Thomas Gauch (Bildmitte) glich mit dem 5:4-Siegtreffer der Selber Wölfe gegen die Hannover Scorpions elf Sekunden vor dem Ende die Serie aus.
Foto: Mario Wiedel
Mit den Tilburg Trappers (8:3 in Bad Tölz) und den Indians vom ECDC Memmingen (4:3 nach Verlängerung bei den Hannover Indians) stehen seit Freitagabend die ersten beiden Halbfinalisten der diesjährigen Oberliga-Playoffs fest. Während sich der Deggendorfer SC durch einen 5:1-Erfolg in Duisburg den ersten Matchpuck sicherte, geht die Serie zwischen den Hannover Scorpions und den Selber Wölfen nach dem 5:4-Erfolg der Wölfe und dem damit einhergehenden Serienausgleich noch mindestens bis nächsten Dienstag.
Zwei Drittel hielten vor 2.438 Besuchern die Tölzer Hoffnungen, mit dem ersten Sieg in der Serie gegen Tilburg anzukommen. Nach Toren von Sandro Schönberger (19.) und Michael Keränen (24.) lagen die Buam mit 2:0 in Front, gingen nach dem Tilburger Anschlusstreffer (28.) mit einer knappen Führung in den Schlussabschnitt. In diesem erhöhten die Niederländer dann jedoch das Tempo spürbar und wurden schlussendlich ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit fünf Toren in den ersten sechs Minuten des letzten Drittels zog der Nord-Vizemeister auf 6:2 davon und legte nach dem dritten Tölzer Treffer (50.) zwei weitere Tore zum 8:3-Endstand nach. Während es für die Löwen nach der vierten Niederlage in Serie nun in die Sommerpause geht, stehen die Trappers, nach dem 3:0-Seriensieg gegen Passau im Achtelfinale, nun mit ihrem zweiten Sweep zum dritten Mal in Folge im Playoff-Halbfinale der Oberliga.
Zum ersten Mal seit 2022 stehen auch wieder die Memminger unter den besten vier Mannschaften, mit einem 4:3-Sieg nach Verlängerung beim Namensvetter aus Hannover sweepten sich die Indians ins Halbfinale. Nach einer Viertelstunde führte der ECDC am Pferdeturm bereits mit 3:0 und wähnte sich auf einem sicheren Weg zu Sieg Nummer vier. Daran änderte zunächst auch der erste Treffer (17.) des ECH vor 4.272 Besuchern nichts. Erst im Schlussabschnitt, zehn Zeigerumdrehungen vor dem Ende, nahm die Partie richtig Fahrt auf. Brent Aubin und Calder Anderson sorgten mit ihren Treffern zunächst für den Anschluss (51.), dann für den Ausgleich (55.). Die Entscheidung musste in der Overtime gesucht werden. Und diese dauerte genau 15 Sekunden. Markus Lilich schloss den ersten Memminger Angriff in der Verlängerung erfolgreich ab und schoss somit seine Indians ins Halbfinale, den niedersächsischen Namensvetter hingegen in die Sommerpause.
Durch einen 5:1-Erfolg in Duisburg, den ersten Auswärtssieg der gesamten Serie, erspielte sich der Deggendorfer SC den ersten Matchpuck gegen die Füchse und kann am Sonntag auf eigenem Eis den Halbfinaleinzug perfekt machen. Der Süd-Meister zeigte sich von den Nebengeräuschen rund um das dritte Aufeinandertreffen am vergangenen Dienstag unbeeindruckt und konnte sich einmal mehr auf sein stürmendes Zwillingsduo Dylan (ein Tor, drei Vorlagen) und Ty (ein Treffer, zwei Beihilfen) Jackson verlassen. Bis fünf Minuten vor dem Ende lagen die Niederbayern mit 5:0 in Front, ehe Noah Münzenberger die Füchse mit dem Ehrentreffer doch noch aufs Scoreboard brachte und den Schlusspunkt hinter die Partie setzte.
Nach einer hochdramatischen Endphase setzten sich die Selber Wölfe vor heimischer Kulisse knapp mit 5:4 gegen die Hannover Scorpions durch und glichen die Serie zum 2:2 aus. Zweimal legten die Gastgeber vor (13., 35.), zweimal zog der Nord-Meister nach (29., 38.). Ein umgekehrtes Bild dann im letzten Spielabschnitt: Zunächst konterten die Wölfe die erstmalige Führung der Scorpions (48.) postwendend (50.), um ab der 53. Minute erneut mit einem Tor im Hintertreffen zu liegen. Mit dem Rücken zur Wand ging das Team von Josef Huber ins Risiko und zog dreieinhalb Minuten vor dem Abpfiff Goalie Michel Weidekamp zu Gunsten eines sechsten Feldspielers – der Beginn einer spektakulären Schlussphase. Zunächst schwächten sich die Scorpions durch zwei kleine Bankstrafen selbst (59.). In doppelter Überzahl gelang den Wölfen durch Eric Nemec elf Sekunden später der Ausgleich (59.), was im Anschluss Gäste-Keeper Patrick Berger eine Zwei-Minuten-Strafe wegen unsportlichem Verhalten einbrachte. Nach einer weiteren kleinen Strafe gegen die Niedersachsen wurde schließlich Verteidiger Thomas Gauch mit seinem zweiten Treffer des Abends zum Matchwinner, als er elf Sekunden vor dem Ende, ebenfalls in doppelter Überzahl, den Puck siegbringend in den Maschen versenkte.
Mario Schoppa