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Sonntag, 6. Juni 2021

Das Spiel um Platz drei bei der Weltmeisterschaft in Riga Bronzemedaille verpasst: Deutschland ist gegen das Team USA chancenlos und verliert mit 1:6 – Vier Gegentore in knapp sechs Minuten

Christian Wolanin erzielt das 1:0 für das Team USA.
Foto: imago images/ActionPictures

Schnell musste sich die deutsche Nationalmannschaft bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Riga von der bitteren Halbfinal-Niederlage gegen Finnland am Samstag (1:2) erholen. Immerhin hatte die Mannschaft von Toni Söderholm bereits am Sonntagmittag die Chance auf die Bronzemedaille. Im Duell mit dem Team USA setzte der finnische Trainer dabei auf Torhüter Felix Brückmann. Zudem standen durch den Einsatz vom Dominik Bittner acht Verteidiger im Aufgebot, dafür saß Stürmer Freddy Tiffels auf der Tribüne. Gegen die nächste Top-Nation konnte Deutschland diesmal aber nicht mithalten, war ab dem zweiten Drittel deutlich unterlegen und unterlag am Ende – auch in der Höhe verdient – mit 1:6.

Die amerikanische Auswahl, die zum zehnten Mal seit 1994 im „kleinen Finale“ antrat, musste zu Beginn der Partie vier Minuten in Unterzahl agieren. Jason Robertson erwischte Markus Eisenschmid mit dem Schläger im Gesicht. Im extensiven Powerplay forderte Deutschland den US-Goalie Cal Petersen aber viel zu selten. Mit Ablauf der Strafe kam es sogar noch schlimmer. Verteidiger Christian Wolanin (6.) entwischte den fünf deutschen Akteuren und traf bei seinem Alleingang mit der Rückand. Ein Torschuss, ein Treffer. Anschließend war das Match noch einigermaßen ausgeglichen. Petersen parierte zweimal gut gegen Dominik Kahun (9.). Eisenschmid verfehlte das Gehäuse mit einem One-Timer aus dem Slot (12.). Brückmann machte weitere Versuche der Amerikaner zunichte. Moritz Seider fand nach dem ersten Abschnitt allerdings klare Worte: „Das war kein guter Start von uns. Wir müssen langsam aufwachen und die langen Angriffe der USA unterbinden.“

Das Spiel im Stenogramm (1 Einträge)

 

 

Das gelang Deutschland im zweiten Drittel nicht. Dabei waren die US-Angriffe nicht unbedingt lang, dafür extrem effektiv. Die DEB-Auswahl wirkte hingegen lethargisch, kam gar nicht mehr in die Zweikämpfe. Conor Garland (27.) nutzte den freien Raum und traf per Nachschuss. Nach dem 0:2 drückte das Team von Söderholm im nächsten Wechsel, kreierte aber keine zwingenden Chancen und lief in einen Konter. Jack Drury (29.) wurde von Sasha Chmelevski eingesetzt und traf frei vor Brückmann mit der Rückhand. Zu allem Überflüss nutzten die US-Boys dann auch die ersten beiden Powerlay-Gelegenheiten. Jason Robertson (32.) traf mit einem platzierten Schuss in den Winkel. Trevor Moore (33.) stellte aus kurzer Distanz sogar auf 5:0. Bei Moores Treffer verletzte sich Moritz Müller an der Hand und konnte nicht weiterspielen. Deutschland kam selbst in einem fünfminütigen Überzahlspiel (zwei Minuten davon bei Fünf-gegen-drei) nicht zum Ehrentreffer. Chmelevski wurde nach einem Check gegen Fabio Wagner vorzeitig zum Duschen geschickt. US-Torhüter Petersen von den Los Angeles Kings aus der NHL stellte im langen Unterzahlspiel sein Können mehrfach unter Beweis. Ein sichtlich frustrierter Korbinian Holzer merkte in der zweiten Pause an: „Wir machen uns das Leben selbst schwer. Wir bringen die Scheiben nicht tief, wir gewinnen die Zweikämpfe nicht. Dann reicht es gegen so eine Mannschaft eben nicht. Wir müssen jetzt nochmal alles raushauen und ‚Verzweifel-Eishockey‘ spielen, also jede Scheibe zum Tor bringen.“

Selbst diese Einstellung konnte an der Attraktivität der Partie nichts mehr ändern. Im Schlussabschnitt verpasste Wagner das 1:5. Auch Tobias Rieder und JJ Peterka scheiterten am Rechtsfänger Petersen. Auf der anderen Seite traf Moore nur den Pfosten. Die Freude über das erste Länderspieltor von Dominik Bittner (50.) währte nur kurz. Ryan Donato stellte den Fünf-Tore-Abstand nur 25 Sekunden später wieder her. Insgesamt ging der DEB-Auswahl nach der bitteren Halbfinal-Pleite die Kraft aus. Die Leistung beim Turnier in Lettland darf vom Abschlusspiel allerdings nicht geschmälert werden. Denn: Erst zum zweiten Mal in den letzten 68 Jahren (nach 2010) und seit Einführung des aktuellen Modus schaffte es eine deutsche Auswahl bei einer Weltmeisterschaft in die Top Vier.

Tim Heß

Die Stimmen zum Spiel (4 Einträge)

 

Stimmen zum Turnier (3 Einträge)

 

Kurznachrichtenticker

  • vor 8 Stunden
  • Die Straubing Tigers haben den Abgang von Jeremy Williams bestätigt. Der Kanadier spielte fünf Jahre für den Club aus den PENNY DEL und ist mit 101 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Niederbayern im Oberhaus.
  • vor 19 Stunden
  • Rod Brind'Amour, Head Coach der Carolina Hurricanes, wurde mit dem Jack Adams Award als Trainer des Jahres in der NHL ausgezeichnet. Er setzte sich bei der Wahl mit deutlicher Mehrheit von Dean Evason (Minnesota) und Joel Quenneville (Florida) durch.
  • gestern
  • Die New York Rangers haben inzwischen bestätigt, dass Gerard Gallant das NHL-Team künftig als Head Coach führt. Gallant feierte als Cheftrainer von Team Canada kürzlich den WM-Titel mit seiner Mannschaft in Riga. In der NHL coachte Gallant zuletzt die Vegas Golden Knights (2017-2020).
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  • gestern
  • Manuel König-Kümpel (35), ein Selber Urgestein zwischen den Torpfosten, hängt nach insgesamt 29 Jahren Eishockey die Schlittschuhe an den Nagel. Als Backup feierte er mit den Wölfen zuletzt den Aufstieg aus der Oberliga Süd in die DEL2.
  • vor 2 Tagen
  • Die Düsseldorfer EG hat Stürmer Cedric Schiemenz (zuletzt Schwenningen) und Verteidiger Niklas Heinzinger (Bad Tölz) verpflichtet. Beide erhalten einen Vertrag für 2021/22 und fallen unter die U23-Regel. Die DEG hat die Planung für diese Regelung damit abgeschlossen.
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