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Mittwoch, 19. Juni 2019

Mit Bildern einer langen Laufbahn in Deutschland und den USA 1.210 Profispiele, Stanley-Cup-Finalist, (Fast-)Retter in Hamburg: Christoph Schubert muss verletzungsbedingt seine Karriere beenden

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Christoph Schubert muss seine Karriere beenden. Foto: Beck

Nun ist es offiziell: Christoph Schubert muss seine Karriere beenden. Das teilten die Crocodiles Hamburg am Mittwochmorgen mit. Grund dafür ist eine schwere Schulterverletzung mit Eckgelenkssprengung, Bizepsriss und Sehnenverletzung, die er sich im Dezember 2017 zugezogen hatte. In der vergangenen Saison hatte der 37-Jährige kein einziges Spiel mehr für die Crocodiles bestreiten können.

"Auch wenn es sich in den letzten Wochen abgezeichnet hat, dass es für mich vielleicht nie wieder zurück aufs Eis geht, war die finale Nachricht ein Schock", sagte Schubert. "Ich habe immer gesagt, dass ich so lange spielen möchte, wie mein Körper es zulässt. Mit 35 Jahren das letzte Spiel zu bestreiten, ist allerdings extrem hart. Ich hatte mit den Crocodiles Hamburg und für mich persönlich noch einige Ziele, von denen ich mich nun verabschieden muss. Ich werde sicher eine Weile brauchen, um das plötzliche Ende zu verdauen."

"Wir verlieren einen Führungsspieler, der mit seiner unglaublichen Karriere, seiner Erfahrung und seiner Liebe zu unserem Sport den Crocodiles in der Entwicklung stets mit Rat und Tat zur Seite stand", sagte Sportchef Sven Gösch. "Ich denke, wir alle hätten Schuby gern als Spieler auf dem Eis verabschiedet. Und das auch erst in zwei bis drei Jahren."

Bilder aus Schuberts Karriere (12 Einträge)

 

Schubert wurde am 5. Februar 1982 in München geboren, spielte im Nachwuchs beim EHC Klostersee und beim EV Landshut. Mit 17 Jahren gelang "Schuby" 1999 beim EV Landshut der Schritt in die Oberliga, ein Jahr später feierte der Abwehrrecke sein Debüt bei den München Barons in der DEL. 2001 wurde er von den Ottawa Senators in der vierten Runde an Position 127 gedraftet, 2002 ging er in die AHL zu Farmteam Binghamton Senators, für die er drei Jahre spielte, bevor er dann am 29. Oktober 2005 in der NHL für die Senators debütierte, wo er in der Spielzeit 2006/07 sein punktbestes Jahr (25 Punkte in 80 Spielen) hatte. Den Stanley-Cup-Sieg verpassten die Senators in diesem Jahr in fünf Spielen gegen die Anaheim Ducks.

Bis 2010 spielte er in der NHL (und war nicht nur als Verteidiger, sondern auch als Stürmer im Einsatz), in seiner letzten Spielzeit noch für die Atlanta Thrashers. Danach begann er die Spielzeit 2010/11 bei den Frölunda Indians in Schweden, von wo ihn die Hamburg Freezers dann im Winter an die Elbe lotsten. In Hamburg gründete er mit Ehefrau Janina eine Familie (Sohn Lenni ist sechs Jahre alt) und fand seine Wahlheimat.

Im Sommer 2016 kam das Aus für den DEL-Club in der Hansestadt. Schubert versuchte dabei bis zuletzt mit Freunden und Familie den Erhalt seines Teams zu sichern, wurde das Gesicht einer Rettungsaktion, die landesweit Wellen schlug. Als die Rettung nicht gelang, obwohl innerhalb einer Woche knapp 1,2 Millionen Euro gesammelt wurden, schlug der ehemalige Nationalspieler Angebote aus der DEL aus, um in Hamburg, gemeinsam mit den Crocodiles, den professionellen Eishockeysport zu erhalten. Sein Engagement honorierte die Sport Bild mit der Nominierung für den Award "Vorbild des Jahres".


Durch sein Mitwirken gelang den Crocodiles der Weg aus dem Abstiegskampf in die Playoffs, der Zuschauerschnitt stieg von 256 auf rund 1.800. Schuberts herausragende Leistung bescherte dem Hünen in der Saison 2016/17 den Titel des besten Verteidigers der Oberliga Nord.

"Ich bin unglaublich dankbar für all das, was ich erreicht habe und was ich in meiner Karriere erleben durfte", sagte Schubert. "Es gibt unzählige Wegbegleiter, Trainer, Spieler, Verantwortliche, Freunde, Familienmitglieder und Fans, die mich in den letzten 20 Jahren geprägt und begleitet haben. Bei all diesen möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Leider ist mir ein Titel vergönnt geblieben, den ich mir vor allem für meine Wahlheimat Hamburg so sehr gewünscht hatte. Aber vielleicht klappt das ja irgendwann in der Zukunft." Er werde dem Eishockeysport auch weiterhin verbunden und erhalten bleiben, sagte er: "Ich habe ja bereits während meiner Verletzung als Co-Trainer der Crocodiles hinter der Bande gestanden und parallel meine Trainerscheine gemacht. Diesen Weg möchte ich definitiv weitergehen. Der Trainerjob macht mir große Freude", sagt Schubert.

Seine Karriere in Zahlen (1 Einträge)

 

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Kurznachrichtenticker

  • vor 11 Stunden
  • Stürmer Leon Müller (21) verlässt den SC Riessersee nach einer Saison mit noch unbekanntem Ziel bereits wieder. Vergangene Spielzeit kam der gebürtige Schweinfurter in 50 Partien auf jeweils neun Treffer und neun Vorlagen im Trikot der Werdenfelser.
  • vor 12 Stunden
  • Paul Wolf (20) hat bei den Blue Devils Weiden verlängert. 2018/19 absolvierte er 44 Spiele (zwei Tore, zwei Assists). Bei Lukas Zellner ist hingegen weiter offen, wann er nach seiner Verletzung wieder eingreifen kann. Derweil pausieren Florian Lehner und Jonas Voigt 2019/20 wegen eines Studiums.
  • vor 14 Stunden
  • Die Dresdner Eislöwen (DEL2) und Oberligist TecArt Black Dragons Erfurt haben ihre bestehende Kooperation verlängert.
  • gestern
  • Andrew McPherson hat seinen Vertrag in Bremerhaven aufgelöst. Der Co-Trainer habe ein berufliches Angebot erhalten, das er im Blick auf die Zukunft seiner Familie annehmen werde, hieß es in einer Mitteilung des Clubs.
  • vor 2 Tagen
  • Die Saale Bulls Halle (Oberliga Nord) haben die Verpflichtung von Moritz Schug bestätigt. Der 22-jährige Allrounder spielte zuletzt für den Ligakonkurrenten Herner EV und kam in der vergangenen Saison zu 54 Einsätzen (neun Tore, zehn Assists).

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