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Dienstag, 31. Dezember 2019

Dominanz des Favoriten von Anfang an einfach zu groß Deutsche U20-Nationalmannschaft unterliegt Russland im abschließenden WM-Gruppenspiel mit 1:6 und muss in die Relegation gegen Kasachstan

Alles Strecken (wie hier bei Moritz Seider) war letzlich vergebens: Die russische U20-Auswahl siegte klar mit 6:1 und schickte das DEB-Team somit in die Relegation gegen Kasachstan. Kirill Marchenko (Nummer 9) & Co. waren einfach zu stark.
Foto: DEB/Diekmann

Die Konstellation vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Russland war klar: Gewinnt die DEB-Auswahl (egal in welcher Form), geht der Nachwuchs der Sbornaja erstmals in seiner Geschichte in die Relegation. Holt das deutsche Team einen Zähler, muss der Aufsteiger auf die Schützenhilfe der Kanadier gegen die Tschechen im Duell um 19 Uhr hoffen, wo der Gastgeber keinen Punkt holen darf. Schlussendlich waren aber alle Rechenspiele hinfällig, die Dominanz des spielfreudigen und immens aggressiv forecheckenden russischen Teams beim klaren 1:6 (0:2, 0:3, 1:1) aus deutscher Sicht einfach viel zu groß – auch wenn sich die DEB-Mannschaft vereinzelt etwas Luft verschaffen konnte und auch zu wenigen Chancen kam. So wartet ab Donnerstag, den 2. Januar (Spielbeginn: 10 Uhr), Kasachstan in der Best-of-Three-Relegationsserie auf die U20 des DEB. Die zweite Relegationspartie ist für den 4. Januar (11 Uhr) geplant. Sollte es zum alles entscheidenden dritten Duell kommen, wäre dafür der 5. Januar (11 Uhr) vorgesehen. Spielort ist jeweils Ostrava, alle Relegationspartien werden live bei MagentaSport zu sehen sein.

Schon die Anfangsphase gehörte klar der Mannschaft von Head Coach Valeri Bragin, DEB-Goalie Hendrik Hane stand sofort im Blickpunkt und rettete ganz stark mit der Stockhand gegen Kirill Marchenko, der nach Querpass von Vasili Podkolzin per Direktabnahme beinahe das schnelle 0:1 markiert hätte (4.). Gut drei Minuten später war dann aber auch der 19-Jährige bei Marchenkos bereits drittem Versuch machtlos, als der auffällige russische Angreifer erst Niklas Heinzinger im Laufduell locker abkochte und den Puck dann millimetergenau ins lange obere Eck setzte (7.). Nach dem Führungstor schnürte der Favorit Deutschland weiter komplett in der eigenen Zone ein, dann musste JJ Peterka auch noch für zwei Minuten auf die Strafbank – Alexander Romanov verzog aber und Hane rettete einmal mehr spektakulär per Fanghand gegen den frei zum Abschluss kommenden Ivan Morozov (10.). Nino Kinder sorgte in Minute zwölf für ein bisschen Bewegung bei Russlands Goalie Yaroslav Askarov, doch es blieb ein Spiel auf ein Tor. So war das 0:2 nur folgerichtig, der Nachwuchs der Sbornaja spielte Katz und Maus mit der deutschen U20, zwang sie zu einem äußerst langen Wechsel – und zu allem Überfluss fälschte Leon Hüttl den Pass von Marchenko mit dem Schlittschuh unglücklich ins eigene Tor ab (14.). Das erste richtige offensive Lebenszeichen von Deutschland kam durch die neu zusammengestellte Reihe mit den drei 17-jährigen um Center Tim Stützle, der aber bei seinem Rückhandschuss in Askarov seinen Meister fand. Auch die folgende Powerplay-Möglichkeit verpuffte wirkungslos, immerhin konnte die DEB-Auswahl etwas in Erscheinung treten.

Das Spiel im Stenogramm (1 Einträge)

 

Drittel zwei wurde erneut durch eine Mega-Chance für Marchenko eröffnet (21.), der aber das leere Tor verfehlte und so seinen Hattrick verpasste. Ilya Kruglov prüfte Hane (22.), die russische Angriffswalze lief schnell wieder heiß und ließ der Mannschaft von U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter kaum bis gar keine Luft zum Atmen. Eine Strafe für zu viele Spieler auf dem Eis erschwerte das Unterfangen für das DEB-Team weiter, doch sie blieb vorerst folgenlos. Deutschland schaffte es indes in den Folgeminuten, die drückende Überlegenheit des Kontrahenten etwas einzudämmen – und kam seinerseits in Überzahl zu einer guten Möglichkeit durch Justin Schütz, der den Rebound nach einem Schuss von Moritz Seider aber knapp neben das Tor setzte. Dominik Bokk und Seider scheiterten je per Direktabnahme an Askarov, insgesamt brachte die deutsche U20 ihre offensiven Qualitäten jetzt mehr zur Geltung und schnupperte am 1:2. Im nächsten Powerplay hatte die DEB-Mannschaft Glück, als ein von Bokk verursachtes Zwei auf Eins der Russen nicht genutzt werden konnte (33.). Kurz darauf rettete Hane den gerade in Unterzahl gekommenen Außenseiter erst noch im Duell mit Alexander Khovanov (34.), dann aber folgte per Powerplay-Doppelschlag innerhalb von 40 Sekunden die Vorentscheidung: Erst bedeutete ein Schlagschuss-Hammer von Sbornaja-Kapitän Grigori Denisenko bei angezeigter Strafe das erste Überzahltor für die Russen im laufenden Turnier, im folgenden Überzahlspiel legte Pavel Dorofeyev per Onetimer nach (jeweils 35.). Hüttl rettete wenig später für den bereits geschlagenen Hane, Dorofeyev veredelte dann allerdings einen uneigennützigen Querpass von Marchenko doch noch zum dritten Powerplay-Tor nacheinander und zum 0:5 aus deutscher Sicht (38.). In der Schlussminute des Mittelabschnitts verhinderte der ständig unter Beschuss stehende Hane gegen Danil Pylenkov gar das halbe Dutzend, Stützle spielte – flankiert von Peterka und Lukas Reichel – ein Drei auf Eins schlecht aus.

Die Messe war vor den abschließenden 20 Minuten natürlich gelesen, Abstreiter reagierte mit einem Torhüterwechsel: Der spätere Spieler des Spiels auf deutscher Seite, Hendrik Hane, durfte runter, Tobias Ancicka das erste Mal seit dem ersten Gruppenspiel wieder ran – und musste gleich nach 39 Sekunden hinter sich greifen, als Dmitri Voronkov einen Pass des alles überragenden Marchenko (fünfter Scorer-Punkt, Spieler des Spiels für Russland) zum sechsten Treffer der Russen abfälschte. Bei zwei Abschlüssen von Denisenko konnte sich der 18-jährige Backup des DEB-Teams aber auszeichnen (44.). Stützle sorgte mit seinem Versuch für ein bisschen Entlastung (46.), insgesamt agierte Russland nun nicht mehr ganz so zwingend. Dennoch war die Sbornaja dem siebten Treffer phasenweise näher als die DEB-Auswahl ihrem ersten, Morozov verzog – frei auf Ancicka zulaufend – im ersten komplett ungefährlich verlaufenen deutschen Powerplay. Die Überzahlgelegenheiten Nummer fünf und sechs verliefen für den deutschen U20-Nachwuchs wieder ein kleines bisschen besser, brachten aber erneut nichts Zählbares ein. Insgesamt verflachte die Partie aufgrund des deutlichen Spielstandes zusehends – und hatte gut zwei Minuten vor dem Ende doch noch das Highlight für Deutschland übrig, als DEB-Angreifer Kinder Russlands Goalie Askarov, der noch den Poke-Check versuchte, auswackelte und mühelos ins Tor einschob (58.). An der deutlichen wie verdienten Niederlage änderte das freilich nichts mehr. Der Fokus liegt nun auf der Relegation gegen die Kasachen, um den Verbleib in der Top-Division zu meistern – und davon darf man ob der über weite Strecken gezeigten Leistungen in der Hammergruppe B durchaus überzeugt sein.

Michael Bayer


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Notizen

  • vor 7 Stunden
  • Der SC Riessersee hat das Nachholspiel in der Oberliga Süd beim Höchstadter EC mit 4:1 gewonnen. Spielentscheidend war dabei der Hattrick von Angreifer Nik Armstrong-Kingkade im Schlussdrittel. Das ursprüngliche Spiel war vor einigen Wochen wegen eines Schadens an der Eisfläche abgebrochen worden.
  • vor 3 Tagen
  • Der HC Davos hat sich als erstes Team für die Champions Hockey League 2026/27 qualifiziert. Der Traditionsclub kann seit Samstag nicht mehr von den ersten beiden Plätzen in der Hauptrunde der National League in der Schweiz verdrängt werden.
  • vor 4 Tagen
  • Pavel Avdeev, vor der Saison ein Neuzugang des Herforder EV (Oberliga Nord), hat seinen deutschen Pass erhalten und kann daher ab sofort für die Ice Dragons spielen. Der 23-jährige Stürmer hatte sich bei Regionalligist Eisadler Dortmund (18 Spiele, 27 Punkte) fit gehalten.
  • vor 4 Tagen
  • Das NHL-Ergebnis am Freitag: Chicago – Columbus 2:4.
  • vor 5 Tagen
  • Die Hammer Eisbären haben den Vertrag mit Ugnius Cizas aufgelöst. Der Litauer kam in 38 Einsätzen auf zwölf Tore und sieben Assists für den Nord-Oberligisten. „Wir beobachten den Markt, werden aber keine voreiligen Schlüsse ziehen“, so Geschäftsführer Martin Köchling über eine Nachverpflichtung.
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