diese den Schuss von Heine nicht festhalten konnte. Bei viel Verkehr vor Bergers Gehäuse fand nur fünf Minuten später auch Tabea Botthof, die verletzungsbedingt bei Olympia passen musste, noch eine Lücke, um den Puck im Tor unterzubringen.
Der zweite Abschnitt war dann viel ausgeglichener, sodass die Schweizerinnen auch aufs Scoreboard kamen. Jade Surdez schoss den Puck ins kurze Eck, das Spielgerät wurde noch abgefälscht, sodass Lisa Hemmerle im deutschen Kasten die Scheibe nicht mehr zu sichern bekam. Im ersten Powerplay des Spiels für die Gastgeberinnen brauchte es den Videobeweis, der bestätigte, dass ein Schuss von der blauen Linie nicht die Torlinie überquert hatte und das Überzahlspiel damit torlos blieb. So hatte das 3:1 für Deutschland weiterhin Bestand. In den Schlussminuten des Mitteldrittels versuchte die DEB-Auswahl noch einmal mit allen Schlägern, den Puck zum 4:1 ins Netz zu drücken, doch dies blieb erfolglos.
Trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs ruhte sich die deutsche Nationalmannschaft nicht darauf aus. „Für das Selbstvertrauen ist das sehr wichtig“, befand Defenderin Ronja Hark. So schraubten Celina Haider und Emily Nix, die als einzige Legionärin im Aufgebot stand, da die Saison bei Frölunda Göteborg schon zu Ende ist, das Ergebnis weiter in die Höhe zum Endstand von 5:1. Besonders beim letzten Treffer der Partie war, dass Torhüterin Lisa Hemmerle ein Assist beitrug. Dass die Offensive vorne produktiv sein konnte, lag auch daran, dass sie sich um die Defensive wenig Sorgen machen mussten. „Ein gutes Team kommt immer aus der Defensive heraus. Wenn wir hinten stabil stehen, haben wir es vorne leichter“, berichtete Hark, die anstelle der verletzten Daria Gleißner das Kapitänsamt übernommen hatte. Geißner selbst ließ es sich aber nicht nehmen, ihrem Nationalteam von der Tribüne aus zuzuschauen. Nun geht es am Samstag nach Augsburg, wo es um 13:30 Uhr zum nächsten Spiel gegen die Schweiz kommt.
Lisa Taduschewski