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Mittwoch, 18. August 2021

Zuschauerfrage und Nachwuchs sind drängende Themen Ein Jahr Spielervereinigung SVE: „Wir werden ernster genommen“, sagt Kölns Kapitän Moritz Müller

Moritz Müller Anfang August bei einem Eistraining der Kölner Haie.

Foto: imago images/osnapix/Fotomontage Eishockey NEWS

Am 19. August 2020 wurde die Spielervereinigung SVE gegründet. Ihre Arbeit hatte sie aber bereits im Frühjahr aufgenommen. Hauptgrund war damals der von der PENNY DEL geforderte pauschale Gehaltsverzicht vor der vorangegangenen Corona-Saison. Zu den Hauptinitiatoren zählt Moritz Müller, Kapitän der Nationalmannschaft und der Kölner Haie. Ein Jahr danach – mittlerweile gibt es mit Ex-NHL-Spieler Alexander Sulzer auch einen Geschäftsführer – zieht er ein erstes Fazit, was die SVE erreicht hat.

Herr Müller, Sie sind als SVE angetreten, den Spielern eine Stimme zu geben. Wie fällt Ihr Fazit nach einem Jahr aus. Haben Sie dieses Ziel denn erreicht?
Moritz Müller: „Die Frage ist: Wie sehr wird diese Stimme gehört und respektiert? Vorher war diese Stimme gar nicht vorhanden. Wir als Spieler waren an den Standorten einzeln vertreten, hatten kein gemeinsames Sprachrohr. Wenn mir persönlich etwas sauer aufgestoßen ist, habe ich vielleicht Patrick Hager oder Yannic Seidenberg angerufen und wir haben darüber gesprochen. Durch die SVE haben wir nun einen Weg, auf die Liga zuzugehen, umgekehrt aber gibt es diesen Weg nun auch.“

Spüren Sie eine Änderung im Umgang zwischen Liga, Clubs und Spielern durch die SVE?
Müller: „Ja, wir werden ernster genommen. Man merkt, dass es eine Veränderung in den Köpfen dahingehend gibt, dass da ein zusätzlicher Ansprechpartner existiert, den man ansprechen sollte, könnte oder müsste. Ein Spieler nimmt nun mit uns Kontakt auf, dann wir mit dem Verein. Vorher hat er da nur mit seinem Agenten gesprochen. Aber all das wächst gerade erst. Als Verein muss man das auch erst kennen lernen, dass jetzt jemand von der SVE anruft. Vielleicht sieht aber auch die Vereinsseite dies als positive Entwicklung. Wenn man sich fragt, wie man ein Thema umfassend an die Spieler weiter transportieren kann, kann man sich jetzt an uns wenden. So eine Nachricht kommt bei den Spielern gleich anders an.“

Was war das Wichtigste, was Sie in diesem einen Jahr, dem schweren Corona-Jahr, als SVE geschafft haben?
Müller: „Ich hatte immer die Befürchtung, dass die Saison ganz abgesagt wird. Aber dann gab es da noch einmal ein Gespräch zwischen Jürgen Arnold und Alexander Sulzer. Arnold hat ja im Nachgang noch einmal gesagt, dass es ohne dieses Gespräch und die SVE gar kein Eishockey gegeben hätte. Und das ist etwas, worauf ich tierisch stolz bin! Das größte Interesse der Spieler war ja, Eishockey zu spielen um diese Sportart zu erhalten und dann wieder bei einer WM wettbewerbsfähig zu sein.“

Welche Herausforderungen stehen dem deutschen Eishockey vor dem Start der aktuellen Saison bevor?
Müller: „Zunächst einmal stellt sich die Frage, wie sich die Pandemie entwickelt. Ich hoffe, dass die Saison mit Zuschauern gespielt wird, denn ich möchte nicht noch einmal ein Jahr ohne spielen. Das wäre auch fatal für die Clubs und die Liga. Die Konzepte für Spiele mit Fans sind da und die Vereine sind auch bereit sie umzusetzen. Außerdem ist wichtig, dass der Nachwuchs wieder spielen darf. Ich habe mit vielen Eltern nach der WM gesprochen. Mir wurde oft gesagt, dass das Kind eigentlich nicht mehr spielen wollte, aber als es die Spiele bei der WM gesehen hat, war es wieder begeistert. Die Kinder müssen wieder einen schnellen Anschluss finden.“

Michael Bauer

Einen ausführlichen Bericht mit Reaktionen von Patrick Reimer (Nürnberg), Gernot Tripcke (Geschäftsführer PENNY DEL), Philipp Walter (Geschäftsführer Kölner Haie), Christian Künast (DEB-Sportdirektor) und Klaus Weber (Spielerberater) finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Eishockey NEWS.


Kurznachrichtenticker

  • vor 8 Stunden
  • Ermittlungsverfahren eingestellt: Branden Gracel vom ESV Kaufbeuren (DEL2) wurde am Freitag in Bayreuth nach einem Stockstich mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt. Nach Würdigung der Beweismittel sieht der Disziplinarausschuss keinen Anlass für eine weitere Bestrafung des Stürmers.
  • vor 8 Stunden
  • Scott Valentine, Verteidiger der Augsburger Panther, muss zwei Spiele zuschauen und eine Geldstrafe zahlen. Das entschied der Disziplinarausschuss der PENNY DEL. Valentine war gegen Münchens Bastian Eckl mit einem Check gegen den Kopf vorgegangen.
  • gestern
  • Der ehemalige DEL-Stürmer Jack Combs, der kürzlich die Rostock Piranhas (Oberliga Nord) nach vier Einsätzen (drei Vorlagen) verlassen hat, schließt sich den Allen Americans in der East Coast Hockey League (ECHL) an.
  • gestern
  • Brad Snetsinger von den Starbulls Rosenheim hat am Freitag die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Die Suche nach einem zweiten Kontingentspieler beim Club aus der Oberliga Süd läuft. "Intern haben wir schon einige Spieler näher analysiert und die ersten Kontakte aufgenommen“, so John Sicinski.
  • gestern
  • Der Russe Nikita Shatsky verlässt die Krefeld Pinguine. Das Tryout des Angreifers, der 2020/21 in 22 Einsätzen in der PENNY DEL auf zwei Tore und zwei Vorlagen kam, war nicht erfolgreich.
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