Essen besiegte Dinslaken am 18. Januar klar mit 9:1 und ist seit dem 6:2 in Bergisch Gladbach am Wochenende auch Meister der Hautprunde in der Regionalliga West.
Foto: Dirk Unverferth
Sportlich läuft es bei den Eagles Essen-West weiterhin fast perfekt. Mit dem 6:2-Auswärtssieg am Freitag in Bergisch Gladbach übertrafen sie die 50-Punkte-Marke und stehen bereits jetzt als Meister der Hauptrunde der Regionalliga West fest. 18 Spiele, nur eine Niederlage. Zwei Partien stehen in der Hauptrunde noch aus, am 6. Februar gegen Diez-Limburg und am 8. Februar gegen Wiehl.
Im Kader tat und tut sich dennoch etwas: Ilya Andryukhov ist weg, für ihn kommt der bis dato vereinslose Michael Kunstmann (22), zuletzt in der Oberliga Süd in Höchstadt unter Vertrag. Coach Mikhail Nemirovsky hatte sich auf Alexander Rose als Nummer eins festgelegt, Andryukhov hätte gerne mehr gespielt. Nun hat man sich getrennt.
Auf einen weiteren Kontingentspieler wartet man dagegen noch. „Ein Importspieler wurde uns von Duisburg angeboten“, erzählt Vorsitzender Thomas Böttcher. Dabei dürfte es sich um Egils Kalns gehandelt haben. „Wir waren uns bereits einig und Duisburg hätte ein Teil vom Gehalt übernommen. Am Ende wollte der Spieler aber nicht in die Regionalliga wechseln.“ Verstärkung für den Kader wäre nötig, war dieser zuletzt doch sehr kurz. Gegen Bergisch-Gladbach konnten die Eagles immerhin wieder drei komplette Reihen aufbieten, gegen Dinslaken waren es nur zwei.
Abseits des Eises beschäftigt die Essener und ihre Anhänger eine Ordnungsstrafe, die sie vom Verband erhalten haben. Bei der Auswärtspartie gegen Diez-Limburg (6:5) am 9. Januar wurde ein Böller auf das Eis geworfen, die Partie stand sogar kurz vor dem Abbruch. „Mir fehlt da das Fingerspitzengefühl“, echauffiert sich Böttcher und kündigt an, die Strafe juristisch zu prüfen. „Es hat wohl keinen Ordnungsdienst gegeben. Man hätte in die Hallen bringen können, was man wollte. Natürlich geht das nicht, dass man einen Böller in geschlossener Halle zündet. Aber bisher ist es einfach nicht bewiesen.“ Klar ist wohl, dass der Böller hinter dem Essener Fanblock explodiert ist. Die Partie sahen 713 Fans. Nun stehen die Essener beim Verband unter Beobachtung. Böttcher wünscht sich, dass der Verband sensibler agiert und die Aktion aufarbeitet.
Für Ärger sorgte zuletzt auch ein fehlender Betrag von 50.000 Euro für den Nachwuchs – eingeplante Fördergelder des Team Talente Essen e.V.. Bisher konnten die Eagles diesem Förderverein, der mehrere Sportarten in Essen unterstützt, nicht beitreten. Nun werde aber die Satzung von TTE geändert, sagte Böttcher. „In sechs bis acht Wochen dürfte alles geregelt und vom Tisch sein.“ Laut alter Satzung stehen die rund 50.000 Euro den insolventen Moskitos zu.
Und dann wäre da noch der Wasserschaden in der Rollsporthalle nach einem Rohrbruch während der kalten Tage. Prekär: Die Eagles sind nicht versichert, wie Böttcher erklärte. Die Spielfläche ist aber nicht betroffen, dagegen aber das Bistro. Das eingedrungene Wasser habe massive Schäden verursacht, Kühlanlagen und Elektrogeräte waren nicht mehr zu retten. Ein Gutachter solle klären, wie hoch der Schaden wirklich ist. Die Eagles posteten Bilder in den Sozialen Medien, die Helfer beim Wegwischen des Wassers zeigen. Die Skaterhockey-Saison beginnt Anfang März. Bis dahin soll die Halle des deutschen Vizemeisters (die schon beim Finale der Vorsaison gegen Kaarst in den Schlagzeilen war) wieder spieltauglich sein.
Dirk Unverferth