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Sonntag, 24. April 2022

Top-Talent Connor Bedard erzielt Hattrick 3:8 gegen Kanada: Deutsche Auswahl beweist nach Rückstand viel Moral, verliert aber auch ihr zweites Spiel bei der U18-WM

Torhüter Philipp Dietl musste gegen Kanada insgesamt achtmal hinter sich greifen.
Foto: Diekmann

Die deutsche U18-Nationalmannschaft hat auch ihr zweites Vorrundenspiel in Landshut verloren und musste sich am Sonntagabend der U18 Kanadas mit 3:8 (0:2, 2:2, 1:4) geschlagen geben. Dabei zeigte das Team von U18-Bundestrainer Alexander Dück wie schon am Vortag gegen Tschechien eine über weite Strecken ansprechende Leistung und kam nach einem 0:4-Rückstand nochmal stark auf, die Hypothek war am Ende gegen keinesfalls durchweg souveräne Ahornblätter aber doch zu groß. Für Kanada war es nach der herben 3:8-Pleite gegen die USA der erste Sieg beim Turnier, Deutschland muss weiter auf den ersten Punktgewinn warten. Am Dienstagabend wartet um 19.30 Uhr in Landshut das Team aus den USA.

Das Duell gegen Kanada begann mit einem krachenden Hit von Moritz Elias gegen Josh Filmon in der eigenen Zone – für den deutschen Stürmer war nach Ansicht der Videobilder nach bereits neun Sekunden Feierabend, die Referees werteten die Aktion zurecht als Check gegen den Kopf und schickten den 18-Jährigen in die Kabine. Wer allerdings ein Powerplay-Feuerwerk der Ahornblätter in der folgenden fünfminütigen Überzahl erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Deutschland verteidigte leidenschaftlich und hielt die Partie torlos, hatte in Person von Veit Oswald gar die Führung per Shorthander auf dem Schläger (5.). Wenige Minuten später musste DEB-Goalie Philipp Dietl dann aber zweimal binnen 24 Sekunden hinter sich greifen: Erst zimmerte Grayden Siepmann einen Schlagschuss in die Maschen, dann war David Goyette zu schnell für alle und nagelte die Scheibe unter die Latte (8.). Die Verhältnisse waren aus Sicht der Kanadier zurechtgerückt. In der Folge des ersten Abschnitts fielen trotz guter Chancen für beide Mannschaften keine Tore mehr, die Begegnung blieb aber von viel Körperlichkeit geprägt: Checks wurden auf beiden Seiten munter verteilt, die eine oder andere Nickligkeit vor den Toren inklusive.

Das Spiel im Stenogramm (1 Einträge)

 

Dieses Bild blieb auch zu Beginn des zweiten Drittels unverändert, es begann sofort wieder mit viel Physis. Deutschland musste dann auch zweimal kurz nacheinander ins Penalty Killing – und konnte die deutsche U18 das erste Unterzahl noch verteidigen, klingelte es bei der neuerlichen Überzahlsituation im deutschen Kasten: Kanada spielte zwei, drei schnelle und direkte Pässe und am Ende schlug der erst 16-jährige Kapitän Connor Bedard per Onetimer zu (25.). Keine Minute später erhöhte Brayden Schuurman auf 4:0, als er Dietl durch die Hosenträger überwand (26.). Offensiv kam von der DEB-Auswahl – anders als noch im ersten Drittel – bis zur Mitte des Drittels wenig bis nichts, Nolan Lalonde verlebte einen ruhigen Mittelabschnitt zwischen den Pfosten. Pech hatte Deutschland, als Julian Lutz eine mustergültige Vorlage von Rik Gaidel frei vor Lalonde nicht verwerten konnte, weil er den Puck nicht richtig traf (31.). Gaidel war es auch, der Lalonde kurz darauf testete (31.). Die deutsche U18 traute sich nach dem zweiten doppelten Nackenschlag spürbar wieder mehr zu und belohnte sich in Person von Lutz, der Lalonde mit einem Schlagschuss ins kurze Eck keine Chance ließ, dann auch (32.). Die Kulisse von 2.075 Zuschauern war wieder da. Und es kam noch besser: Kapitän Roman Kechter musste im Powerplay nur noch einschieben, nachdem Lalonde einen Schuss von Lutz nicht festhalten können (35.). Deutschland blieb am Drücker, Kanada reagierte frustriert: Spencer Sova musste nach einer überharten Attacke gegen den Kopf von Ralf Rollinger vorzeitig unter die Dusche (39.), was Deutschland fünf Minuten Überzahl am Stück einbrachte – zwei Minuten davon sogar Fünf gegen Drei. 

Und das ließen sich die U18-Junioren nicht entgehen: Lutz machte die Partie mit seinem zweiten Tor des Abends 25 Sekunden nach Beginn des Schlussabschnitts endgültig wieder heiß (41.). Kanada allerdings konterte seinerseits mit drei Toren innerhalb von 138 Sekunden. Erst war Bedard zweimal zur Stelle, schnürte seinen Dreierpack und sorgte für Ruhe auf der kanadischen Bank (44./45.). Und für Deutschland wurde es noch bitterer: Zunächst traf Luca Hauf mit seinem Schuss beide Pfosten – und nur elf Sekunden, nachdem die On-Ice-Entscheidung von den Referees nach Ansicht der Videobilder revidiert worden war, legte Matthew Wood den dritten Treffer nach – die endgültige Vorentscheidung gegen eine spürbar müder werdende deutsche Auswahl (46.). Der Powerplay-Treffer von Kalem Parker stellte in einem bis zum Ende rassigen Aufeinandertreffen schließlich den 8:3-Endstand zugunsten des Favoriten her (58.).

Michael Bayer


Kurznachrichtenticker

  • vor 11 Stunden
  • Die Chicago Wolves haben den Calder Cup in der AHL gewonnen. Im fünften Finale setzte sich das Farmteam der Carolina Hurricanes bei den Springfield Thunderbirds mit 4:0 durch und gewann die Endspielserie 4:1. Josh Leivo (15 Tore und 14 Assists in 18 Spielen) wurde zum Playoff-MVP gewählt.
  • vor 4 Tagen
  • Die Kooperation zwischen dem ECDC Memmingen (Oberliga Süd) und den Ravensburg Towerstars (DEL2) wird auch in der Saison 2022/23 fortgesetzt. Welche Spieler konkret mit Förderlizenzen ausgestattet werden, legen die jeweiligen Clubverantwortlichen während der Vorbereitung fest.
  • vor 5 Tagen
  • Der Kanadier Ryan Marsh (als Assistenztrainer) sowie der ehemalige finnische Nationaltorhüter Markus Ketterer (als Torwarttrainer) verstärken in der Saison 2022/23 das Trainergespann der Schwenninger Wild Wings. Neuer Head Coach des Clubs aus der PENNY DEL ist Harold Kreis.
  • vor 7 Tagen
  • Neuer Goalie & Video Coach für die Löwen Frankfurt (PENNY DEL): Der US-Amerikaner Josh Robinson gehörte seit 2017/18 dem Trainerstab der ECHL-Teams Florida Everblades bzw. Kansas City Mavericks an. Bei den Florida Everblades arbeitete er schon mit Löwen-Goalie Jake Hildebrandt zusammen.
  • vor 8 Tagen
  • Moritz Borst wechselt fest von den Augsburger Panthern zum EV Füssen. In der vergangenen Saison bestritt der Torhüter bereits neun Spiele für den Oberligisten. Als dritter Schlussmann wird neben Borst und Benedikt Hötzinger künftig Nachwuchskeeper Clemens Wiedemann im Kader stehen.
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