Mit 6:3 zuhause gegen Lindau erfolgreich war an diesem Spieltag der Deggendorfer SC.
Foto: Roland Rappel
Am 36. Spieltag der Oberliga Süd ließen die Spitzenteams nichts anbrennen. Deggendorf setzte sich vor heimischer Kulisse mit 6:3 gegen Lindau durch, Memmingen feierte einen souveränen 4:1-Auswärtserfolg in Höchstadt. Dagegen musste Bad Tölz im prestigeträchtigen Derby beim SC Riessersee eine bittere 4:7-Niederlage hinnehmen. Die Löwen sind damit nun punktgleich mit Heilbronn, das sich in Bayreuth knapp mit 3:2 behauptete, sowie mit den Selber Wölfen, die in Passau erst in der Overtime triumphierten. Grund zum Jubeln hatte auch Peiting nach einem deutlichen 8:2-Derbysieg über Füssen, während die Stuttgart Rebels beim 6:1 in Erding ebenfalls nichts dem Zufall überließen.
Ein echtes Spektakel bot das Oberlandderby im Olympia-Eissport-Zentrum in Garmisch-Partenkirchen. Beide Teams nutzten im ersten Drittel ihre Überzahlsituationen eiskalt aus und sorgten früh für Stimmung auf den mit 4.196 Zuschauern besetzten Rängen. Nach der erneuten Führung der Tölzer Löwen in der 21. Minute zogen die Hausherren davon und bauten ihren Vorsprung auf 4:2 aus, ehe sie kurz vor der zweiten Pause sogar in Unterzahl nachlegten. Auch im Schlussdrittel blieb das Spiel intensiv und umkämpft, doch die Mannschaft von Trainer Axel Kammerer kam nur noch auf zwei Tore heran. Für den SC Riessersee, angeführt vom dreifachen Torschützen Charlie Risk, war der Derbysieg ein emotionaler und enorm wichtiger Erfolg im Kampf um die Top-Ten-Plätze.
Weniger Spannung bot das zweite Nachbarschaftsduell des Spieltags. Zwar ging der EV Füssen mit einer Führung in die erste Pause, doch die Peitinger drehten im Mittelabschnitt mächtig auf, erzielten vier Treffer und rissen das Spiel an sich. Mit einem Doppelschlag gleich zu Beginn des Schlussdrittels war die Partie endgültig entschieden.
Auch die beiden Topteams unterstrichen ihre Ambitionen eindrucksvoll. Deggendorf legte gegen Lindau einen Blitzstart hin, als Ondrej Pozivil bereits nach nicht einmal zwei Minuten erstmals einnetzte. Zwar konnten die Gäste vom Bodensee nach dem zwischenzeitlichen 2:0 noch einmal verkürzen, doch die Niederbayern stellten postwendend wieder klare Verhältnisse her. In Höchstadt dominierten die Memmingen Indians vor allem im ersten Drittel, in dem sie ein Torschussverhältnis von 23:5 verzeichneten und mit einer 2:0-Führung in die Pause gingen. Zwei weitere Treffer im zweiten Abschnitt sorgten früh für die Vorentscheidung, den Alligators blieb nur noch der Ehrentreffer.
Mit einem furiosen Start machten die Stuttgart Rebels bei den Erding Gladiators schnell alles klar. Vier Treffer innerhalb von 15 Minuten im ersten Drittel brachen den Widerstand der Gastgeber. In den beiden folgenden Spielabschnitten legte das Team aus Baden-Württemberg jeweils noch ein Tor nach, während Erding lediglich Ergebniskosmetik betreiben konnte. Ein Duell auf Augenhöhe lieferten sich die Passau Black Hawks und die Selber Wölfe. In einer temporeichen und unterhaltsamen Partie setzten sich die Porzellanstädter gleich drei Mal ab, doch die Hausherren fanden jedes Mal die passende Antwort und glichen aus. Die Entscheidung fiel schließlich in der Overtime, als Thomas Gauch in Überzahl den viel umjubelten Siegtreffer für Selb erzielte.
Auf den Heilbronner Führungstreffer in der zehnten Minute in Bayreuth ließen die Wagnerstädter zwar zwei Tore folgen, doch auch die Falken fanden einen Weg zum Ausgleich. Frederik Cabana (52.) sorgte schließlich mit einer feinen Einzelleistung für die Entscheidung.
Michael Sporer