Mit einem Heimsieg über die Füchse Duisburg zieht der Deggendorfer SC ins Playoff-Halbfinale ein.
Foto: Roland Rappel
Während die Tilburg Trappers und die ECDC Memmingen Indians ihre Viertelfinalserien im Eiltempo per Sweep abräumten und bereits seit Freitag entspannt als Halbfinalisten feststehen, wurde es am Sonntag noch einmal richtig laut auf dem Eis: Nun hat auch der Deggendorfer SC sein Ticket für die Runde der letzten Vier gelöst. Mit einem 6:2 im fünften Duell gegen die Füchse Duisburg machten die Niederbayern kurzen Prozess. Ganz anders dagegen das Drama im Norden: Die favorisierten Hannover Scorpions müssen sich gegen die Selber Wölfe weiterhin strecken, erst in der Overtime gelang der erlösende Sieg samt Matchpuck.
Sowohl zwischen Hannover und Selb als auch zwischen Deggendorf und Duisburg knistert es gewaltig – Emotionen, Intensität und hitzige Momente inklusive. Bestes Beispiel: Spiel vier am Freitag, als die Porzellanstädter nach einem 3:4-Rückstand in einer furiosen Schlussphase das Spiel noch drehten und mit dem 5:4-Sieg (Siegtreffer elf Sekunden vor dem Ende) ausglichen. Zuvor hatte ein vermeintlicher Empty-Net-Treffer der Scorpions für reichlich Diskussionsstoff gesorgt – eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung ließ die Gemüter hochkochen.
Mit entsprechend ordentlich Wut im Bauch startete das Team von Rico Rossi in Spiel fünf – und legte sofort los: Justin Kirsch brachte die Hausherren früh in Führung (8.), Carson McMillan legte wenig später in Überzahl nach. Selb hatte Mühe, ins Spiel zu finden, schlug aber quasi aus dem Nichts kurz vor der Pause zurück. Doch Hannover blieb am Drücker: Kirsch schnürte mit einem satten Schuss (24.) seinen Doppelpack, Yannik Drews nutzte einen Fehler der Gäste eiskalt aus. Doch die Wölfe zeigten Moral. Lahtinen traf zunächst in der 29. Minute und legte später sogar in Unterzahl nach. Spätestens jetzt war Feuer im Spiel. Im hochintensiven Schlussdrittel war es ausgerechnet Ex-Scorpion Patrick Klöpper, der mit einem Kontertreffer (54.) zum 4:4 ausglich. Hannover hatte die direkte Antwort auf dem Schläger, scheiterte jedoch am Torgestänge. Die Entscheidung musste in der Overtime fallen. Hier gelang dem langjährigen Selber Nick Miglio (62.) mit einem abgefälschten Schuss der Gamewinner. Damit reisen die Niedersachsen mit einem Matchpuck im Gepäck zum sechsten Spiel, das am Dienstag um 20 Uhr in der NETZSCH-Arena in Selb steigt.
Nach zuvor engen Partien setzte sich der Süd-Meister Deggendorf schon am Freitag in Duisburg klar mit 5:1 durch. Entsprechend galt es nun für die Niederbayern, den Heimvorteil zu nutzen und den Deckel draufmachen – und sie taten genau das. Mit aggressivem Forechecking und viel Druck von Beginn an ließ der DSC keinen Zweifel aufkommen. Lars Bergauer belohnte die Überlegenheit mit der Führung, Marco Baßler erhöhte in Überzahl auf 2:0 (17.). Duisburg stemmte sich im zweiten Drittel gegen das drohende Aus, fand aber keinen Weg vorbei an der Deggendorfer Defensive. Stattdessen folgte der Doppelschlag der Hausherren: Dylan Jackson (27.) und Luke Weilandt sorgten innerhalb kürzester Zeit für die Vorentscheidung. Zwar konnte Luis Üffing noch verkürzen (36.), doch erneut Baßler – schon Matchwinner vom Dienstag und zuletzt auch am Freitag zweifacher Torschütze – stellte vor der Pause den alten Abstand wieder her. Deggendorf ließ im Schlussabschnitt, in dem auf beiden Seiten noch ein Treffer gelingen wollte, nichts mehr anbrennen. Der Einzug ins Halbfinale ist perfekt.
Für die bereits feststehenden Halbfinalisten heißt es noch abwarten, gegen welches Team es im Kampf um den Einzug ins Finale gehen wird. Setzen sich die Scorpions gegen die Wölfe durch, so kommt es zu den Duellen Deggendorf gegen Tilburg sowie Hannover gegen Memmingen. Kann das Team aus dem Fichtelgebirge die Serie gegen den Favoriten doch noch drehen und für sich entscheiden, so würde es ab Ostersamstag zu den Halbfinalspielen zwischen Deggendorf und Selb sowie zwischen Memmingen und Tilburg kommen.
Michael Sporer