FASS Berlin (rote Trikots) und die Chemnitz Crashers duellierten sich jüngst beim Winter Game in Neukölln.
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Die Oberligen, insbesondere die Oberliga Nord können bei Gedankenspielen in Sachen Erreichen der gewünschten Sollstärke von 14 Teams auf Clubs aus der Regionalliga Ost verzichten. Vertreter von Meister FASS Berlin und Vize Schönheider Wölfe erteilten einem Aufstieg auf Anfrage von Eishockey NEWS eine klare Absage. Perspektivisch müsse aber etwas passieren, denn das hohe Leistungsgefälle in der Liga sei auf Dauer nicht gesund. Die Club-Verantwortlichen verweisen auf das auf nur noch sieben Teams geschrumpfte Teilnehmerfeld.
„Für FASS Berlin ist die Oberliga nicht realisierbar. Das liegt insbesondere an der geographischen Ausbreitung in Verbindung mit der hohen Anzahl an Spielen. Der Status quo erfordert aus unserer Sicht ein Vollprofi-Konzept“, sagt Alexander Hedderich, Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH von FASS. Bei den Schönheider Wölfen gesellen sich zwei weitere Themen hinzu, die mit der Eishalle in Schönheide zu tun haben. „Die größte Hürden stellt aktuell die 25 Jahre alte Kühlanlage in unserem Eisstadion dar, was ein Aufeisen im August unmöglich macht. Hinzu kommen die fehlenden Sitzplätze sowie die allgemein erforderliche Infrastruktur für einen Oberliga-Spielbetrieb“, erläutert Wölfe-Sprecher Markus Gläß. Letztendlich fehlten im Erzgebirge auch die zusätzlichen finanziellen Mittel.
Angesichts der stetig sinkenden Zahl an teilnehmen Teams wünschen sich viele Ost-Clubs eine Veränderung. Ein Testlauf war und ist in gewisser Weise in der laufenden Saison der OsWeNo-POkal. Die Wölfe haben aber von einer Teilnahme aber abgesehen. „Sie war für uns finanziell nicht darstellbar. Eine Zusammenlegung der Regionalligen ab einem gewissen Zeitpunkt wäre interessant, aber dies muss gut durchdacht und geplant sein, denn wir befinden uns in einem semiprofessionalen Bereich, wo Freitagabend-Spiele auswärts schwierig werden“, findet Markus Gläß. „Sportlich gesehen passen die sehr unterschiedlichen Durchführungsbestimmungen nicht und nennt als Beispiel die Importspieler-Regelungen. Alexander Hederich hofft, dass zumindest eine Ausweitung des OsWeNo-Pokals als eine Art „Champions League der Regionalligen“ möglich sein wird.
Die Sportliche Leitung der Chemnitz Crashers hat auf mehrfache Anfrage von iIshockey NEWS bisher kein Statement abgegeben. Die Clubs aus Dortmund, Essen und Neuwied hatten sich im ersten Teil der NEWS-Serie zum Thema Oberliga positioniert.
Markus Terbach