Es hat gedauert, doch mittlerweile ist der Insolvenzantrag für die Spielbetriebs-GmbH der Bayreuth Tigers gestellt. Fans vor Ort hoffen auf einen Schlussstrich.
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„Es ist vollbracht“ – meist steht dieser Satz am Ende eines langfristigen, von viel Arbeit und Emotionen begleiteten und schlussendlich erfolgreichen Projekts. Überträgt man diese drei Worte in die Wagnerstadt, meint man damit allerdings eine doch gänzlich andere Sachlage: Nach einem schwierigen Weg liegt nun endlich ein Insolvenzantrag für die Bayreuth Tigers beim Insolvenzgericht vor. Man hatte kaum noch daran zu glauben gewagt.
War der Antrag zunächst auf dem Postweg unterwegs, kam er doch schnell zurück: Das falsche Formular – nämlich eines für eine Privatinsolvenz – war verwendet worden. Dann sollte zeitnah eine persönliche Vorsprache erfolgen, angeblich interessierte Investoren hatten für eine erneute Verzögerung gesorgt. Nun ist es Mikael Agateljan – seines Zeichens seit einigen Wochen stolzer Besitzer eines Eishockey-Clubs, wenn auch nur in einer Rolle als bevollmächtigter Vermittler unbekannter nordamerikanischer Investoren – gelungen, seinerseits einen Bevollmächtigten gen Amtsgericht zu entsenden und so nun endlich für Klarheit zu sorgen.
Es beinhaltet schon eine gewisse Ironie, ist es wohl einer der ganz wenigen Insolvenzanträge, der tatsächlich fast für Freude sorgt – generell im Geschäftsleben und ganz besonders unter den Eishockey-Interessierten in Bayreuth. Denn nun kann hoffentlich das beginnen, was seit Wochen auf Eis lag: Die Planungen für den Stammverein für die bald anstehende neue Spielzeit können nun endlich konkretisiert und fixiert werden.
Zwar ist noch unklar, ob überhaupt ein Verfahren eröffnet wird oder selbiges mangels Masse abgewiesen wird, doch zumindest zeichnet sich eine gewisse Klarheit ab. Das dazu nötige Gutachten soll – wie schon 2024 – Dr. Peter Roeger von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH erstellen, der zuletzt auch in Heilbronn entscheidend am Fortbestand des dortigen Profi-Eishockeys mitgewirkt hatte. Wünschte man in diesen beiden Fällen einen erfolgreichen, zu einer Rettung führenden Verlauf, hofft man nun nur auf eines: ein schnelles Ende, um den finalen Schlussstrich ziehen zu können.
Christoph Knod