Zweiter Sieg im zweiten Test gegen Österreich: Daniel Fischbuch und die DEB-Auswahl waren am Samstagabend mit 5:2 erfolgreich.
Foto: City-Press
Zwei Tage nach dem knappen 4:3-Erfolg über Österreich stand die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes am frühen Samstagabend erneut den Nachbarn aus der Alpenrepublik gegenüber. Diesmal in der Gastgeberrolle, blieb die deutsche Mannschaft im Olympia-Eissportzentrum von Garmisch-Partenkirchen mit 5:2 auch im Rückspiel Sieger. Durch eine zum Großteil gute Leistung aller Mannschaftsteile und vor allem läuferisch und spielerisch deutlicher Vorteile ein verdienter Erfolg für die DEB-Auswahl. Lediglich im Schlussabschnitt leistete man sich eine Schwächephase, die den Gegner für kurze Zeit wieder ins zurück Spiel brachte.
Bundestrainer Harold Kreis hatte sein Lineup im Vergleich zum Donnerstag nur geringfügig verändert. Leon Hungerecker stand anstatt Niklas Treutle im Tor, während Nino Kinder für Julian Chrobot ins Aufgebot und in die Reihe mit Tim Fleischer und Alexander Karachun rückte.
Die DEB-Auswahl kam mit Schwung aus der Kabine, hatte läuferische Vorteile und dementsprechend auch mehr vom Spiel im ersten Durchgang. Auch die ersten Chancen gingen auf das Konto der deutschen Mannschaft, die sich nach knapp acht gespielten Minuten auch mit dem 1:0 belohnen konnte. Maximilian Kastner hatte nach einem geblockten Schuss von Nico Krämmer am schnellsten geschaltet und den Rebound ins ÖEHV-Gehäuse bugsiert. Nur knapp zwei Minuten scheiterte Daniel Fischbuch mit gleich zwei guten Schusschancen hintereinander, auf 2:0 erhöhen. Kurze Zeit später sollte aber doch soweit sein: Nach einem Fehler von Phillip Sinn im Offensivdrittel musste zunächst Fabio Wagner den Konter des künftigen Müncheners Lucas Thaler stoppen, ehe Sinn seinen Fehler wieder gutmachte, indem er Alexander Blank auf die Reise schickte. Der scheiterte im ersten Versuch an ÖEHV-Goalie Vorauer, verwandelte dann aber seinen eigenen Rebound zur verdienten Zwei-Tore-Führung (13. Minute) für Deutschland zur ersten Pause.
Hinein in Durchgang Nummer zwei und diesmal waren es die Österreicher, die schwungvoller aus der Kabine kamen, mit zwei Versuchen innerhalb weniger Sekunden aber keinen Weg vorbei an Hungerecker fanden (21./22.). Die deutsche Mannschaft brauchte danach nicht lange, um sich die Pause aus den Beinen zu schütteln und übernahm zügig wieder das Kommando. Die Scheibe lief in der Aufstellung gut durch die deutschen Reihen und Tim Brunnhuber, nach schöner Kombination von Kastner in Szene gesetzt, scheiterte knapp an Vorauer (26.). Auch die deutsche Defensive stand größtenteils stabil und störte die gegnerischen Angriffe früh. Und wenn – wie in Person von Ian Scherzer – doch einmal ein Österreicher vor Hungerecker auftauchte, parierte dieser glänzend (29.). Ein erstes Powerplay der Gäste verteidigte die Kreis-Auswahl souverän herunter und scheiterte in den Folgeminuten noch einige Male am starken Florian Vorauer, bevor Dominik Kahun achteinhalb Sekunden vor der zweiten Pause doch noch das verdiente Tor Nummer drei nachlegen konnte. Ein abgefälschter Schuss von Dominik Kahun landete als Bogenlampe hinter Vorauer im Tor.
Ins Schlussdrittel ging Österreich mit David Kickert zwischen den Pfosten, weil sich Vorauer kurz vor dem dritten Gegentor bei einem Zusammenprall wohl leicht verletzt hatte. Kickert sah seine Vorderleute dann früh den Bann brechen und das erste ÖEHV-Tor des Abends markieren. Thaler staubte beim Zwei-auf-eins-Konter mit Maximilian Rebernig nach dessem Schussversuch, den Hungerecker prallen ließ, ab. Die DEB-Auswahl bemühte sich um den schnellen Gegenschlag, ein abgefälschter Distanzschuss von Phillip Sinn landete jedoch nur am Pfosten (46.). Stattdessen schlugen erneut die Österreicher zu. Während Philipp Sinn auf der Strafbank saß, landete ein Schuss von Mario Huber vom rechten Bullykreis im kurzen Eck hinter Hungerecker, dem die Sicht durch einen österreichischen Stürmer genommen worden war. Die schlechten Nachrichten für das DEB-Team rissen auch danach nicht ab: Nach einem harten Check an der Bande von Rebernig gegen Philipp Preto musste dieser, humpelnd und von Teamkollegen gestützt, vom Eis und die Kabine.
Rebernig musste dafür fünf Minuten lang zuschauen und weil sich Ramon Schnetzer ebenfalls zwei Minuten einhandelte, durfte die DEB-Auswahl so lange in doppelter Überzahl agieren und Daniel Fischbuch konnte Deutschland mit einem Schlenzer aus dem hohen Slot zum 4:2 wieder sicher auf die Siegerstraße bringen (56.). Auch bei gezogenem Torwart gelang den Österreichern im Anschluss nichts mehr, stattdessen erhöhte Tim Brunnhuber per platziertem Rückhandschuss aus der neutralen Zone zum 5:2-Endstand (60.). Für die deutsche Mannschaft steht nun noch ein letztes Testspiel vor der Weltmeisterschaft an. Als beste Spieler der Partie wurden ein Münchener und sein zukünftiger Teamkollege ausgezeichnet: Maxi Kastner für Deutschland und Lucas Thaler für Österreich. Am kommenden Sonntag um 17 Uhr (live bei MagentaSport) ist der Gegner kein geringerer als Weltmeister und Olympiasieger USA.
Michael Wutz