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Donnerstag, 11. April 2019

Eine zu hohe Hürde Frauen-Nationalteam verliert WM-Viertelfinale gegen Rekord-Olympiasieger Kanada klar mit 0:5

Torhüterin Jenny Harß und Anna-Maria Fiegert mussten sich Kanada im WM-Viertelfinale glatt mit 0:5 geschlagen geben.
Foto: Robanser

Das deutsche Frauen-Nationalteam ist bei der Weltmeisterschaft im finnischen Espoo an Kanada gescheitert und hat das Viertelfinale mit 0:5 verloren. Damit bleibt der vierte Platz von 2017 der größte Erfolg bei einer WM. Die DEB-Frauen gestalteten die Partie gegen den Rekord-Olympiasieger lange Zeit enger als von vielen gedacht, letztendlich waren die Nordamerikanerinnen aber in allen Belangen mehr als eine Nummer zu groß. Auch das Schussverhältnis von 66:9 zugunsten der Ahornblätter spricht Bände. Herausstechend beim Erfolg war die Effizienz der kanadischen Auswahl im Powerplay, wo sie drei ihrer vier Chancen verwertete.

Kanada begann das Spiel wie erwartet druckvoll, doch das Team von Trainer Christian Künast hielt in der ersten Drangphase dagegen. In der achten Spielminute fiel dann dennoch der erste Treffer für die Frauen aus dem Mutterland des Eishockeys: Blayre Turnbull bugsierte die Scheibe im Nachsetzen über die Linie zum 1:0. Die Ahornblätter nahmen in der Folge zwei Strafzeiten, die daraus resultierenden Powerplay-Möglichkeiten konnte das deutsche Auswahl allerdings nicht nutzen. Julia Zorn und Laura Kluge prüften Kanadas Torhüterin Emerance Maschmeyer (Schwester von Heilbronns Angreifer Brock und Bremerhavens ehemaligem Stürmer Bronson) immerhin zweimal. Letztendlich blieb es nach 20 Minuten beim knappen 1:0 für den haushohen Favoriten, dessen Überlegenheit sich allerdings in der Schussstatistik von 18:5 nach dem Anfangsdrittel widerspiegelte.

Auch anfangs des Mittelabschnitts verteidigten die DEB-Frauen leidenschaftlich und ließen kein weiteres Gegentor zu. Dann aber musste Celina Haider auf die Strafbank und Kanadas Spielführerin Brianne Jenner zeigte, wie man die numerische Überlegenheit erfolgreich nutzt (28.). Spätestens, als Laura Stacey nur 144 Sekunden später per verwandeltem Abpraller auf 3:0 stellte, befand sich Deutschland auf der Verliererstraße. Bis zur zweiten Drittelpause kannte die Partie weiter nur eine Richtung und Deutschlands Keeperin Jenny Harß musste noch einige weitere Male ein -, aber nicht mehr hinter sich greifen.

Zu Beginn des letzten WM-Drittels für die deutschen Frauen setzte sich Kanadas Rebecca Johnston über die linke Seite durch und passte zu Jillian Saulnier in die Mitte, die den Puck nach Ansicht der Schiedsrichterinnen irregulär mit dem Schlittschuh ins Tor abfälschte. Weil Daria Gleißner im Vorfeld des nicht gegebenen Treffers gehakt hatte, musste sie aber in die Kühlbox. Im darauffolgenden Powerplay machten die Kanadierinnen kurzen Prozess und trafen nach bereits 13 Sekunden in Überzahl durch Natalie Spooner, die einen Schuss von Brigette Lacquette durch die Schoner von Jenny Harß abfälschte (44.). Und auch das nächste Powerplay saß schnell: Assistenzkapitänin Melodie Daoust zog aus der Distanz ab und Blayre Turnbull, die zur Spielerin des Spiels aufseiten der Ahornblätter gekürt wurde, lenkte die Scheibe erfolgreich ins Netz zum Doppelpack. Wieder war Gleißner zwei Minuten draußen (52.). Das sollte auch der Schlusspunkt unter diese Begegnung sein.

Während das Turnier für Deutschland vorbei ist, bekommt es Kanada im Halbfinale mit dem Sieger der Paarung Finnland gegen Tschechien zu tun. DEB-Spielführerin Julia Zorn, Assistentin Anna-Maria Fiegert und Torhüterin Jenny Harß durften sich im Nachgang der Partie immerhin über die Auszeichnung als die drei besten Spielerinnen des deutschen Teams während des Turnierverlaufs freuen. Carina Strobel wurde Spielerin des Tages in Reihen des DEB.

"Wir haben auch im letzten Turnierspiel eine sehr gute kämpferische Leistung gezeigt und bis zur letzten Minute gegen einen übermächtigen Gegner alles gegeben. Letztlich sind wir unter den Top Acht der Welt gelandet - dies ist ein toller Erfolg für das deutsche Frauen-Eishockey! Nun gilt es, darauf aufzubauen und nach vorne zu schauen", blickt Frauen-Bundestrainer Christian Künast auf das Turnier zurück.

Michael Bayer

Das Spiel im Stenogramm (1 Einträge)

 

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Notizen

  • vor 2 Stunden
  • Tim Stützle hat auch im 14. Spiel in Folge gepunktet und in dieser Zeit acht Tore und elf Vorlagen erzielt. In der Nacht auf Donnerstag verlor er mit Ottawa mit 2:3 gegen Montreal. Er steuerte zwei Vorlagen bei und erreichte die Marke von 70 Punkten.
  • vor 20 Stunden
  • Die Verteidiger Bastian Cramer (sechs Assists bei 41 Einsätzen) und Paul Wallek (eine Vorlagen in 14 Matches) spielen auch in der kommenden Saison 2026/27 für den Süd-Oberligisten Erding Gladiators. Angreifer Björn Salhi (drei Scorer-Punkte in 34 Partien) verlässt das Liga-Schlusslicht dagegen.
  • vor 22 Stunden
  • Die Champions Hockey League hat den Rahmenterminplan der Saison 2026/27 veröffentlicht. Sie beginnt demnach am Donnerstag, den 3. September 2026 und endet mit dem Finale am Dienstag, den 23. Februar 2027. Aus Deutschland sind bereits die Kölner Haie als DEL-Hauptrundensieger qualifiziert.
  • gestern
  • Die deutsche Nationalmannschaft hat bei den Paralympics auch das letzte Gruppenspiel verloren. Gegen Italien gab es am Dienstag ein 1:2. Die Auswahl erzielte dabei ihr erstes Tor seit den Spielen 2006. Weiter geht es am Donnerstag mit dem ersten Platzierungsspiel um Platz fünf.
  • vor 2 Tagen
  • Mit Mark Waldhausen (36) verlässt die Erding Gladiators. Seit 2019 stand der Deutsch-Kanadier im Team. In der vergangenen Saison kam er in 52 Spielen auf zwei Tore und elf Vorlagen. Er soll noch einen „gebührenden Abschied“ erhalten, heißt es von Seiten des Clubs.
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