Olympionikin Anne Bartsch verabschiedet sich aus der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.
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Auch die zweite Begegnung zwischen der Schweizer Perspektivauswahl und der ebenfalls mit vielen jungen Spielerinnen besetzten deutschen Frauen-Nationalmannschaft entschied das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod für sich. Mit dem 5:3-Erfolg in Augsburg endete auch die Karriere von Anne Bartsch in der Nationalmannschaft. Nach 168 Länderspielen wird sie nun nicht mehr das Deutschland-Trikot tragen. Daher erhielt die Stürmerin die Ehre, das „C“ auf dem Jersey zu tragen. „Das ist sehr emotional für uns alle. Sie war ein super wichtiger Bestandteil der Mannschaft – als Mensch und auf dem Eis. Anne wird uns fehlen und daher finde ich es schön, dass sie die Ehre bekommen hat, das Team aufs Eis zu führen“, richtet Stürmerin Nicola Hadraschek-Eisenschmid warme Worte an die 30-jährige Bartsch, die auch Teil der Olympia-Qualifikation in Bremerhaven war und auch in Mailand 2026 großen Anteil an den guten Auftritten der DEB-Auswahl hatte.
Gleich wie beim Länderspiel am vergangenen Donnerstag startete die Frauen-Nationalmannschaft auch in Augsburg sehr offensiv. Die meiste Zeit des ersten Drittels spielte sich vor der Schweizer Torhüterin Amaya Iseli ab, die einige Male zur Stelle war – ebenso wie ihre Defensive. So wurden einige Chancen entschärft, aber eben auch nur einige. Anna Rose erzielte auf Zuspiel von Mathilda Heine, die schon am Donnerstag herausgestochen war, das 1:0. Nach dem ersten Powerbreak, in dem die Reihe um Jule Schiefer sich taktisch besprechen konnte, fiel blitzschnell das 2:0. Nicola Hadraschek-Eisenschmid brachte den Puck im Netz unter. Was aber schon in den Anfangsminuten deutlich besser war als in Kaufbeuren, war die Stimmung der 2.539 Fans. Das war fast die doppelte Anzahl als im Allgäu und die Fans feuerten bei jeder Offensivaktion lautstark das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod an. Kleine Änderungen gab es auch im Lineup. Beide Nationen wechselten zum zweiten Aufeinandertreffen ihre Torhüterinnen. Anstelle von Lisa Hemmerle startete Chiara Schultes. Bei den Schweizerinnen stand Iseli statt Alisha Berger, die am Donnerstag fünfmal hinter sich greifen musste, im Tor.
Die deutsche Offensivstärke brach durch Unkonzentriertheiten im Spiel im Mitteldrittel schlagartig ein. Elisa Dalessi brachte die Schweiz aufs Scoreboard, ehe Lynn Rossell per eigenem Nachschuss den Ausgleich markierte. Als dann nach einer überstandenen Unterzahl der Deutschen Guilia Romerio frei auf Schultes zulief, hatte die Torhüterin keine Chance. Die 19-jährige Stürmerin platzierte den Schuss von der Mitte des Offensivdrittels maßgeschneidert an der Fanghandschulter vorbei unter die Querstange zur 3:2-Führung. Es war die erste Führung für das Nachbarland in den beiden Duellen. „Wir waren dann ein bisschen unkonzentriert, aber wir haben uns zum Glück auch wieder gefangen“, erklärte Olympionikin Nicola Hadraschek-Eisenschmid und blickte dabei schon voraus, denn lange hatte das 3:2 für die Schweiz nicht bestand, denn Emily Nix zog im Slot ansatzlos zum wichtigen 3:3-Ausgleich ab. „Wenn man dann wieder ein Tor schießt, ist die Energie auch wieder da“, empfand Reihenkollegin Hadraschek-Eisenschmid.
Wieder im System und tonangebend wie im ersten Drittel erzielte Celina Haider das 4:3 zur erneuten Führung für die DEB-Auswahl nach nur wenigen Sekunden im Schlussdrittel. Dieser Treffer sorgte für die Hoffnung auf einen Sieg vor der großen Kulisse. Hadraschek-Eisenschmid setzte in den Schlussminuten den Deckel auf den Erfolg, als sie zum 5:3 ins verwaiste Schweiter Tor traf. Im Gegensatz zum 5:1 beim Länderspiel in Kaufbeuren war das zweite Duell der beiden Nationen umkämpfter. „Die Schweizerinnen haben etwas präsenter gespielt“, fand auch Hadraschek-Eisenschmid, für deren Team es im November in Dänemark zur Weltmeisterschaft geht.
Lisa Taduschewski